Dienstag , 6. Dezember 2022
Anzeige
Die Spargelzeit beginnt. Peter Strampe aus Neetze hat die ersten Stangen der diesjährigen Saison geerntet. Foto: t&w

Spargelzeit startet noch vor Ostern

Das Wetter macht aktuell mit. Die Sonne scheint, es ist warm und Peter Strampe aus Neetze konnte daher den ersten Spargel der Saison ernten. Liebhaber des königlichen Gemüses können sich freuen, sie bekommen es Ostern auf die Teller. Die zweite coronabedingte Ernte macht es den Erzeugern auch dieses Jahr nicht leicht.

Neetze. „Der Spargel wächst besser als ich dachte.“ Fünfzehn Grad hat Peter Strampe aktuell an den Wurzeln der Pflanzen gemessen. Das ist gut, das ist schon recht warm, das lässt den Spargel so gut sprießen, dass der Hof Strampe mit der diesjährigen Ernte des Edelgemüses startet. Die ersten 200 Kilogramm hat der Betrieb in Neetze bereits eingefahren.

Austrieb der Pflanzen war gut

Auf rund 80 Hektar baut Strampe Spargel an. Frühe Sorten und späte. Wie letztlich der Ertrag auf seinen Feldern ausfällt, das hängt von einigen Faktoren ab. Ein wichtiger liegt schon Monate zurück. „Der Austrieb der Pflanzen war ganz gut. Das sieht nach einer entsprechenden Ernte aus“, traut sich der Neetzer eine vorsichtige Prognose.

Spargel an Ostern: ja, aber eher knapp

Wenn jetzt noch das Wetter mitmacht, dann könnte es eine gute Spargelzeit werden. „Für die kommenden Tage sieht’s schon mal perfekt aus, es soll sommerlich warm werden.“ Das heißt, Ostern werden die Liebhaber das königliche Gemüse auf die Teller bekommen. „Es wird Spargel geben, wenn auch noch in knapper Menge“, sagt Strampe.

Wer sich jetzt an das recht üppige Angebot über die Ostertage im vergangenen Jahr erinnert, dem gibt Strampe mit auf den Weg, dass die Feiertage eine Woche später waren. Da lief die Ernte schon ein paar Tage länger. Zudem waren die Voraussetzungen besser, die Witterung für den Spargel günstiger: Es war insgesamt wärmer vor Ostern. Die ersten Stangen guckten daher schon rund zehn Tage früher als jetzt aus dem Boden, der Spargel war drei bis vier Wochen früher erntereif.

Einreise nur mit negativem PCR-Test

Auf die inzwischen zweite Ernte unter schwierigen Corona-Bedingungen sei er vorbereitet. „Unsere Mitarbeiter vor Ort testen wir seit einem Monat, immer zweimal in der Woche“, berichtet der Landwirt. Die ersten 20 Erntehelfer aus Polen und Rumänien seien schon da. „Sie durften nur mit einem negativen PCR-Test einreisen. Das gilt auch für die, die ihnen noch folgen.“ Gut 100 Frauen und Männer sind es, wenn die Spargelernte auf Hochtouren läuft.

Erntehelfer bleiben unter sich

Die treuen Helfer, die oft schon seit Jahren nach Neetze kommen, reisen in Kleinbussen aus ihren Heimatländern an. „Der erste Schnelltest findet bei der Ankunft statt, der zweite nach fünf Tagen.“ Zunächst bleiben die Mitarbeiter in Kleingruppen unter sich in ihren Unterkünften und bei der Arbeit. „Sie gehen die ersten zwei Wochen auch nicht einkaufen.“ Und nach dieser Zeitspanne erhalten sie beim heimischen Supermarkt praktisch eigene Öffnungszeiten: morgens ganz früh und abends ganz spät. „Dann sind kaum Kunden beim Einkauf.“

Ob sich der pandemiebedingte Mehraufwand für den Infektionsschutz auf den Preis für das weiße Stängelgemüse niederschlagen wird, das vermag Strampe noch nicht abzuschätzen. Aber er hält es durchaus für möglich. Dennoch bleibe es im Prinzip so, wie eigentlich immer bei der Spargelernte: „Am Anfang ist es teurer für den Verbraucher, doch je mehr geerntet wird, desto günstiger wird es.“ Zum Start der Spargelsaison ruft Strampe Preise aktuell von 12,90 Euro bis 16,90 Euro pro Kilogramm auf, je nach Sorte.

Von Stefan Bohlmann

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.