Sonntag , 4. Dezember 2022
Anzeige
„Von der besonderen Atmosphäre ist nur noch wenig zu spüren. Der Glockenhof ist abhängt“, sagt Stadtbaurätin Heike Gundermann. (Foto t&w)
„Von der besonderen Atmosphäre ist nur noch wenig zu spüren. Der Glockenhof ist abhängt“, sagt Stadtbaurätin Heike Gundermann. (Foto t&w)

Lüneburger Glockenhof: Zurück zur Idylle

Der Glockenhof soll als eine Oase in der Lüneburger Innenstadt wieder belebt werden: Barrierefrei, mit mehr Licht und Wasser - zur Entspannung und mit Kultur.

Lüneburg. Er gehörte zu Lüneburgs erstem Sanierungsgebiet. C&A siedelte sich an, die Große Bäckerstraße platzte aus allen Nähten und sollte sich in die Nebenstraßen öffnen. Mehr Einkaufsmöglichkeiten waren angesagt, als 1973 der Glockenhof in der Form gestaltet wurde, die heute immer noch sichtbar ist. Lange ist es her.

Die Zeiten haben sich geändert. „Er war ein idyllischer Innenhof, doch das ist er heute nicht mehr“, erinnerte Stadtbaurätin Heike Gundermann jetzt im Kulturausschuss an vergangene Zeiten und blickte auf mögliche neue. „Von der besonderen Atmosphäre ist nur noch wenig zu spüren. Der Glockenhof ist abhängt“, konstatierte die Stadtbaurätin.

Neugestaltung ist mit Fördermitteln der EU möglich

Die Stadtplanung im Rathaus will das jetzt ändern – mit Hilfe des „Sofortprogramms Perspektive Innenstadt“, das die Landesregierung mit EU-Mitteln aufgelegt hat. Eine erste Skizze präsentierte Gundermann am Dienstag der Stadtpolitik.

„Der Platz zieht mehr die Menschen an, die das Dunkle bevorzugen“, drückte Gundermann es aus. Doch sie sieht „eine Menge Potenzial, wie wir das ändern können“. Barrierefrei soll der Platz künftig auch von der Großen Bäckerstraße aus erreichbar sein. Das Gebüsch am Treppenaufgang soll dafür weichen. Ein ebenerdiges Wasserspiel wie auf dem Sande soll in der Nähe der Luna-Säule, die ihren Platz behalten wird, den neuen Mittelpunkt bilden. Dazu soll es einige moderne Sitz-Pflanzkombinationen geben und eine kleine Bühne vor dem an das Glockenhaus angebauten Schuppen für Freiluftveranstaltungen.

Einheit mit dem neuen Leben im Alten Zollhaus

„Es sind erste Überlegungen“, unterstrich die Stadtbaurätin. Der Platz könne so eine Einheit mit dem neuen Leben im restaurierten Alten Zollhaus bilden. Dort hat die Sparkassenstiftung mit Mitteln des Lübecker Mäzens Uwe Lüders ein Café errichtet, das innen auch eine Galerie und eine Kleinkunst-Bühne (LZ berichtete) beherbergt. „Eine wunderbare Kultureinrichtung“, schwärmte Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) im Ausschuss.

In der nächsten Woche soll der Verwaltungsausschuss des Stadtrates entscheiden, ob das Projekt für das Förderprogramm eingereicht wird. Die Stadt bekäme dann eine 90-prozentige Förderung. Insgesamt kann Lüneburg bis zu 1,5 Millionen Euro aus dem Topf bekommen. Die Fristen sind kurz. Im September soll aus der Landeshauptstadt eine Entscheidung vorliegen, ob eine Förderung möglich ist. Gundermann: „Dann können wir das Projekt durchplanen und 2022 umsetzen.“

Von Marc Rath

 

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.