Mittwoch , 30. November 2022
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Oleg und Lucy vom Luminée Theater verteilten Infomaterial über die Selbsthilfegruppen auf Stelzen in der Innenstadt. Janne (12) begleitete sie. (Foto: t&w)

Selbsthilfegruppen stellen sich vor

"Selbst der Stärkste schafft es manchmal nicht allein" – unter diesem Motto will der Paritätische Lüneburg auf die Selbsthilfegruppen und die Selbsthilfekontaktstelle aufmerksam machen. Wegen der Pandemie können sich die Gruppen nicht wie üblich an einem Selbsthilfetag in Präsenz vorstellen, ein telefonisches Angebot soll in diesem Jahr Abhilfe schaffen.

Lüneburg. Normalerweise präsentieren sich die über 90 Selbsthilfegruppen Lüneburgs alle zwei Jahre auf dem Selbsthilfetag, den der Paritätische für diesen Zweck organisiert. Doch da die Vorlaufzeit für diese Veranstaltung mindestens ein halbes Jahr beträgt und die Planung wegen der Pandemie nur schwer möglich war, entschieden sich die Mitarbeiterinnen der Selbsthilfekontaktstelle gegen ein großes Event – und für eine telefonische Sprech- und Beratungsstunde.

Ins Gedächtnis der Menschen rufen

"Wir wollen Interessierten und Betroffenen trotz der aktuellen Situation die Möglichkeit geben, die Gruppen kennenzulernen und sich zu informieren", erklärt Mandy Konsolke von der Selbsthilfekontaktstelle den Gedanken hinter den Sprechstunden. "Es ist wichtig, die Selbsthilfegruppen ins Gedächtnis der Menschen zu rufen."

Deshalb organisierte sie mit ihren Kolleginnen am vergangenen Sonnabend einen Stand An der Münze, an dem Flyer und Informationsmaterial bereitlagen, zwei Stelzenläufer verteilten die Zettel außerdem in der Innenstadt.

Betroffene sind unter sich

"Selbsthilfegruppen haben den Vorteil, dass Betroffene unter sich sind. Sie können von ihren Anliegen berichten und schauen in wissende Augen", erklärt Konsolke. Man müsse sich nicht erklären, sondern könne hilfreiche Tipps aus den Gesprächen mitnehmen. "Es hilft auch, dass die Menschen in diesen Gruppen an unterschiedlichen Punkten in der Problembewältigung stehen."

So könne man sehen, dass ein gutes Leben trotz Krankheit oder Schwierigkeiten möglich ist. "Man ist nicht einfach erschlagen von negativen Suchergebnissen, die man häufig bekommt, wenn man einfach googelt."

Rund 90 Gruppen unter einer Nummer erreichbar

Die rund 90 Gruppen wurden für die telefonische Sprechstunde in vier Oberthemen und Termine unterteilt, jeweils von 17 bis 19 Uhr kann unter der Nummer (04131) 861820 angerufen werden. Mandy Konsolke und ihre Kolleginnen leiten die Anrufer dann an die entsprechenden Gruppen weiter, dort kann man sich über die Tätigkeit und Inhalte austauschen.

"Wenn jemand nicht die richtige Gruppe für sich findet, oder die Chemie nicht stimmt, weil beispielsweise zu große Altersunterschiede zwischen den Gruppenmitgliedern bestehen, dann unterstützen wir gerne bei der Neugründung einer Selbsthilfegruppe."

Von Lilly von Consbruch

Die Termine sind wie folgt angesetzt:

Donnerstag, 24. Juni: Gruppen zu sozialen Themen, wie etwa Senioren, Trauer, Sexualität

Donnerstag, 1. Juli: Gruppen zum Thema Sucht, für Betroffene und Angehörige

Donnerstag, 8. Juli: Gruppen zu chronischen Erkrankungen und Behinderung

Donnerstag, 15. Juli: Gruppen zum Thema psychische Erkrankungen.

Weitere Informationen gibt es unter www.selbsthilfe-lueneburg.de

 

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