Sie steht bald im Wasserturm: "Hera", eine der ersten Waschmaschinen der Firma Miele. Mit dem seitlichen Schwunghebel wurde über ein Getriebe das Waschkreuz im Bottich hin- und herbewegt. (Foto: Kon-Tiki)

Wasserturm fragt nach Erinnerungen ans Wäschewaschen

Wäschewaschen war früher viel, viel Arbeit. Eine neue Ausstellung im Wasserturm sucht zu diesem Thema Menschen, die sich an diese Zeiten erinnern können. Aber auch aktuelle Ideen zum Wassersparen werden gesucht. Interessierte Lüneburgerinnen und Lüneburger können so ein Teil der Ausstellung werden.

Lüneburg. Einmal Haarewaschen in der Woche. Eine volle Badewanne, in der sich die ganze Familie hintereinander gewaschen hat. Die Bettwäsche übers Brett schrubben, bis die Hände wehtun. Können Sie sich daran noch erinnern? Waschen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in unseren Breitengraden dramatisch verändert. Es ist keine wirkliche Arbeit mehr, Wasser zu jeder Zeit verfügbar.

Die vielen Vorteile, an die sich die Gesellschaft gewöhnt hat, bergen aber gleichzeitig eine Gefahr: Wasserverschwendung und Wasserknappheit. Das Thema Wasser ist in Lüneburg aktuell wie nie – und einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Frage nach Zugang zu ausreichend Wasser unsere Zukunft bestimmen wird.

Erinnerungen und Ideen von den Lüneburgerinnen und Lüneburgern

Daher nimmt sich der Wasserturm Lüneburg schon jetzt dem Thema an – und erhofft sich Erinnerungen und Ideen von den Lüneburgerinnen und Lüneburgern. Zum einen suchen die Initiatoren Menschen, die von ihren Erinnerungen ans Waschen in der Mitte des letzten Jahrhunderts erzählen. Diese Erzählungen würden aufgenommen werden und dann in der neuen Ausstellung im Wasserturm als kleine Videosequenzen für die Besucher zu sehen sein. Zum anderen fragen die Initiatoren, welche Ideen und Praktiken es bereits jetzt gibt, um im Alltag Wasser zu sparen. Auch hier sind die Lüneburgerinnen und Lüneburger gefragt.

Teil der neuen Ausstellung im Wasserturm werden

Initiator des Vorhabens ist der Trägerverein Wasserturm Lüneburg e. V., der sich seit seiner Gründung vor rund 20 Jahren für das Thema Nachhaltigkeit mit Schwerpunkt auf (Trink-)Wasser engagiert. Das aktuell in der Umsetzung befindliche neue Ausstellungskonzept umfasst verschiedene Partizipationsansätze, also die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung. Die Firma Kon-Tiki aus Heiligenthal setzt die Konzepte hierbei für den Verein um.

Gesucht werden also zweierlei Dinge, sagt Lars Wohlers von Kon-Tiki, Büro für Bildungs- und Erlebnisplanung.

1. Wassersparideen:

"Insgesamt verbrauchen wir in Deutschland im Schnitt derzeit 125 Liter Wasser pro Kopf und Tag. Und genau hier werden Sparideen gesucht – gerne auch kreative – die in der Ausstellung vorgestellt werden."

2. Wäsche waschen früher:

"Hier suchen wir nach einer Handvoll vermutlich älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die bereit wären, vor einer Kamera kurz (maximal zwei Minuten) von ihren Erfahrungen aus der Zeit vor Einführung moderner Waschmaschinen zu berichten. Diese Beiträge würden dann in der Ausstellung im Wasserturm auf einem Monitor vorgestellt werden."

Alle Teilnehmenden zu den Wassersparideen sowie die Interviewpartner für die Erinnerungen an früher werden bei Interesse in der Ausstellung persönlich genannt.

Wer Interesse hat mitzumachen, kann sich bis zum 25. Juni per Mail bei Lars Wohlers melden unter

Von Laura Treffenfeld

Die Holzwaschmaschine "Hera" von der Firma Miele

Gebaut von zirka 1902 bis 1939, ist dieser Holzbottich mit Unterantrieb das Nachfolgemodell einer der ersten Miele- Waschmaschinen mit der Bezeichnung „Hera”.

Mit dem seitlichen Schwunghebel wird über ein Getriebe das Waschkreuz im Bottich hin- und herbewegt. Die Lauge durchflutet dabei die Wäsche, und durch die Waschkreuzbewegung reibt sich die Wäsche aneinander, der Schmutz wird gelöst. Dieses System war für viele Jahrzehnte vorbildlich.

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