Dienstag , 6. Dezember 2022
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Plattdeutscher Lesewettbewerb
Plattdeutscher Lesewettbewerb: Gewinnerin Johanne (9, M.) und Gewinner Lasse (11, r.), dahinter v.l. Lehrerin Urte Gehrckens-Gärtner, Teilnehmer Simon (11), Inga Seba-Eichert vom Lüneburgischen Landschaftsverband, Teilnehmer Marvin (12), Plattdeutsch-Beraterin Wiebke Erdmann, Frank Schulz von der Sparkasse Lüneburg und Plattdeutsch-Koordinatorin Margaretha Stumpenhusen. (Foto: privat)

Lüneburger beim Plattdeutschen Lesewettbewerb ausgezeichnet

Insgesamt 250 Schülerinnen und Schüler hatten sich am diesjährigen Plattdeutschen Lesewettbewerb beworben, 32 wurden ausgezeichnet, darunter zwei Lüneburger. Was Hühner damit zu tun haben, lesen Sie hier.

Lüneburg. Beim Fußball wäre es ein Heimspiel – aber auch da muss man den Vorteil in Erfolg ummünzen. Lasse Tews hat seine Chance genutzt: Als einer von insgesamt 32 jungen Menschen ist der Zwölfjährige jetzt für seinen „hervorragenden Beitrag“ beim Landesentscheid des Plattdeutschen Lesewettbewerbs ausgezeichnet worden, hat mit seinem Können die Jury in Hannover überzeugt. Den besten Lehrmeister hatte er in der eigenen Familie: Kein anderer Name ist in der Region Lüneburg mit der niederdeutschen Sprache enger verbunden als der seines Großvaters Günther Wagener.

Insgesamt 250 Schülerinnen und Schüler von 137 Schulen aus ganz Niedersachsen hatten sich der Herausforderung gestellt und sich mit einem fünfminütigen Vortrag beworben – digital und direkt, da alle Entscheidungen auf Kreis- und Bezirksebene ebenso der Pandemie zum Opfer gefallen waren wie das persönliche Vorlesen in den Klassen und auf weiterführenden Veranstaltungen. Lasse fand das gar nicht schlecht: „Wenn ich nicht alle Blicke auf mir spüre, bin ich doch etwas entspannter.“

Werk digital vorgetragen

Das kann er nun auch sein: Letztlich hat er nicht nur als einer von lediglich vier Teilnehmern die Auszeichnung in den Lüneburgischen Landschaftsverband zwischen Gifhorn und Harburg geholt, er hat für seine hervorragende Leistung auch 50 Euro bekommen. Weitere 150 Euro gehen an den Förderverein der Integrierten Gesamtschule Lüneburg, die er seit einem Jahr besucht – Geld, über das sich auch Johanne Pope und die Hermann-Löns-Grundschule freuen dürfen: Die Drittklässlerin ist für ihren Beitrag ebenfalls ausgezeichnet worden.

Mit viel Vergnügen hatte sie ihr Werk digital vorgetragen, ist über die Auszeichnung glücklich: „Mit einem Teil des Geldes werde ich Spielzeug für unsere Hühner kaufen“, sagt sie, den Rest investiert sie wohl in Lego. Wie Lasse hat auch Johanne einen Opa, der Niederdeutsch spricht – mit Urte Gehrckens-Gärtner aber auch eine Lehrerin, die sich seit Jahren für den Erhalt der Sprache einsetzt. „Ich hatte bereits vor den Osterferien die Kinder angesprochen und für den Wettbewerb geworben“, erzählt sie, „neun haben letztlich mitgemacht.“

Ehrenamtliche sprangen als Trainer ein

Da aber die Plattdeutsch-AG seit mehr als einem Jahr nicht stattfinden durfte, sprangen Ehrenamtliche ein, um die jungen Teilnehmer zu coachen: „Da hatten wir mit Klaus Stehr und Karl-Heinz Leefmann wirklich kompetente, geduldige und engagierte Helfer“, sagt die Pädagogin. Die hatten ihren Schützlingen nicht nur Aussprache, Rhetorik und Sicherheit vermittelt, sondern unterschwellig auch ihre Liebe für das Plattdeutsche kommuniziert. Und das kam an. Mit Viertklässler Simon Braun hatte die Einrichtung im Grimm einen weiteren aussichtsreichen Kandidaten ins Rennen geschickt, er erhielt für seinen Einsatz letztlich zwar keinen Geld-, dafür aber einen Sachpreis der Sparkassenstiftung.

Über den durfte sich auch Marvin Gronau von der Hugo-Friedrich-Hartmann Oberschule in Bardowick freuen. „Geiht nich, givt nich“, steht auf seiner nun neuen Brotdose – ein Spruch, der ihn jetzt täglich begleiten wird. In zwei Jahren kann der Zwölfjährige ihn bestätigen, wenn er denn will: Dann wird es eine neue Auflage des Plattdeutschen Lesewettbewerbs, der durch die niedersächsischen Sparkassen, die Landschaftsverbände und die Niedersächsische Sparkassenstiftung unterstützt wird, geben. Inga Seba-Eichert, Referentin für Niederdeutsch im Lüneburgischen Verband, ist optimistisch: „Dann in Präsenz.“

Von Ute Lühr

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