Donnerstag , 1. Dezember 2022
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Die VHS will ihren Beschäftigten im kommenden Jahr 1,8 Prozent mehr zahlen, das reicht verdi aber nicht. (Foto: t&w)

Einigung im VHS-Tarifstreit weiterhin nicht in Sicht

Lüneburg. Die vierte Verhandlungsrunde in den laufenden Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Geschäftsführung der Lüneburger Volkshochschule endete ergebnislos. Ein Angebot der VHS lehnte die Gegenseite ab. „Das ist bitter für alle Beschäftigten, die schon lange auf ein faires Gehaltssystem auf dem Niveau des öffentlichen Dienstes warten“, sagt Verdi-Verhandlungsführer Dr. Frank Ahrens.

Christiane Finner, Geschäftsführerin der VHS und Verhandlungsführerin der Arbeitgeberin, macht deutlich: „Die Geschäftsführung hat den Beschäftigten eine Entgelterhöhung in Höhe von 1,8 Prozent ab 1. April 2022 angeboten. Zum 1. April 2021 sind die Gehälter schon um 1,4 Prozent erhöht worden – genau wie für die deutschlandweit 3,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst.“

Zweite Frist bis 2. Juli

Ahrens sagt dazu: „Anstatt uns eine Gehaltstabelle vorzulegen, die die Tätigkeiten bewertet, wird die Geschäftsführung mit dieser pauschalen Gehaltssteigerung die Ungerechtigkeiten zwischen den Beschäftigten weiter zementieren.“ Die zum Teil erheblichen Differenzen zum Tarifvertrag im öffentlichen Dienst in Höhe von mehreren hundert Euro würden damit in keiner Weise reduziert.

Verdi habe der Geschäftsführung der VHS nun eine zweite Frist bis zum 2. Juli eingeräumt, um ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Nur dann können die Gespräche aus Sicht der Beschäftigten am 19. Juli fortgesetzt werden.

800.000 Euro Mehrkosten "nicht leistbar"

Christiane Finner verweist darauf, dass die VHS in der letzten Runde einen Manteltarifvertrag mit Urlaubsregelungen, Arbeitszeiten und Altersversorgung vorgelegt habe. Außerdem wurden Funktionsbeschreibungen erstellt, die eine wichtige Grundlage für die weiteren Verhandlungen bilden.

„Wir erwarten nun von den Verhandlungsführern von Verdi, dass sie deutlich benennen, wie sie zum Manteltarifvertrag und den Funktionsbeschreibungen stehen. Nur so kommen wir weiter. Klar ist für uns: Die geforderte Größenordnung von 800.000 Euro pro Jahr Mehrkosten im Personalbereich ist nicht leistbar.“ lz

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