Samstag , 3. Dezember 2022
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In einer Sommerschule in Bardowick soll Schülern geholfen werden, ihre Lernrückstände aufzuarbeiten, die in der Corona-Pandemie entstanden sind. (Foto: Adobe Stock)
In einer Sommerschule in Bardowick soll Schülern geholfen werden, ihre Lernrückstände aufzuarbeiten, die in der Corona-Pandemie entstanden sind. (Foto: Adobe Stock)

Sommerschule gegen Lernrückstände

Der Ausfall des Präsenzunterrichts und das Homeschooling haben bei vielen Kindern Lernrückstände verursacht. In einer Sommerschule in Bardowick, die das Team von „Lydias Haus“ organisiert, wollen Ehrenamtliche diese durch die Pandemie verursachten Defizite mindern.

Bardowick. Eine Milliarde Euro stellt der Bund für Nachhilfe- und Bildungsangebote zur Verfügung, um entstandene Lernrückstände bei Schülerinnen und Schülern während der Corona-Pandemie gezielt aufzuarbeiten. Eine gute Idee, um vor Ort etwas auf die Beine stellen zu können, findet Konrad Kemmler vom Mehrgenerationen-Projekt und Haus der Begegnung mit eigenem Seconhandladen, „Lydias Haus“ in Bardowick. „Wir betreuen seit vielen Jahren wöchentlich Schülerinnen und Schüler der örtlichen Schulen bei ihren Hausaufgaben, insbesondere der Grundschule Bardowick“, berichtet er.

Familienbildungsstätte hilft finanziell

Teilnehmer seien vor allem Migrantenkinder. Sie und Kinder aus sozial schwachen Familien seien es, die wegen der Pandemie jetzt mit die größten Schwierigkeiten in der Schule haben. Da biete es sich an, mit einer Sommerschule die Lernlücken der Schüler zu schließen, die der Ausfall des Präsenzunterrichts und das Homeschooling verursacht haben.

Dass die Sommerschule aber überhaupt stattfinden kann, verdankt das Team von „Lydias Haus“ der evangelischen Familienbildungsstätte in Lüneburg, die das Projekt finanziell maßgeblich mit rund 2000 Euro unterstützt. Denn nachdem Konrad Kemmler von dem Bundesprogramm gehört hatte, recherchierte er und stellte fest, dass die Fördermittel noch nicht fließen. Matthias Skorning, Leiter der Familienbildungsstätte, war jedoch sofort von der Idee der Sommerschule begeistert und sagte die Unterstützung zu, nachdem er bei ihm angefragt hatte als Alternative zu einer Förderung durch den Bund.

Schwächen in den Fächern Deutsch und Mathe

„Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler in den Fächern Deutsch und Mathematik auf das neue Schuljahr in der nächsten Klasse gezielt vorzubereiten“, sagt Kemmler. Acht Ehrenamtliche, vom pensionierten Lehrer bis zum Abiturienten, arbeiten mit 12 bis 14 Kindern fachliche und sprachliche Unsicherheiten auf, fördern Freude am Lernen, verbessern Lernfähigkeit und Motivation. Sie arbeiten in kleinen Gruppen, damit sie die bestmögliche individuelle Förderung der Mädchen und Jungen leisten können.

„Aber es soll nicht nur ums Lernen gehen. Eine Stunde soll jeweils Sport und Spiel oder dem gemeinsamen Basteln gewidmet sein.“ Altersgerecht und spielerisch würden Teamarbeit, soziale Kompetenzen und Kreativität gefördert, wobei Lerninhalte gleich in praktische Anwendung gingen, ergänzt er. „Wir stehen in engem Kontakt mit den Lehrern der Grundschulen, an denen die Kinder unterrichtet werden.“ Anmeldungen kommen zurzeit aus Bardowick und Vögelsen.

"Ein gutes Projekt"

Matthias Skorning sagt, die Familienbildungsstätte habe die Möglichkeit, der Sommerschule zu helfen, weil die Landeskirche ihr Mittel für Programme mit Geflüchteten zur Verfügung stelle. Ein gutes Projekt, sagt er. Die Politik fordere schließlich, Lernrückstände aufzuholen. „Genau da setzt ,Lydias Haus’ an. In der Freizeit und ehrenamtlich“, lobt er das Engagement.

Die Sommerschule passe daher prima in die Zielsetzung der Familienbildungsstätte. „Wir unterstützen, was eine kinder- und familienfreundliche Umgebung schafft.“ Und da seien Vorhaben wie die Sommerschule gegenwärtig besonders wichtig.

Denn: „Lüneburg ist Zuzugsregion. Viele Familien sind während der Coronazeit mitten in den Lockdown hinein zu uns gezogen. Eltern und Kinder haben in dieser Zeit keine Kontakte knüpfen können, weil Schule, Hobby und Freizeit kaum oder gar nicht stattgefunden haben“, erklärt Skorning.

Zur Sache

Start ist am 26. Juli

Die Sommerschule findet während der Sommerferien in den Räumen des kirchlichen Gemeindehauses in Bardowick statt. Beginn ist am Montag, 26. Juli. Noch sind einige Plätze frei. Auch weitere Ehrenamtliche, die den Kindern helfen möchten, ihre Lernlücken zu schließen, sind jederzeit willkommen.

Vorgesehen ist der Unterricht jeweils montags und mittwochs von 9 bis 12.30 Uhr. Kurs 1: ab Montag, 26. Juli, bis Montag, 9. August; Kurs 2: ab Mittwoch, 11. August, bis Mittwoch, 25. August. Zur Deckung der Kosten wird ein Beitrag in Höhe von 15 Euro für jeden Kurs erhoben. Anmeldeformulare sind in der Grundschule Bardowick und bei Claudia Kenter von „Lydias Haus“, Telefon: (04133) 6099 zu erhalten.

Von Stefan Bohlmann

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