Sonntag , 4. Dezember 2022
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Schnelltests Schulen
Julia Katharina Köllner, Mutter einer Erstklässlerin, demonstriert vor der Grundschule am Weinbergsweg in Adendorf gegen die Testpflicht für Schüler (Foto: be)

Corona-Tests an Schulen laufen an

An den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen im Landkreis werden Corona-Schnelltests für Schülerinnen und Schüler verteilt. Die Lieferung läuft schleppend. Und nicht alle Eltern sind einverstanden mit den Tests.

Lüneburg. Die Testungen der Schüler an den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen haben begonnen. Gleichzeitig ging am Montag die Verteilung der Testkits weiter. Über die Ausweitung der Testpflicht auf mehr als zwei Tage in der Woche denke das niedersächsische Kultusministerium derzeit nicht nach, teilt Ministeriumssprecherin Ines Buchmann auf LZ-Anfrage mit.

Darüber hinaus weist der Landkreis Lüneburg darauf hin, dass Schüler bei positivem Ergebnis bei der Selbsttestung zu Hause bleiben und sich Eltern immer an den Hausarzt wenden müssen, um einen von den Krankenkassen bezahlten PCR-Test durchführen zu lassen. Nur wenn beim Hausarzt kein Abstrich möglich ist, helfe das Bürgertelefon unter (04131) 26 1000 weiter. Die Mitarbeiter erklärten dann das weitere Vorgehen, verdeutlicht Sprecherin Urte Modlich.

Bianca Trogisch, Sprecherin des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung in Lüneburg berichtet, dass es die meisten Schulen grundsätzlich als positiv empfinden, dass die Selbsttests nun verpflichtend sind. „Die Testung wird nur von wenigen Schülerinnen und Schülern verweigert. Vereinzelt gibt es Beschwerden von Eltern über die Testpflicht.“ Zudem würden einige Schulen von einem organisatorischen Aufwand bezüglich Testausgabe und Dokumentation berichten.

Aber: „Nicht alle Schulen hatten heute ausreichend Tests zur Verfügung. Wir gehen davon aus, dass sich dieses neue Verfahren in den nächsten Wochen einspielen wird, bitten aber auch um Verständnis, dass die Bestellung, Lieferung und Versendung so großer Mengen für alle Beteiligten eine große Herausforderung darstellt. Neues muss sich immer erst einspielen.“ Und weiter „Genauso wie bei der Lieferung von Masken und Impfstoffen sind wir auch bei den Testkits auf regelmäßige und ausreichende Lieferung der bestellten Mengen angewiesen. Mit Ausnahme der Demonstration an der Grundschule Adendorf sind uns aus dem Landkreis Lüneburg keine besonderen Vorkommnisse an Schulen bekannt.“

Dort an der Grundschule am Weinbergsweg in Adendorf formierte sich – während Testkits an Eltern und ihre Kinder ausgegeben wurden – auf der Straße vor dem Gebäude gegen die Testungen an Schulen. Julia Katharina Köllner, Mutter einer Erstklässlerin, demonstrierte mit einem Transparent, auf dem zu lesen war: „Keine Zwangstests mit Kindern.“

Sie hält die Testungen für Mädchen und Jungen unter 13 Jahren für unverhältnismäßig. In den Monaten der Pandemie habe es keinen Corona-Fall in der Adendorfer Grundschule gegeben und im Landkreis Lüneburg seien von 183 000 Einwohnern 44 an oder mit dem Virus gestorben, begründete sie. Zudem sei die Testpflicht rechtswidrig, weil sie gegen das Arbeitsschutzgesetz verstoße, sagte sie. Die Mutter betonte, dass sie die Existenz des Coronavirus und schwere Krankheitsverläufe nicht bestreite.

Auf der anderen Straßenseite hatte sich ebenfalls formiert. Auf Plakaten vor dem Schulzaun war unter anderem zu lesen „Kinderlachen statt Maskenfolter“ und „Unsere Kinder brauchen unseren Mut zum Widerstand“.

Unbeeindruckt von den Protesten gegen die Testpflicht ging an der Schule die Verteilung der Testkits weiter. Allerdings rückte ein Streifenwagen an. Die Polizisten nahmen von Demonstrierenden und einer Handvoll von Zaungästen die Personalien auf. Überdies gab es eine Anzeige wegen Beleidigung, der eine hitzige Debatte zwischen einem der Umstehenden und einem Anwohner vorausging.

Von Stefan Bohlmann

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