Mittwoch , 30. November 2022
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Von der Lüneburger Ostumgehung auf die Bundesstraße 216 ging es nur rückwärts. (Foto: be)
Von der Lüneburger Ostumgehung auf die Bundesstraße 216 ging es nur rückwärts. (Foto: be)

Video: Zentimeterarbeit mit 80-Meter-Transporter

Drei Lastwagen haben in der Nacht auf Sonnabend riesige Rotorblätter für den Bürgerwindpark Altenmedingen angeliefert. An einigen Stellen waren aufwendige Manöver nötig. Auf die B216 ging es in Lüneburg nur rückwärts.


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Drei Lastwagen haben in der Nacht auf Sonnabend riesige Rotorblätter für den Bürgerwindpark Altenmedingen angeliefert. An einigen Stellen waren aufwendige Manöver nötig. Auf die B216 ging es in Lüneburg nur rückwärts.

Lüneburg. Um kurz vor Mitternacht ist es soweit: Eingerahmt von mehreren Begleitfahrzeugen mit viel Blinklicht rollt der erste von drei Schwertransporten auf der Ostumgehung aus Richtung Hamburg heran. Die Ladung: ein knapp 70 Meter langes Rotorblatt für eine Windkraftanlage. Das Ziel: Die Baustelle zwischen Aljarn und Eddelstorf in der Gemeinde Altenmedingen im Kreis Uelzen.

Weil der Radius der Abfahrt zur Bundesstraße 216 in Lüneburg zu klein ist für das XXL-Gespann, wartet dort die erste Herausforderung für das Transport-Team. Der Zug fährt an der eigentlichen Abfahrt vorbei, um dann rückwärts auf der Zufahrt, die von Lüneburg Richtung Soltau führt, zur B216 zu manövrieren.

Das gelingt erst im zweiten Anlauf, zunächst müssen noch weitere Verkehrsschilder und Begrenzungspfosten demontiert werden. Der Zug muss noch einmal vorziehen, aber dann geht es reibungslos rückwärts auf die Bundesstraße stadteinwärts. Es sind Profis am Werk, das ganze Manöver dauert nicht einmal 15 Minuten, dann setzt sich der Tross wieder vorwärts in Bewegung und fährt mit Tempo 80 Richtung Barendorf.

Dort war schon vor Wochen der Erdhügel auf dem Kreisel halb abgetragen worden. Über Stahlplatten kann der Transport fast geradeaus den Kreisverkehr passieren. Begleitfahrzeuge sperren die Fahrbahn routiniert für den übrigen Verkehr ab. Nach wenigen Minuten sieht man nur noch die Rücklichter des Konvois.

Die letzte Hürde vor dem Ziel ist die Abfahrt in Bavendorf Richtung Altenmedingen. Hier wird es dann noch einmal richtig eng. Die Ampelanlage war zuvor abgebaut worden. Mitarbeiter der Transportfirma dirigieren den Zug per Zuruf. Wie ein Uhrzeiger kann das lenkbare und von einem eigenen Motor angetriebene Heck des Transportes unabhängig von der Zugmaschine bewegt werden. Aber auch diese Engstelle ist unerwartet schnell durchfahren.

Mit einigem Abstand folgen in dieser Nacht noch zwei weitere Transporte. Kurz vor vier Uhr sind dann alle drei Rotorblätter auf der Baustelle angekommen. Sechs Windkrafträder werden dort in den kommenden Monaten aufgestellt, erklärt Jörn Seedorf, einer der Geschäftsführer des Bürgerwindparks Altenmedingen: "Insgesamt acht Transporte sind für jede dieser Mühlen nötig: drei für die Rotoren, drei für die Stahlröhren und jeweils einer für das Maschinenhaus und die Narbe."

In Betrieb gehen soll der Windpark voraussichtlich im August, sagt Seedorf. Der Baufortschritt ist auch vom Wetter, insbesondere vom Wind abhängig und deshalb nicht exakt planbar. Mehr über den Bürgerwindpark berichten wir in der kommenden Woche.

Von Klaus Bohlmann

Drei Lastwagen haben in der Nacht auf Sonnabend riesige Rotorblätter für den Bürgerwindpark Altenmedingen angeliefert. An einigen Stellen waren aufwendige Manöver nötig. Auf die B216 ging es in Lüneburg nur rückwärts.


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