Freitag , 2. Dezember 2022
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Da Schule und Samtgemeinde künftig wechselweise voraussichtlich zwei und dann wieder eine Klasse einschulen werden, soll in Bardowicks Außenstandort Horburg eine Gebäudegrundfläche von gut 2000 Quadratmetern erforderlich sein. Gegeben seien knapp 800. (Foto: t&w)

Schulstandort in Horburg in der Diskussion

Seit fünf Jahren existiert das Ganztagsangebot an der Grundschule Horburg. Das Konzept ist gut – die Voraussetzungen nicht, es fehlt an Räumen. Wo diese letztlich gebaut werden sollen, wird heiß diskutiert

Horburg. Klein heißt nicht immer rückständig. Ganz im Gegenteil. Während die anderen Grundschulen der Samtgemeinde Bardowick noch an einem inhaltlichen Konzept feilen, um dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026 zu entsprechen, existiert in Bardowicks Außenstandort Horburg seit 2016 ein teilgebundenes Angebot. Die Zwischenbilanz nach fünf Jahren ist durchweg positiv – wenn das Thema Räumlichkeiten nicht wäre.

Schule ist bereits 90 Jahre alt

An zwei Tagen pro Woche ist der Unterricht für die ersten drei Klassen im kleinen Barumer Ortsteil verpflichtend, wie Schulleiterin Birte Ramm den Mitgliedern des Schulausschusses jetzt während der jüngsten Sitzung in der Sporthalle Bardowick erklärte. Mehr Zeit für- und miteinander und dadurch mehr Gelegenheit für eine soziale, emotionale und körperliche Entwicklung seien die unumstößlichen Vorteile des Konzepts, so die Rektorin. Woran es mangelt, ist der Platz.

Die Samtgemeinde hat deshalb ein Adendorfer Architekturbüro mit der Überprüfung des Standorts beauftragt, dieses ist zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen: Das 90 Jahre alte Gebäude bietet keine Möglichkeiten einer Erweiterung, das vorhandene Grundstück in einer Größe von 3550 Quadratmetern nicht genügend Fläche.

Gebäude ist deutlich zu klein

Da Schule und Samtgemeinde künftig von einer 1,5-Zügigkeit ausgehen, also wechselweise voraussichtlich zwei und dann wieder eine Klasse einschulen werden, sei eine Gebäudegrundfläche von gut 2000 Quadratmetern erforderlich. Gegeben seien knapp 800. „Wenn man die Leitlinie für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland als Grundlage nimmt und das in Horburg angebotene Konzept berücksichtigt, schlagen wir bei einem noch höheren Bedarf von 2700 Quadratmetern auf“, so Architektin Nadine Lorenz.

Da im alten Haus keine Geschossdecken vorhanden seien, könne keine Aufstockung erfolgen, so die Fachfrau, Statik, Brandschutz, Akustik – all das sei hier ausgereizt oder nicht umsetzbar. Neben Unterrichtsräumen fehle es besonders an solchen Flächen, die für die Umsetzung eines gelungenen Ganztagskonzepts unabdingbar seien: Flächen, in denen sich gut aufeinander abgestimmt Lern- mit Erholungs-, Betreuungs- und Bewegungsphasen abwechselten. Ein zweigeschossiger Neubau an vorhandener Stelle sei die einzige Möglichkeit.

Kein alternatives Grundstück in Sicht

Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann erklärte: „Derzeit steht uns kein Alternativgrundstück zur Verfügung, weshalb wir prüfen, ob eine Möglichkeit am Standort existiert.“ Die jetzt aufgezeichnete Lösung sei machbar, bedeute allerdings eine lange Zeit des Lehrens und Lernens auf einer Baustelle. „Zudem müssen wir uns im Klaren darüber sein, dass wir hier Maßstäbe setzen: Letztlich ist dieses eine Schule mit einem Konzept, wir haben vier. Das erfordert Augenmaß.“

Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen für die Grundschule Horburg wollte der Ausschuss noch nicht treffen, dazu fehlten den Politikern die nötigen Informationen, hatte die Verwaltung in einem ersten Schritt doch zunächst lediglich die Situation am vorhandenen Standort prüfen lassen. Fraktionsintern wollen die Parteien sich nun zu weiteren Abstimmungen treffen, im August soll es eine nächste Sitzung geben.

Von Ute Lühr

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