Dienstag , 6. Dezember 2022
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Der Streit um die drei Haltepunkte in den Lüneburger Ortsteilen Rettmer (Foto), Oedeme und Häcklingen ist voll entbrannt. (Foto: be)
Der Streit um die drei Haltepunkte in den Lüneburger Ortsteilen Rettmer (Foto), Oedeme und Häcklingen ist voll entbrannt. (Foto: be)

Aus Solidarität mit den Menschen auf dem Lande

Die neue Studie zur Reaktivierung der Bahnstrecke Lüneburg-Amelinghausen ist noch nicht einmal veröffentlicht, da ist der Streit um die drei Haltepunkte in den Lüneburger Ortsteilen Rettmer, Oedeme und Häcklingen voll entbrannt. Während örtliche Bürgermeister, Ortsvorsteher und Anwohner die drei Stopps ablehnen, hält der Landkreis sie für unerlässlich.

Lüneburg. Bei allem Verständnis für die Befürchtungen unmittelbarer Anlieger über zusätzliche Lärmbelästigungen, müsse man das Gesamtpaket sehen, erklärt die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung: „Ohne die Haltepunkte in Lüneburg würden weitere Teile der Bevölkerung keinen Zugang zu diesem Angebot erhalten“. Es gelte, das große Ganze zu sehen. Der gesamte Süden Lüneburgs mit vielen tausend Bewohnern würde von dem Angebot profitieren.

Die Bahnstrecken seien schon immer da gewesen, und die Anlieger von Straßen müssten ähnliche Belastungen hinnehmen; ganz abgesehen davon, dass im Gegensatz zum Straßenverkehr auf der Schiene moderne, klimaneutrale Züge verkehren würden, die kaum zu hören sind. Es sei nun Solidarität gefragt mit den Menschen auf dem Lande.

Neue Siedlungsachsen erschließen

Die Bahnverbindung würde neue Siedlungsachsen im Landkreis erschließen, wo Menschen mit normalem Einkommen noch ein Haus bauen könnten, ohne auf das Auto angewiesen zu sein, wenn die Arbeitsstätte etwa in Lüneburg, Hamburg oder Hannover ist, heißt es seitens der Kreisverwaltung. Auch innerhalb der Hansestadt würde eine sehr schnelle Verbindung von wenigen Minuten zum Bahnhof entstehen.

Ein wesentlicher Teil des Gesamtprojektes ist für den Landkreis der Schülerverkehr. Besonders Jungen und Mädchen, die die Schulen in Embsen und Oedeme besuchen, würden profitieren, heißt es in der Stellungnahme des Kreises. Man plane, die Bahnverbindung mit dem Bus-Bedarfsverkehr auf dem Lande zu kombinieren. „Das sind moderne integrierte Mobilitätskonzepte, denen eine Chance gegeben werden sollte“, betont Landrat Jens Böther.

Landrat erfuhr es aus der Zeitung

Er zeigt sich irritiert, dass Lüneburgs Ober- und Ortsbürgermeister sich schon positioniert haben, bevor die entsprechende Studie vorliegt. Es sei eine Zusammenarbeit mit der Hansestadt in einem neuen Mobilitätsausschuss vereinbart worden, „warum müssen wir dann von diesen Forderungen aus der Zeitung erfahren?“, kritisiert der Verwaltungschef.

Von Thomas Mitzlaff

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