Freitag , 2. Dezember 2022
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Karsten Rinck wandert mit Bollerwagen und Hündin Lotte quer durch Europa. In der Scheune der Windmühle Artlenburg übernachtete er jetzt. (Foto: stb)
Karsten Rinck wandert mit Bollerwagen und Hündin Lotte quer durch Europa. In der Scheune der Windmühle Artlenburg übernachtete er jetzt. (Foto: stb)

Mit Hund und Bollerwagen zu Fuß durch Europa

25.000 Kilometer will Karsten Rinck in fünf Jahren quer durch Europa wandern. Mit dabei sind nur ein Bollerwagen und Mischling Lotte. Nun übernachtete er in einer Scheune an der Windmühle Artlenburg. Nicht die letzte Station an der Elbe.

Artlenburg. Irgendwo zwischen Abenteuerlust, Hang zum Minimalismus, Wunsch nach Selbstfindung und Therapie liegt die Motivation von Karsten Rinck. Er ist unterwegs und erkundet Europa zu Fuß. Nur mit Bollerwagen und Mischlingshündin Lotte als Begleiterin. In aller Ruhe ohne Hast und Eile. „Ich bin neugierig und freue mich auf neue Menschen, Tiere und Landschaften, die ich kennenlerne werde“, sagt er.

Von Gibraltar ans Nordkap

Für die kommenden fünf Jahre hat er sich vorgenommen, zwischen Gibraltar im Süden des Kontinents, der spanischen Atlantikküste im Westen, dem Schwarzen Meer im Osten und dem Nordkap im hohen Norden 25.000 Kilometer zu laufen, 42 Länder zu besuchen. Als Orientierung dienen ihm die großen Radfernwege.

„Die Benutzung von Fähren erlaube ich mir als einziges Transportmittel, ansonsten laufen Lotte und ich“, erzählt der 39-Jährige jetzt bei seinem fünften Übernachtungsstopp in Artlenburg. Petra und Ralf Brügmann haben dem Wanderer die Scheune der Windmühle für eine Nacht zur Verfügung gestellt.

Start war im Alten Land

Start zu seiner Europa-Tour war am 1. Mai in Steinkirchen im Alten Land. Von seiner Heimat im Landkreis Stade machte er sich auf den Weg und erreichte am ersten Tag Nottensdorf. „So richtig weit bin ich nicht gekommen. Das waren nur 11 Kilometer“, sagt er lachend.

Grund für die nur kurze Strecke am Anfang: „Mir wollten ganz viele Leute Tschüss sagen, sodass ich kaum los gekommen bin.“ Selbst der Bürgermeister habe es sich nicht nehmen lassen, gute Wünsche mit auf den langen Fußweg zu geben.

Nachts im Heuschober

Inzwischen läuft er, hat über die Stationen Tötensen, Stelle und Drage den Landkreis Lüneburg erreicht. Unterwegs fragt er nach Übernachtungsmöglichkeiten und nächtigte schon in einem Schuppen auf einem Kartoffelbauernhof und einem Heuschober.

In einem Internet-Blog unter dem Projektnamen „Mütze on Tour“ schreibt er seine Erlebnisse in einem Tagebuch auf. Aber auch in den sozialen Netzwerken ist er zu finden. Mütze ist übrigens sein Spitzname.

Vater-Sohn-Konflikt

Dort ist auch zu lesen, warum er sich dazu entschlossen hat, den Kontinent abseits der Großstädte zu entdecken. Er möchte einen Vater-Sohn-Konflikt lösen. Auf seine Art.

Sein Bollerwagen ist ein umgebauter Fahrradanhänger, an den der Kfz-Techniker-Meister ein Zuggeschirr angebaut hat, das es ihm ermöglicht, das Gefährt hinter sich her zu ziehen. Begleiterin Lotte hat ihre eigene Hundebox auf dem Wagen.

Warmer Mantel für Lotte

Im Gepäck hat er Zelt, Schlafsack, Luftmatratze, Kleidung, technische Ausrüstung, um seinen Blog schreiben zu können. „Und natürlich alle Dinge, die Lotte benötigt wie etwa Futter und einen Napf.“ Aber auch einen wärmenden Hundemantel für kalte Nächte.

Sponsoren aus seiner Heimat leisten finanzielle Hilfe für die Reise, weitere Spenden für Nahrung und Getränke sammelt er unterwegs ein. Bei Smartphone-Nutzern. Ein QR-Code an seinem Bollerwagen leitet direkt weiter auf das elektronische Bezahlsystem Paypal. Zudem bittet er über seinen Blog um Unterstützung.

Ziel für den Sommer ist die Oberpfalz

Nach dem Stopp in Artlenburg will Karsten Rinck weiter an der Elbe entlang wandern. Seine nächsten Ziele sind Bleckede und Neu Darchau. Bis Juli möchte er dann Neumarkt in der Oberpfalz erreicht haben.

https://muetzeontour.blog/

Von Stefan Bohlmann

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