Camping ist offenbar angesagt in diesem Sommer - zumindest ist die Stimmung hier deutlich besser als in vielen anderen Bereichen der Touristik. (Foto: Pixabay)

Kaum Hoffnung auf gute Geschäfte

Lüneburg. Von „alarmierenden Ergebnissen“ spricht die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg in ihrer Pressemitteilung – und meint damit die Stimmungslage in der heimischen Tourismusbranche. Nach einem Winterhalbjahr, das durch Lockdowns geprägt war, erwartet die auch für die kommende Sommersaison keine Besserungen.

Dieses Bild habe die Saisonumfrage der Kammer ergeben, für die 113 Unternehmen aus Hotellerie, Gastronomie und Campingwirtschaft sowie Reisebüros und Reiseveranstalter ihre Lage in den Monaten November bis April sowie ihre Erwartungen an das laufende Sommerhalbjahr beurteilt haben.

Optimismus nur in der Campingbranche

Der Klimaindex für Hotellerie und Gastronomie brach ein von zuletzt 69 Punkten auf 24 Punkte. Rund zwei Drittel der Betriebe geben an, dass sich die Geschäftslage in der nächsten Saison voraussichtlich verschlechtern wird. Nur gut jeder fünfte Betrieb erwartet eine günstigere Geschäftslage – ein Großteil gehört der Campingbranche an. Hier erwarten rund drei Viertel der Betriebe eine günstige Entwicklung, nur 15 Prozent eine ungünstige. Das könne sich womöglich auch auf die Preise für Übernachtungen auswirken.

„Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit, um Buchungsanfragen von Kunden bearbeiten zu können“, sagt Volker Linde, Leiter des Bereichs Standort- und Politikberatung bei der IHK. „Ein erster wichtiger Schritt ist, dass der von der Landesregierung angekündigte Stufenplan nun umgesetzt wird. Allerdings besteht nach wie vor Unsicherheit, wann die nächste Lockerungsstufe in Kraft tritt. Die Tourismuswirtschaft braucht frühzeitig verlässliche Aussagen, um organisatorische Vorbereitungen zu treffen und Personal einzuplanen.“

Unsicherheit das größte Risiko

Die Unsicherheit darüber, unter welchen Rahmenbedingungen ein Neustart möglich sein wird, sehen 60 Prozent der Betriebe als größtes Risiko für die künftige Geschäftsentwicklung. Weitere Risiken sehen die Tourismusbetriebe in steigenden Energiepreisen (54 Prozent), steigenden Arbeitskosten (51 Prozent) und in dem wieder an Bedeutung gewinnenden Fachkräftemangel (47 Prozent).

Die befragten Reisebüros und Reiseveranstalter beurteilen ihre Lage durchweg als schlecht ein. Der Klimaindex brach von zuletzt 13 auf 0 Punkte ein. Nur 17 Prozent der Reisebüros und Reiseveranstalter rechnen mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung. 39 Prozent gehen davon aus, Stellen abzubauen. 15 Prozent gehen davon aus, dass es keine Rückkehr zur Normalität geben wird.

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