Samstag , 3. Dezember 2022
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Rektorin Marion Borderieux (v. l.), Schülerin Jonna und Ingrid Hampel-Derrey probieren die neue digitale Tafel aus, die Mathias Dorn, Fachbereichsleiter für Inneres und Ordnung bei der Samtgemeinde Dahlenburg, übergeben hat. (Foto: t&w)
Rektorin Marion Borderieux (v. l.), Schülerin Jonna und Ingrid Hampel-Derrey probieren die neue digitale Tafel aus, die Mathias Dorn, Fachbereichsleiter für Inneres und Ordnung bei der Samtgemeinde Dahlenburg, übergeben hat. (Foto: t&w)

Die Kreide hat endgültig ausgedient

Einige Schulen in Stadt und Landkreis Lüneburg haben die klassischen Kreidetafeln inzwischen durch moderne Nachfolgemodelle ersetzt. Auch die Fürstenwall-Schule in Dahlenburg. Sie ist ein Beispiel dafür, wie der Digitalpakt zügig umgesetzt werden kann. Dem ZDF war das sogar einen Besuch wert.

Dahlenburg. Die Wege auf dem Land sind kurz. Zumindest in Sachen Kommunikation. Deshalb nimmt das, was sich in größeren Kommunen mitunter im Dschungel der Bürokratie verliert, hier viel schneller Gestalt an – auch im Bereich der Bildung: Am gestrigen Montag wurde an der Fürstenwall-Schule in Dahlenburg die letzte grüne Tafel abgebaut und durch ein modernes Präsentationssystem ersetzt, alle zwölf Klassenzimmer plus Musik- und Computerraum sind nun auf dem neuesten Stand der Technik. Dieses positive Beispiel zum Thema Digitalpakt war auch dem ZDF einen Besuch wert.

Im Vorfeld hatte der Kreiselternrat eine E-Mail verschickt, suchte für den öffentlichen Sender Einrichtungen, die sich für eine Reportage zur Verfügung stellen wollten. Marion Borderieux ließ sich nicht lange bitten. „Wir arbeiten hier sehr eng und konstruktiv mit der Samtgemeindeverwaltung zusammen, sind deshalb auf einem sehr guten Weg. Das liegt aber auch an unserer besonderen Stellung“, erklärt die Rektorin. Die Fürstenwall-Grundschule ist die einzige Lehranstalt in Trägerschaft der Kommune. Das hat Vorteile.

76.000 Euro von Bund und Land

Schon vor drei Jahren hatten Fachleute die Einrichtungen bezüglich der EDV unter die Lupe genommen, denn eine moderate Modernisierung stand ohnehin auf dem Programm. Mathias Dorn, Dahlenburgs Fachbereichsleiter für Inneres und Ordnung, sagt: „Der Digitalpakt spielte uns da natürlich in die Karten.“ Und das gilt auch für den Zufall: „Wir mussten ohnehin verschiedene Baumaßnahmen an der Schule vornehmen, da unter anderem neue Brandalarmierungsanlagen installiert werden sollten. Da haben wir die Voraussetzungen für das lokale Netzwerk auch gleich geschaffen.“

Bezahlt wurden die WLAN-Maßnahmen aus den Mitteln von Bund und Land, insgesamt rund 76.000 Euro flossen auch dafür in die kleine Verwaltungseinheit im Osten des Landkreises. Vom Restbetrag wurden Präsentationsmedien gekauft. Bereits 2019 hatten sich Schul- und Fachbereichsleiter deshalb zusammengesetzt und in enger Kooperation ein Medienbildungskonzept geschrieben. Das Ergebnis war ein modernes Tafelsystem.

Schulung für die Lehrkräfte geplant

Für Marion Borderieux hat das einen großen Vorteil: „Diese Medien lassen sich zum einen wie herkömmliche Tafeln verwenden, allerdings mit Stift statt Kreide. Zum anderen haben sie aber einen integrierten Computer, Inhalte können also digital aufbereitet werden, Arbeitsblätter lassen sich gemeinsam vergleichen, und auch die Kinder können Arbeiten gegenseitig präsentieren.“ Denn zusätzlich zu den Mitteln aus dem Digitalpakt hat die Schule noch einen Klassensatz Endgeräte anschaffen können – dank 12.000 Euro aus dem Schüler-Sofortausstattungsprogramm.

Die herkömmliche Vermittlung der Kompetenzen wird die ganze Technik am Ende aber nicht ersetzen: „Wir werden auch künftig primär mit Stift und Papier arbeiten“, sagt die Rektorin, „denn allein schon die Feinmotorik lässt sich nicht anders erlernen.“ Dennoch müsse moderne Kommunikation auch in das Klassenzimmer Einzug halten. Und das stellt auch die Lehrkräfte vor neue Herausforderungen.

„Wir haben ein altersmäßig sehr durchmischtes Kollegium“, sagt Marion Borderieux, „da tut sich nicht jeder leicht.“ Im Juli soll es deshalb eine Fortbildung für die Lehrer geben. Ansonsten ist die Schulleitung pragmatisch: „Da muss jeder auch für sich ausprobieren, was er damit machen kann. Das geht nach dem Prinzip ‚learning by doing‘.“

Der Bericht des Fernsehteams sollte zunächst heute um 18.30 Uhr bei 3sat in der Sendung „nano“ zu sehen sein, wurde wegen des EM-Achtelfinalspiels der Fußball-Nationalmanmnschaft aber noch einmal geschoben. Der neue Termin steht noch nicht fest.

Von Ute Lühr

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