Klimaschutz
Der Kreis will bis 2030 klimaneutral werden. (Foto: Landkreis)

Frischer Wind für den Klimaschutz

Der Landkreis Lüneburg will bis 2030 klimaneutral werden und nimmt teil am European Energy Award (EEA). In der Teilnahme sieht Landrat Jens Böther eine große Chance.

Lüneburg. Welchen Weg in Richtung Klimaschutz schlägt der Landkreis Lüneburg ein? Wie lässt sich noch mehr CO₂ einsparen? Diese Frage bewegt ab sofort ein Team aus zehn Führungskräften der Kreisverwaltung unter der Leitung von Kreisrätin Sigrid Vossers. Denn der Landkreis Lüneburg will bis 2030 klimaneutral werden und nimmt teil am European Energy Award (EEA). Das Energieteam begrüßte IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert jetzt unter Corona-Bedingungen zur Auftaktveranstaltung im großen Saal der Industrie- und Handelskammer in Lüneburg. Organisiert hatte das Treffen der Fachdienst Kreisentwicklung, Wirtschaft und Klimaschutz mit Beraterin Kornelia Gerwien-Siegel von der BEKS Energie Effizienz GmbH, Bremen.

Verfahren soll Klimapolitik messbar machen

In der Teilnahme am EEA sieht Landrat Jens Böther eine große Chance: „Das Zertifizierungsverfahren zeigt uns, wo wir in welchen Bereichen des Klimaschutzes gut aufgestellt sind.“ Gleichzeitig setzt das EEA-Verfahren klare Ziele: „Dazu entwickeln wir Schritte und Maßnahmen, die uns ganz konkret hier im Landkreis Lüneburg weiterbringen – nur so wird Klima- und Energiepolitik messbar und nachvollziehbar.“ Will der Landkreis den Award am Ende erhalten, muss er über gesetzliche Vorgaben – etwa bei Neubauten – hinausgehen und deutlich besser als der Durchschnitt sein.

Was der Kreis – auch gemeinsam mit der Hansestadt – in punkto Klimaschutz schon erreicht hat, zeigt ein Blick zurück: 100-Prozent-Erneuerbare-Energien-Region, Klimaschutzkonzepte für Gebäude und Radverkehr, 100 Prozent Ökostrom für die kreiseigenen Gebäude, unzählige Beratungskampagnen für Haushalte, Kommunen und Unternehmen stehen auf der Liste. „Dies alles in der Ist-Analyse zusammenzutragen, ist die erste Aufgabe für das neu gegründete Energieteam“, erklärte Beraterin Gerwien-Siegel. Dabei werden die Themenbereiche Entwicklungsplanung, Raumordnung, Kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung, Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation untersucht. Mit Hilfe des EEA-Tools erfasst der Kreis systematisch alle energierelevanten Aktivitäten, kann diese bewerten und kontinuierlich überprüfen.

Erste Bewertung soll im Herbst erfolgen

Im Herbst folgen dann eine erste Punktebewertung durch die EEA-Experten und ein Energiepolitisches Arbeitsprogramm. Ziel ist es, die lokalen Potenziale zu erkennen, zu nutzen und die Akteure vor Ort einzubinden und zu vernetzen. „Wir sind auf einem guten Weg, doch die Reise ist noch nicht zu Ende – im Gegenteil: Es gibt viel zu tun“, gab Landrat Jens Böther den Führungskräften mit.

Der European Energy Award ist ein europaweites Qualitätsmanagement und Zertifizierungsverfahren. Mittlerweile nehmen mehr als 1500 Kommunen in 16 Ländern daran teil, bisher nehmen allerdings nur wenige Kommunen aus Niedersachsen das Angebot in Anspruch. Die Klimaschutzaktivitäten einer Kommune oder eines Landkreises werden erfasst und bewertet. In einem nächsten Schritt wird gemeinsam vom EEA-Berater und dem Energieteam ein Maßnahmenkatalog erstellt, das sogenannte Energiepolitische Arbeitsprogramm. Jedes Jahr findet eine interne Überprüfung durch den EEA-Berater statt, spätestens alle drei Jahre wird der Prozess durch einen externen Auditor überprüft.

Eine Kommune wird dann mit dem European Energy Award ausgezeichnet, wenn sie 50 Prozent der maximalen Punktausbeute erreicht. Bei 75 Prozent wird der European Energy Award in Gold verliehen. lz

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