Mittwoch , 30. November 2022
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Verbraucherzentrale
Ein Tipp der Verbraucherzentrale: Im Zweifelsfall lässt sich am Impressum eines Online-Dienstes erkennen, ob es sich um einen Dienstleister oder die Original-Website handelt. (Symbolfoto: AdobeStock)

Online-Dienstleister: Kein Mehrwert, aber Kosten

Oft merken es die Kunden erst, wenn es zu spät ist: Nachsendeaufträge oder eine Selbstauskunft über Online-Dienstleister sind kostenpflichtige Angebote. Die gewünschte Leistung ist jedoch auch kostenlos oder deutlich günstiger zu bekommen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät daher, sich vorab gut zu informieren.

Lüneburg. Wer sich im Internet über einen Nachsendeauftrag oder eine Selbstauskunft informiert, stößt immer wieder auf Anzeigen von Online-Dienstleistern. Das Werbeversprechen: einfache und schnelle Auftragserledigung. Dabei kann leicht übersehen werden, dass es sich um kostenpflichtige Angebote handelt und die gewünschte Leistung auch kostenlos oder deutlich günstiger zu bekommen ist.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät daher, sich vorab gut zu informieren und Nachsendeauftrag, Selbstauskunft, Registerauskunft beim Kraftfahrt-Bundesamt oder Urkunden lieber direkt zu beantragen.

„Eine Selbstauskunft bei einer Auskunftei ist grundsätzlich kostenlos“, erklärt Sabine Oppen-Schröder, Beraterin der Verbraucherzentrale in Lüneburg. „Schalten sich Dienstleister dazwischen, stellen diese ihren Aufwand in Rechnung.“ Einen Mehrwert haben Kunden davon nicht – nur zusätzliche Kosten. Oft merken sie das aber erst, wenn es zu spät ist.

Ärgerlich für Betroffene

Sie kennt einen konkreten Fall: Eine Frau aus Niedersachsen wollte eine kostenfreie Datenkopie bei einer Auskunftei beantragen und stieß auf eine Anzeige im Internet: Der Dienstleister beantragte in ihrem Namen die kostenfreie Datenkopie. Erst im Nachhinein wurde ihr klar, dass der Anbieter für diesen Service 17,95 Euro verlangt. „Rechtlich ist das nicht zu beanstanden, sofern der Anbieter korrekt über Kosten und Widerrufsmöglichkeiten informiert und die Dienstleistung tatsächlich erbringt“, sagt Oppen-Schröder.

Ähnlich ist es bei kostenpflichtigen Serviceleistungen, etwa einem Nachsendeauftrag, einer Registerauskunft beim Kraftfahr-Bundesamt oder der Beantragung von Urkunden. Auch hier bitten Dienstleister zur Kasse. Ärgerlich für Betroffene: Der Widerruf ist in der Regel ausgeschlossen. „Soll die Leistung sofort erbracht werden, müssen Kunden bei der Beauftragung auf ihr Widerrufsrecht verzichten“, verdeutlicht die Lüneburger Expertin. Sie rät daher, Leistungen dieser Art besser direkt beim Anbieter zu beantragen – also etwa dem Einwohnermeldeamt, der Post oder Auskunftei. Im Zweifelsfall lässt sich am Impressum eines Online-Dienstes erkennen, ob es sich um einen Dienstleister oder die Original-Website handelt. lz

Bei Fragen hilft die Beratung der Verbraucherzentrale in Lüneburg, Schröderstraße 16, (04131) 44957 oder per Videochat unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de.

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