Mittwoch , 22. September 2021
Als Folge des Lockdowns haben Einrichtungen wie der Kinderschutzbund und die Jugendämter deutlich mehr Nachfragen nach Hilfe erhalten. (Foto: Adobe Stock)
Als Folge des Lockdowns haben Einrichtungen wie der Kinderschutzbund und die Jugendämter deutlich mehr Nachfragen nach Hilfe erhalten. (Foto: Adobe Stock)

Gemeinsam für das Wohl der Kinder

Die eigene Familie ist während der Corona-Pandemie für mehr Kinder und Jugendliche zur Gefahr geworden. Die Polizei Lüneburg und die Jugendämter von Stadt und Landkreis vertiefen ihre Zusammenarbeit in diesem Bereich weiter.

Lüneburg. Gerade Kinder und Jugendliche haben massiv unter den Folgen des Lockdowns und der Corona-Pandemie gelitten. Das lässt sich unter anderem auch daran erkennen, dass Einrichtungen wie der Kinderschutzbund und auch die Jugendämter deutlich mehr Nachfragen nach Hilfe erhalten.

Bereits seit mehr als einem Jahrzehnt agieren die Polizeiinspektion Lüneburg und die Jugendämter von Stadt und Landkreis Lüneburg bei Verdacht einer Kindeswohlgefährdung gemeinsam. Nun wurde diese verbindliche Zusammenarbeit mit einer aktualisierten Kooperationsvereinbarung der drei Institutionen erneuert.

Mit Kindeswohl wird ein Rechtsgut aus dem deutschen Familienrecht und aus der EU-Grundrechtscharta bezeichnet, das das gesamte Wohlergehen eines Kindes oder Jugendlichen sowie seine gesunde Entwicklung umfasst. Besonders relevant ist die Bewertung des Kindeswohls bei Verfahren, in denen die elterliche Sorge oder das Umgangsrecht strittig sind. In Deutschland – wie in den meisten europäischen Ländern auch – darf der Staat aber nur in begründeten Ausnahmefällen in das Erziehungsrecht der Eltern eingreifen.

Die Gefährdung des Kindeswohls dient der Rechtsprechung als Maßstab für einen Eingriff in das Erziehungsrecht der Sorgeberechtigten. Im Kern geht es um die erhebliche seelische oder körperliche Gefährdung eines Kindes oder Jugendlichen, sei es durch die Vernachlässigung des Minderjährigen oder durch das schädliche Verhalten der Sorgeberechtigten oder Dritter gegenüber dem Minderjährigen.

Neben der einzelfallbezogenen Zusammenarbeit tauschen sich Polizei und Jugendhilfe im Rahmen gemeinsamer Dienstbesprechungen aus, um die jeweiligen Arbeitsweisen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Dieser Austausch ist auch wieder Teil der neuen Kooperationsvereinbarung. lz

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