Freitag , 2. Dezember 2022
Anzeige
Der Ponton "Johann", von dem aus Christian Krause seinen Blick über die Elbe schweifen lässt, wird ab Sommer umgebaut.
Der Ponton "Johann", von dem aus Christian Krause seinen Blick über die Elbe schweifen lässt, wird ab Sommer umgebaut. (Foto: t&w)

Stellplätze mit Elbblick für Wohnmobile im Hafen Bleckede

Urlaub in Deutschland liegt im Trend. Das kommt der Stadt Bleckede zugute, die gerade ihren Hafen attraktiver gestaltet. Die Promenade wird verschönert und es werden Stellplätze für Wohnmobile direkt an der Elbe gebaut. Das ist aber noch nicht alles.

Bleckede. Wer gerne im Bleckeder Hafen flaniert, kann sich freuen. Schon ab Sommer soll die Promenade an der Elbe noch ein Stück einladender für einen maritimen Bummel werden. Sie wird neu gepflastert. Zudem erhält sie weitere Drehliegen aus Holz, die sich bereits an den Elbterrassen am Fähranleger zu Publikumsmagneten entwickelt haben.

Arbeiten haben begonnen

Momentan ist allerdings Geschick gefragt. Denn der Weg am Wasser gleicht einem Hindernislauf. Bauzäune versperren den Gehsteig, engen ein, nachdem jetzt der zweite von insgesamt drei Bauabschnitten zur Verschönerung des Hafengeländes begonnen hat.

Zum symbolischen Spatenstich trafen sich Bleckedes Bürgermeister Dennis Neumann, Christian Krause vom Bauamt der Stadt, Monika Scherf, Landesbeauftragte des Amtes für regionale Landesentwicklung, und Christian Bohm als bauausführender Unternehmer. Damit sind die Arbeiten offiziell gestartet.

Strom und Servicestation für Reisemobile

Nicht nur die Promenade gestalten die Bauarbeiter um, sie legen darüber hinaus 12 Stellplätze für Wohnmobile nahe dem Pegelhaus an. Bislang stellte die Stadt die Fläche als Parkplatz für Autos zur Verfügung. Künftig dürfen Wohnmobile dort für eine Nacht stehen.

„Wir lassen Strom für die Reisemobile legen. Die Leitungen können wir bei Hochwasser demontieren. Eine Ver- und Entsorgungsstation entsteht hinter dem Deich“, zählte Christian Krause auf. Diese kann nämlich nicht deinstalliert werden und wandert daher auf die Deichrückseite.

Mehr Flair für den Hafen Bleckede

Der Weg dorthin ist für die Camper kurz. „Sie müssen nur die Treppe auf dem Deich hoch und wieder runter. Die Station befindet sich am Schützenplatz, an der sie sich unter anderem Frischwasser holen und Abwasser entsorgen können“, sagte Krause.

Nachdem die im Frühjahr 2020 fertig gestellten Teilprojekte „Hafenplatz“ und „Buswendeschleife“ inzwischen beliebte Ausflugsziele und Plätze zum Verweilen für Bleckeder und Ausflügler gleichermaßen geworden sind, erhofft sich der Bürgermeister mit den weiteren Umbauten nun noch mehr Flair im Hafen.

Fährhaus als Restaurant und Hotelschiff

„Das harmonisiert, nirgends woanders haben wir eine so schöne Hafenmeile in der Region“, sagte Neumann. Er räumte jedoch ein, dass ihm noch zwei wichtige Projekte als Sahnehäubchen fehlten: die Wiederbelebung des Fährhauses als Restaurant und das Hotelschiff „Lady Anne“, das künftig in Bleckede dauerhaft ankern soll, geht es nach dem Wunsch der Stadt.

Zumindest beim Fährhaus gibt es derzeit Bewegung. Neumann: „Es laufen Gespräche mit einem Investor. Dieser hat auch schon Ideen, wie er das Fährhaus ertüchtigen will.“

Monika Scherf erläuterte, warum sich das Land Niedersachsen finanziell so stark bei der Umgestaltung an der Bleckeder Wasserkante beteilige. „Wir sind froh, dass wir einen zeitgemäßen Hafen entwickeln können, mit dem wir den Tourismus in der Region beflügeln können“, meinte die Landesbeauftragte.

Alte Schute als Anleger

Zumal, so ergänzte Neumann, sich das Urlaubsverhalten wegen der Corona-Pandemie verändere, Reiseziele in Deutschland attraktiver werden. „Wir liegen jetzt richtig im Trend.“

Um diesen künftig noch besser nutzen zu können, ist mit der Umgestaltung der Promenade und dem Bau der Stellplätze für Reisemobile noch nicht Schluss. Der Ponton „Johann“, ursprünglich eine Schute im Hamburger Hafen, wird ebenfalls umgebaut. „Im Sommer geht es los“, sagte Christian Krause.

Heute legen zum Beispiel der historische Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ und das Ausflugsschiff „Lüneburger Heide“ am Ponton an. Die Stadt wünscht sich, dass nach dem Umbau noch mehr Schiffe den Anleger nutzen, vielleicht sogar auch größere Flusskreuzfahrtschiffe.

Hafenumgestaltung

Das sind die Kosten

Die Gesamtkosten für die Hafenumgestaltung belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Davon trägt die Stadt Bleckede einen Eigenanteil von rund 150.000 Euro. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch Fördermittel vom Amt für regionale Landentwicklung mit 400.000 Euro, durch Kofinanzierungsmittel zur Minderung des Eigenanteils in Höhe von rund 270.000 Euro (Billigkeitsrichtlinie Passive Kofinanzierung des Landes Niedersachsen), durch Fördermittel der Metropolregion Hamburg in Höhe von 289.000 Euro sowie durch Fördermittel des Landkreises Lüneburg in Höhe von 100.000 Euro.

Von Stefan Bohlmann

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.