Die Grundschule am Weinbergsweg von oben: Das Gebäude ist in die Jahre gekommen. Die Gemeinde plant nun einen Neubau an anderer Stelle. (Foto: be)

Eine Grundschule für alle Kinder in Adendorf

Fast alle Ratsmitglieder sind sich einig, dass die Grundschulstandorte Weinbergsweg und Dorfstraße keine Zukunft haben. Wo die neue Schule entstehen kann, ist aber offen. Ein Umbau der Grundschule am Weinbergsweg scheidet für die Mehrheit aus mehreren Gründen aus.


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Fast alle Ratsmitglieder sind sich einig, dass die Grundschulstandorte Weinbergsweg und Dorfstraße keine Zukunft haben. Wo die neue Schule entstehen kann, ist aber offen. Ein Umbau der Grundschule am Weinbergsweg scheidet für die Mehrheit aus mehreren Gründen aus.

Adendorf. Das Vorhaben, in der Gemeinde Adendorf die Grundschulstandorte Weinbergsweg und Dorfstraße mittelfristig zu schließen und die Erst- bis Viertklässler künftig in einem gemeinsamen, neu gebauten Schulgebäude zu unterrichten, ist einen weiteren Schritt vorangekommen. Der Schulausschuss und der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats hatten das Mammutprojekt mit einem Kostenvolumen von rund 25 Millionen Euro bereits einmütig empfohlen. In seiner jüngsten Sitzung im Sitzungssaal des Rathauses sprach sich auch der Rat bei einer Gegenstimme dafür aus.

Der Beschluss: "Der Rat beschließt, den Neubau der Grundschule weiter zu planen. Ein Umbau am Standort Weinbergsweg wird verworfen." Der im Sommer vergangenen Jahres mit der entsprechenden Untersuchung beauftragte Architekt Ralf Pohlmann aus dem Wendland hatte errechnet, dass ein Umbau der Schule am Weinbergsweg und ein kompletter Neubau an einem neuen Standort die Gemeinde etwa gleich teuer kommen werden.

Zukunftssichere Schule als großes Ziel

Überlegungen, die zwei Adendorfer Grundschulstandorte zusammenzulegen, gibt es schon lange. 2017 wurde die Gemeindeverwaltung dann vom Rat beauftragt, einen Schulentwicklungsplan zu erstellen. An den ersten Planungen, „Phase 0“ genannt, waren dann alle beteiligt, die mit der Schule zu tun haben: Schulleitung, Lehrer, Politik und Verwaltung, Eltern und Schulkinder, dazu ein unabhängiger „Schulberater“.

Ergebnis war das „Schulentwicklungskonzept Ganztag 2030“, das im Herbst 2018 vorgelegt und beschlossen wurde. Im Ergebnis sieht das Konzept vor, künftig nur einen Schulstandort in Adendorf „zukunftssicher zu entwickeln“. Unter anderem soll auch der Raumbedarf den Anforderungen des Ganztagsunterrichts angepasst und jahrgangsübergreifendes Lernen ermöglicht werden.

Umbau würde mindestens fünf Jahre dauern

Zu klären blieb nur noch, ob das Konzept am Hauptstandort der Grundschule am Weinbergsweg oder an einem neuen Standort verwirklicht werden soll. Die Vor- und Nachteile beider Varianten ermittelte Architekt Pohlmann – und das mit einem eindeutigen Ergebnis. Hauptargument für einen Bau an einem neuen Standort: Für einen Umbau am Weinbergsweg und damit im laufenden Schulbetrieb schätzte Architekt Pohlmann einen Zeitraum von „mindestens fünf Jahren“. Eine "gruselige Vorstellung", dass die Kinder dann fünf Jahre lang auf einer Baustelle lernen sollen, befand Schulleiterin Gesa Johannsen, hatte dabei auch die weiteren Beteiligten auf ihrer Seite.

In der Ratssitzung bekräftigte das Sören Schierholz (SPD), der meinte: "Das Lernen auf einer Baustelle über mehrere Jahre ist den Kinder nicht zuzumuten." Auch Karl-Heinz Zcernikow (Grüne) hob die Vorteile "eines Neubaus gegenüber einer Sanierung" hervor, forderte zugleich den Bau "an einem zentralen Punkt, nicht im Außenbereich" und eine "große Sporthalle".

"Musterschule für ganz Niedersachsen"

Hans-Detlef Jacobi (CDU) möchte mit dem Neubau eine "Musterschule für ganz Niedersachsen" errichten, für Die Unabhängigen-ABAE signalisierte Christian Scholz Zustimmung. Allein Markus Graff (Linke) konnte sich mit den Planungen nicht anfreunden: "Ich möchte, dass beide Standorte der Grundschule erhalten bleiben." Er verwies auf das Motto "Kurze Beine, kurze Wege", stimmte als einziger im Rat gegen die weiteren Planungen für einen gemeinsamen Grundschulstandort an einem neuen Platz.

Unklar ist noch, wo dieser Standort sein könnte. „Wir sondieren“, hatte Bürgermeister Thomas Maack (SPD) nach der Schulausschussitzung vor zwei Wochen gesagt. Benötigt werde ein Areal mit einer Fläche von 25.000 Quadratmetern – solche Flächen, auch noch möglichst zentrumsnah, gibt es nicht viele in Adendorf.

Von Ingo Petersen

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