Anzeige
Rom bleibt bei seiner Entscheidung: Homosexuelle Paare werden in der katholischen Kirche nicht gesegnet. Dagegen regt sich in der eigenen Glaubensgemeinschaft Widerstand. (Symbolbild: AdobeStock)

Streit über Nein zur Segnung homosexueller Paare

Papst Franziskus lehnt die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare nach wie vor ab. Viele Katholiken an der Basis sehen das anders, auch in Lüneburg. Eine "Hildesheimer Erklärung" soll jetzt die Oberen zum Umdenken bewegen.

Lüneburg. Die katholische Kirche macht es sich in diesen Tagen selbst nicht leicht. Die Art und Weise, wie der Missbrauchsskandal aufgearbeitet wird – inklusive langer Zurückhaltung eines Gutachtens zum Thema – , hat zu reichlich Unmut geführt und vielerorts Kirchenaustritte in Serie zur Konsequenz gehabt. Zudem hatten Papst Franziskus und die Römische Glaubenskongregation jüngst bekräftigt, dass die katholische Kirche die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare weiterhin ablehne. Dafür gab und gibt es auch Kritik innerhalb der eigenen Glaubensgemeinschaft – unter anderem aus Lüneburg.

Unter der Überschrift „Segen für diese Welt“ haben Verbände, Institutionen und inzwischen viele Einzelpersonen aus der Region mit der „Hildesheimer Erklärung“ Stellung genommen zum Nein aus Rom. Sie alle wollen ein deutliches Zeichen setzen und einen innerkirchlichen Dialog anstoßen mit den Verantwortungsträgern im Bistum Hildesheim, zu dem auch Lüneburg gehört, und mit Bischof Heiner Wilmer. Sie rufen dazu auf, für die Segnung schwuler und lesbischer Paare einzutreten.

Homosexuelle Paare ein "Segen für diese Welt"

In der Erklärung heißt es: „Wenn homosexuelle Menschen die Kirche um den Segen für ihre Beziehung bitten, sich lieben und einen gemeinsamen Weg in Verantwortung und Treue als Teil der kirchlichen Gemeinschaft gehen wollen, darf die Kirche ihnen den Segen für ihre Beziehung nicht verweigern. Ein solcher Segen spricht zu und bekräftigt, was sie bereits sind: ein Segen für diese Welt.“ An anderer Stelle formulieren die Initiatoren: "Wir nehmen wahr, dass so Menschen Leid zugefügt...wird." Zu den Unterzeichnern gehört auch die Evangelische und Katholische Hochschulgemeinde Lüneburg.

"Ausgehend von vielen Erfahrungen mit Studenten und aus persönlicher Überzeugung haben die Katholischen Hochschulgemeinden im Bistum die Hildesheimer Erklärung angestoßen und im Dialog mit Verbänden und Institutionen auf den Weg gebracht", verdeutlicht Michael Hasenauer, Hochschulseelsorger der Leuphana. Die komplette Erklärung und weitere Informationen mit der Möglichkeit zur Unterzeichnung gibt es unter https://segenfuerdiesewelt.org im Internet.

Bistum Hildesheim lädt zu Diskussion

Zur einer Online-Diskussionsrunde über die Plattform Zoom zur Frage der Segnung homosexueller Paare in der katholischen Kirche laden zudem Martin Blankenburg, Diakon in der Lüneburger St.-Marien-Gemeinde, und Benedikt Steenberg, Offizialatsrat und Referent für Kirchenrecht in der Stabsabteilung Recht im Bistum Hildesheim, ein für Mittwoch, 21. April, von 19.30 bis 21.30 Uhr. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Hildesheim statt. Auf der Seite kklg.secretarius.de gibt es die Möglichkeit zur Anmeldung. ahe

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.