Samstag , 3. Dezember 2022
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Nicole Troué ist die neue Leiterin der Oberschule in Bardowick. (Foto: t&w)
Nicole Troué ist die neue Leiterin der Oberschule in Bardowick. (Foto: t&w)

Das Zufalls-Comeback

Stellvertretende Schulleiterin in Bardowick war Nicole Troué bereits bis 2009, nun kehrt sie als Leiterin an ihre alte Wirkungsstätte zurück. Jetzt will sie erstmal spüren, wohin Schule und Kollegen wollen.

Bardowick. Man trifft sich immer zweimal im Leben heißt es. Und für manche hat der Zufall sogar noch mehr Begegnungen vorgesehen: Nicole Troué kennt das. Nach Ostern hat sie an der Hugo-Friedrich-Hartmann-Oberschule in Bardowick die Nachfolge von Rektorin Christiane Bewig angetreten. Vor mehr als zehn Jahren sind sich die beiden Frauen das erste Mal beruflich über den Weg gelaufen – und haben sich seitdem nie aus den Augen verloren.

Gebürtig aus Schleswig-Holstein stammend, hat die heute 48-Jährige in Kiel studiert, ihr Referendariat aber bereits in Niedersachsen absolviert: Nachdem sie dafür zwei Jahre in 29Oyten bei Bremen durch die harte Schule der Lehrerausbildung gegangen ist, nahm sie 1999 nicht nur ihre Karriere mit einer ersten festen Stelle in Marschacht, sondern damit auch ihren ersten Kontakt zu Christiane Bewig auf.

Orientierungsstufe 2004 zur Grabe getragen

Die war an der Ernst-Reinstorf-Schule derzeit Leiterin der Orientierungsstufe und fand in ihrer neuen jungen Lehrerin für Mathe, Musik und Textiles Gestalten eine kompetente rechte Hand für diese besondere Form der zweijährigen gemeinsamen Lernzeit. Christiane Bewig wechselte später die Einrichtung, wickelte dort, wie Nicole Troué hier, die Orientierungsstufe ab – wurde sie 2004 doch nach mehr als 20 Jahren wieder zu Grabe getragen.

Gelernt hat Nicole Troué in dieser intensiven Zeit viel – und viel davon konnte sie später weiter nutzen: Ideen wurden entwickelt, Projekte konzipiert, Erkenntnisse gewonnen: „Lernen läuft über Beziehungen“, sagt sie, und dafür seien feste Klassenverbände nötig. Die suchte sie auch in ihrer späteren Laufbahn. 2006 wechselte sie nach Bardowick, war damals bereits an der Hugo-Friedrich-Hartmann-Oberschule beschäftigt - als Vertreterin von Rektorin Christiane Bewig.

Aufbau der IGS Lüneburg und Wechsel nach Lingen

Dass sie diese einmal beerben sollte, stand damals noch nicht auf dem Plan: 2009 veränderte die damals 36-Jährige ihren Fokus erneut, baute die Integrierte Gesamtschule Lüneburg mit auf und wurde zu deren didaktischer Leiterin. 2015 folgte sie ihrem Lebenspartner nach Lingen, nahm eine Stelle an der dortigen IGS an – bevor die berufliche Karriere ihres Mannes sie vor eine erneute Entscheidung stellte: „Ihn zog es weiter nach Bochum. Mich nicht so sehr“, sagt sie.

Zurück in die Heimat – das war ihr Traum, der schnell wahr werden sollte: Christiane Bewig wollte sich in den Ruhestand verabschieden, die Stelle wurde ausgeschrieben. „Das war ein glücklicher Zufall“, sagt Nicole Troué, deren Schwester und Cousine in Lüneburg leben. Anfang des Jahres kehrte sie von West- nach Ostniedersachsen zurück, trat die neue Stelle an, die es nun mit Leben zu füllen gilt.

Fokus auf stärkere Berufsorientierung

Pläne hat die 48-Jährige schon viele, will die Einrichtung zurück in das Bewusstsein der Samtgemeinde rücken, sich auf eine stärkere Berufsorientierung fokussieren und die Vernetzung mit den Grundschulen suchen. „Vor alldem muss ich aber 29erst einmal ein Gefühl für die Schule bekommen, muss spüren, wohin sie will, wohin die Kollegen wollen. Das ist ein längerer Prozess.“

Eng an den Kindern und Jugendlichen möchte sie sein, sie dort abholen, wo sie stehen - dafür kommt ihr die überschaubare Systemgröße entgegen. Den direkten Kontakt nicht verlieren, das ist eine ihrer Bestrebungen, „denn das ist natürlich die bittere Pille, die man als Rektorin schlucken muss: Man ist eben nicht mehr im Kerngeschäft“, sagt sie, „ist nicht mehr in einer Klasse zuhause.“

Der Nachwuchs aber soll dieses Gefühl nicht verlieren, möchte dabei den Weg ihrer Vorgängerin fortsetzen: „Die Hugo ist eine großartige Schule“, sagt Nicole Troué, „hat sich im Bereich Fördern und Fordern etabliert, sich mit Plattdeutsch profiliert und verfügt über ein hervorragendes Selbstlernzentrum.“

Von Ute Lühr

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