Sonntag , 4. Dezember 2022
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Herbert Heuer
Einige Maßnahmen zur optischen Verschönerung des Soderstorfer Friedhofs wurden bereits umgesetzt. Herbert Heuer hat tatkräftig mit angepackt. (Foto: t&w)

Soderstorfer Friedhof soll umgestaltet werden

Darf ein Ort, an dem Menschen die letzte Ruhe finden, „lebendig“ sein? Steffi Lühr und Herbert Heuer sagen: ja! Zusammen mit weiteren acht Ehrenamtlichen wollen sie dem Soderstorfer Friedhof ein neues Gesicht geben. Wie das aussehen soll? Soviel vorweg: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Soderstorf. Darf man auf dem Friedhof lachen? Steffi Lühr findet, ja. Ist es okay, an einem sonnigen Nachmittag mit der Familie über die Anlage zu spazieren – einfach, weil sie einladend aussieht? Herbert Heuer würde das begrüßen. Darf ein Ort, an dem Menschen die letzte Ruhe finden, „lebendig“ sein? Unbedingt, sind sich die beiden einig. Darum setzen sich Steffi Lühr und Herbert Heuer zusammen mit etwa acht weiteren Mitstreitern aus dem Raum Soderstorf seit einiger Zeit für einen Relaunch ihres Friedhofs ein. Mit Harken, Spaten und zahlreichen Ideen wollen sie die Anlage am Ortsrand fit für die Zukunft machen.

Zu unflexibel die Angebote, zu trist die Gestaltung

Denn: „Im Augenblick bietet der Friedhof ein sehr, sehr trauriges Bild“, findet nicht zuletzt auch Bürgermeister Roland Waltereit. „Die Soderstorfer entscheiden sich häufig nicht mehr für ihren eigenen Friedhof.“ Zu unflexibel die Angebote, zu trist die Gestaltung. Waltereit: „Da müssen wir aktiv werden.“ Erste Schritte sind bereits getan: Die Gemeinde hat 5000 Euro in die Pflege des Ehrenmals für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs investiert. Die Steine wurden inzwischen gereinigt, die Inschriften ausgebessert.

Im Herbst letzten Jahres starteten die Ehrenamtlichen um Lühr und Heuer dann einen Aufruf, um als Sichtschutz zur Straße eine Buchenhecke zu pflanzen. Die Initiatoren zählten rund 20 Helfer, die der Arbeitsgruppe bei der Maßnahme unter die Arme griffen. Und erst vor zwei Wochen folgte schließlich die zweite Pflanzaktion unter Corona-Bedingungen: Zwei Ahornbäume flankieren seitdem den Zugang zum Ehrenmal.

Auch Themengärten wären vorstellbar

Doch das soll erst der Anfang sein: Im Augenblick warten die Ehrenamtlichen auf Entwürfe einer Landschaftsplanerin, die mit der weiteren Umgestaltung des Friedhofs beauftragt ist. Berücksichtigt werden sollen dabei auch Ideen aus dem Arbeitskreis: „Wir haben uns Friedhöfe in Bardowick und der Samtgemeinde Ilmenau angesehen und uns inspirieren lassen, was sich hier alles verändern ließe“, berichtet Herbert Heuer. Vorstellbar seien zum Beispiel sogenannte „Themengärten“ – zu individuellen Themen gestaltete Areale, in denen Grabstellen angelegt werden können. Heuer nennt einige Beispiele: Heidegarten, Insektengarten, Obstgarten, Wassergarten... „Man kann so viel machen.“

Roland Waltereit nickt zustimmend: „Bis auf Seebestattungen ist hier eigentlich alles möglich. Warum sollten die Menschen nicht auch neben ihren Haustieren bestattet werden können, wenn sie das wollen?“, fragt er. „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.“ Denkbar sei zum Beispiel auch eine Bestattung im Wald. Urnen könnten dann im Wurzelwerk eines Baumes beigesetzt werden. Dabei entfällt die Grabpflege. „Das ist ein Riesenthema“, weiß Waltereit. „Viele Menschen beschäftigen sich mit der Frage: Wer kümmert sich um mein Grab?“ Als Alternative zum Bestattungswald würde der Bürgermeister gern auch einen Landschaftsgärtner für Pflegearbeiten gewinnen. Ob das klappt, steht allerdings noch in den Sternen.

Die Politik hat noch ein Wörtchen mitzureden

„Aus der Corona-Situation entstand außerdem der Wunsch nach einem Platz, auf dem eine Trauerfeier auch unter freiem Himmel stattfinden kann“, ergänzt Steffi Lühr. Sie und ihre Mitstreiter warten nun gespannt auf die Entwürfe der beauftragten Fachfirma. Als Soderstorfer Ratsfrau weiß Lühr: Da hat auch die Samtgemeinde-Politik noch ein Wörtchen mitzureden. Bis dahin hofft das Team auf weitere Anregungen aus der Bevölkerung. Wer sich mit Ideen, Wünschen oder tatkräftiger Unterstützung einbringen möchte, kann sich telefonisch unter der Nummer 04172-5257 an Steffi Lühr wenden.

Von Anna Petersen

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