Montag , 5. Dezember 2022
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Mit einem Großaufgebot hatte die Polizei nach Spuren und der Tatwaffe gesucht.. (Foto: be)
Mit einem Großaufgebot hatte die Polizei nach Spuren und der Tatwaffe gesucht.. (Foto: be)

Prozess um 19-Jährigen: Mordanklage gegen den Freund des Opfers

Rund drei Monate nach dem gewaltsamen Tod einer 19-jährigen Abiturientin auf einem Parkplatz unweit des Lüneburger Bahnhofs hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg Anklage gegen den gleichaltrigen Freund der jungen Frau erhoben. Sie wirft ihm heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen vor.

Lüneburg. Das Opfer war nach derzeitigem Erkenntnisstand am Abend des 18. Januar in seinem eigenem Auto auf einem Hinterhof erstochen worden. Der Vater fand die Getötete noch in der Nacht. Er hatte sich Sorgen gemacht, weil die junge Frau nicht von ihrem Aushilfsjob in der Innenstadt nach Hause gekommen war.

Schnell war ihr Freund unter Verdacht geraten, wenige Stunden nach der Tat wurde er festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, "dass das Tatmotiv aus der Beziehung zwischen Täter und Opfer herrührt", erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Lüneburg, Jan Christoph Hillmer.

Opfer und mutmaßlicher Täter jobbten im selben Lokal

Laut Anklage hat sich am Tatabend Folgendes abgespielt: Der 19-Jährige hat das spätere Opfer am späten Abend von der Arbeit abgeholt. Die Gymnasiastin jobbte wie der mutmaßliche Täter nebenbei in einem Lokal unweit der Schröderstraße und lieferte Essensbestellungen aus.

Die beiden gingen quer durch die Innenstadt bis zu einem Privatparkplatz am Altenbrückerdamm, der auf drei Seiten von mehrstöckigen Häusern sowie auf einer Seite vom Lösegraben abgegrenzt wird. Die junge Frau saß bereits im Auto, als der Täter mehrfach mit einem Messer auf sie eingestochen haben soll. Sie erlag ihren schweren Verletzungen.

Die Polizei kam durch Spuren am Tatort sowie die Auswertung von Handydaten auf die Spur des 19-Jährigen, der bei seinen Eltern am Kreideberg lebt. In der Wohnung seien Kleidungsstücke mit DNA-Spuren des Opfers gefunden worden, die auf einen Tatbezug schließen lassen, sagt Hillmer. Dabei soll es sich um Blut des Opfers handeln.

Herkunft der Tatwaffe noch ungeklärt

Die mutmaßliche Tatwaffe, ein Messer mit einer langen Klinge, wurde am nächsten Vormittag im hohen Gras an der Parkplatzeinfahrt gefunden. Daran befand sich noch Blut vom Opfer. Die Herkunft des Messers habe man bislang nicht ermitteln können, sagt Hillmer.

Der Verdächtige sitzt derzeit in Untersuchungshaft, er schweigt zu den Vorwürfen. Die Anklage wurde ihm zwischenzeitlich zugestellt, nunmehr muss die 2. Große Jugendkammer des Landgerichts Lüneburg über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

Von Thomas Mitzlaff

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