So darf es nicht sein: Die unzulässige Mistlagerung lässt den Baum absterben und gefährdet das Grundwasser. (Foto: Landkreis Lüneburg)

Kontrollen zum Schutz des Wassers

Lüneburg. Gülle, Mist und Silage gehören zu fast jedem Bauernhof und müssen dort auch richtig gelagert werden. Der Großteil der Landwirte im Landkreis Lüneburg hält sich daran, doch in manchen Fällen muss nachgebessert werden. Das zeigen Kontrollen des Fachdienstes Umwelt in Bezug auf wassergefährdende Stoffe.

„Seit Mitte 2020 prüft zusätzlich eingesetztes Personal landwirtschaftliche Betriebe, allein in diesem Jahr sind insgesamt knapp 20 Begehungen vorgesehen“, erläutert Michael Loch vom Fachdienst Umwelt. Ziel der Kontrollen ist es, Oberflächengewässer, Grundwasser und den Boden zu schützen.

Am häufigsten Mängel bei Jauche-, Gülle- oder Silageanlagen

Mal sind es löchrige Mauern, mal undichte Abdichtfolien, und mal gibt es gar keine Lagerstellen: Wenn die Kontrolleure im Landkreis unterwegs sind, schauen sie sich viele Stellen auf den Höfen genauer an. Dazu gehören Güllesilos, Lagerstätten von Betriebsstoffen und Pflanzenschutzmitteln oder Eigenverbrauchstankstellen.

Grundlage dafür sind rechtliche und fachliche Vorgaben. „Bei unseren Kontrollen stellen wir am häufigsten Mängel bei Jauche-, Gülle- oder Silageanlagen fest“, so Michael Loch. „Es kam aber auch mehrfach vor, dass verunreinigtes Wasser direkt in Gräben, Bäche oder ins Grundwasser eingeleitet wurde, weil die Oberflächenentwässerung mangelhaft war – und das meist ohne böse Absicht.“

Eine Einleitung lässt einen Bach über viele Kilometer biologisch tot werden

Welche Folgen das für die Umwelt haben kann, erläutert er anhand eines konkreten Beispiels: „Auf einem Hof haben wir vor einiger Zeit eine Direkteinleitung von Silagesickersaft in einen Graben entdeckt, wodurch erheblicher ökologischer Schaden entstanden ist. Dem Gewässer wurde der Sauerstoff entzogen, der Graben und der daran anschließende Bach waren über viele Kilometer biologisch tot.“

Stellt der Landkreis Mängel fest, muss der betreffende Landwirt nachbessern. Außerdem droht ihm ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 Euro, Rückzahlungen von Agrarsubventionen oder in besonders schweren Fällen sogar eine Strafverfolgung. „Solche Schritte müssen wir zwar immer mal wieder einleiten“, sagt der Verwaltungsmitarbeiter, „glücklicherweise aber ist das eher die Ausnahme.“

Etwa 20 Kontrollen pro Jahr

„Wir freuen uns, dass die Verwaltung nunmehr systematische Kontrollen durchführt“, lobt Michael Gaus, Vorsitzender des Umweltausschusses bei den Grünen, die Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Die knapp 300 landwirtschaftlichen Betriebe im Landkreis würden von zwei Mitarbeitern der Verwaltung kontrolliert – pro Jahr würden etwa 20 unter die Lupe genommen werden.

„Das klingt nur vordergründig nach wenig Kontrollen“, so Michael Gaus. „Zwar wird ein Betrieb im Schnitt nur alle 15 Jahre auf diese Gefahren kontrolliert. Tatsächlich dürfte der Effekt allerdings größer sein, weil sich die Kontrollen herumsprechen, einige Betriebe ihre Anlagen vor der kommenden Kontrolle auf Stand bringen werden. Viele Betriebe werden auch ordentlich arbeiten.“

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.