Ein kleiner Biber neben Kelle des Elterntieres. (Foto: Wolfgang Risters, Biosphaerium Elbtalaue)
Ein kleiner Biber neben Kelle des Elterntieres. (Foto: Wolfgang Risters, Biosphaerium Elbtalaue)

Biber-Nachwuchs in Bleckede

Große Freude im Biosphaerium Elbtalaue: Das Bleckeder Biberpärchen hat erstmals im Alter von sieben Jahren mit zwei Jungtieren Nachwuchs bekommen. 

Bleckede. Das Biberpärchen im Bleckeder Biosphaerium Elbtalaue hat erstmals im Alter von sieben Jahren mit zwei Jungtieren Nachwuchs bekommen. War es seit der Ankunft der Tiere in Bleckede im Mai 2016 immer das Biberpärchen, das Sven Schulze zu versorgen hatte, ist es seit Mitte letzter Woche eine ganze Familie, die nun die volle Aufmerksamkeit des Tierpflegers erhält.

„Späte Eltern“ würde man sagen, denn etwa mit drei Jahren werden die Tiere geschlechtsreif, berichtet das Biosphaerium in einer Pressemitteilung. Äußerlich unterscheiden sich Männchen und Weibchen nicht. Aufgrund der Körperform der Biber und der rundlichen Konturen war die Tragezeit dem Team des Biosphaeriums nicht ersichtlich. Umso größer ist nun die Freude über die neue Biberfamilie, die im nächsten Jahr noch wachsen könnte, denn eine Biberfamilie kann aus den Jungtieren des aktuellen Jahres sowie den Jungtieren des Vorjahres bestehen.

Das Bleckeder Pärchen, das nun Eltern geworden ist und zu den europäischen Bibern zählt, wurde 2016 vom Tierpark Olderdissen in Bielefeld übernommen. Genau wie die Elterntiere schlafen die aktuell etwa 20 Zentimeter großen Jungtiere tagsüber in ihrem Biberkessel, häufig noch eng an das säugende Muttertier angelehnt. Die Jungtiere werden rund drei Monate lang gesäugt, fangen aber schon wenige Wochen nach Geburt an zusätzlich feste Nahrung aufzunehmen.

Ein sehr ausgeprägtes und beeindruckendes Familien- und Sozialleben

Kessel nennt man die Schlafstätte der Biber im Inneren ihrer Burg. Dessen Zugang liegt unterhalb der Wasseroberfläche, um sich vor dem Eindringen möglicher Feinde zu schützen. Abends verlassen die Tiere dann nacheinander den Kessel und gehen im Revier auf Nahrungssuche. Die Jungtiere verbleiben die erste Zeit mit einem Elterntier im geschützten Biberbau. Dort und im Außengelände des Reviers wird sich die Familie jetzt rund zwei Jahre lang gemeinsam aufhalten. Die räumliche Nähe wird im Winter besonders wichtig, damit die Jungtiere von den Eltern gewärmt werden können und nicht zu stark auskühlen.

Im Frühjahr, also etwa ein bis drei Monate bevor das Muttertier erneut Junge bekommen könnte, werden die dann fast zweijährigen Jungtiere aus dem Revier vertrieben, indem die Elterntiere über einen längeren Zeitraum aufdringlich und unleidig werden: Der halbstarke Nachwuchs wird vom Fressplatz verscheucht, gelegentlich gezwickt und Scheinangriffen ausgesetzt. Die Bleckeder Jungtiere würden nach zwei Jahren an eine andere zoologische Einrichtung gegeben oder ausgewildert werden.

Doch zunächst freut sich das Team des Biosphaeriums auf die heranwachsenden Biberkinder, die auch die Besucher des Biosphaeriums in ihrem Biberkessel beobachten können. Biber zeigen ein sehr ausgeprägtes und beeindruckendes Familien- und Sozialleben.

Das Biosphaerium ist von April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, von November bis März mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt zwei Euro pro Person, Kinder unter sechs Jahren erhalten freien Eintritt. lz

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