Dirk Janzen ist neuer Leiter der Biosphärenreservatsverwaltung in Hitzacker. (Foto: phs)

Neuer Leiter für das Biosphärenreservat Elbtalaue

Die Elbtalaue sei eine einzigartige Kulturlandschaft, die es zu erhalten gilt. Das sagt der neue Leiter des Biosphärenreservatsverwaltung, Dirk Janzen. Er tritt die Stelle mit einigen Wünschen an.


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Die Elbtalaue sei eine einzigartige Kulturlandschaft, die es zu erhalten gilt. Das sagt der neue Leiter des Biosphärenreservatsverwaltung, Dirk Janzen. Er tritt die Stelle mit einigen Wünschen an.

Bleckede. Dirk Janzen ist der neue Leiter der Biosphärenreservatsverwaltung in Hitzacker. Am 1. August übernimmt der 55-Jährige den Posten offiziell. Am Donnerstagabend führte ihn der niedersächsische Umweltstaatssekretär Frank Doods ins Amt ein.

Bei einer kleinen Feier im Hof des Elbschlosses Bleckede sagte Janzen, wesentliche Aufgabe sei für ihn, die einzigartige Kulturlandschaft in der Elbtalaue mit all ihren Geschichten zu erhalten. Einige Stichworte für seine künftige Arbeit seien nachhaltiger Tourismus, der Einsatz für Biodiversität zusammen mit der Land- und Forstwirtschaft und die regionale Vermarktung heimischer Produkte. Mit viel Kommunikation und respektvollem Umgang miteinander könne das gelingen.

Sternenhimmel über dem Deich

„Die Menschen an der Elbe können stolz sein auf ihr Biosphärenreservat. Ich hoffe, sie können es wertschätzen.“ Er wünscht sich, dass die Sensibilität und damit die Identifikation für Heimat und Landschaft früh den Weg in die Köpfe der Menschen finden. Bereits im Kindergarten. Er selbst habe schon erste wunderbare Eindrücke an der Elbe gesammelt, erzählte Janzen. Die Abgeschiedenheit und der enorme Sternenhimmel über dem Deich hätten es ihm angetan.

Der neue Leiter der Verwaltung in Hitzacker war vor seinem Wechsel an die Elbe Fachbereichsleiter beim Regionalverband Ruhr in Essen und unter anderem für etwa 100 Naturschutzgebiete und das Naturschutzgroßprojekt „Bislicher Insel“ mit eigenem Besucherzentrum bei Xanten verantwortlich. Seinen Lebensmittelpunkt hat er bereits aus dem Ruhrgebiet in die Elbtalaue nach Hitzacker verlegt. Rhein und Ruhr, jetzt die Elbe: „Wasser und Landschaft haben mich in meinem Leben schon immer begleitet. Mich fasziniert die Wasser- und Landnutzung“, verriet Janzen.

Glücksfall für das Biosphärenreservat

Das seien gute Voraussetzungen für die neue Aufgabe, attestierte ihm Staatssekretär Frank Doods. „Sie bringen alle Qualifikationen mit, die an der Elbe benötigt werden. Insofern sind Sie der nächste Glücksfall für das Biosphärenreservat.“

Auf die besonderen Herausforderungen bei der Zusammenarbeit von Hochwasser- und Naturschutzschutz sei Janzen vorbereitet, ist Doods überzeugt. Denn er kenne die Arbeit von Wasser- und Deichverbänden, die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung wie auch die kommunalen Aufgaben. „Wir sind froh, dass wir eine bestens geeignete Persönlichkeit gefunden haben, die in die großen Fußstapfen von Dr. Johannes Prüter treten kann.“

Dank an Johannes Prüter

Prüter hatte die Biosphärenreservatsverwaltung 16 Jahre lang geleitet und war Ende Januar in den Ruhestand gegangen. In der Zwischenzeit hatte Franz Hoechtl die Leitung kommissarisch übernommen. Staatssekretär Doods dankte Prüter während des Festakts und verabschiedete ihn wegen der Corona-Pandemie nun verspätet und offiziell.

Er habe dafür gesorgt, dass die große Skepsis gegenüber dem Biosphärenreservat der Anfangsjahre sich in ein konstruktives Miteinander mit den regionalen Akteuren verwandelt habe, lobte Doods.

Staatssekretär hat Geld im Gepäck

Zur Feierstunde am Elbschloss in Bleckede hatte Staatssekretär Frank Doods einen Förderbescheid über 7,6 Millionen Euro mitgebracht. Die Zuwendung ist gedacht für den ersten Bauabschnitt des Projektes „Natur- und Kulturerlebnis Dömitzer Eisenbahnbrücke“. Das Vorhaben zielt langfristig darauf ab, die Eisenbahnbrücke auf gesamter Länge in einen „Skywalk“ für die Naturbeobachtung umzubauen und das Bauwerk insgesamt als Denkmal von nationaler Bedeutung zu erhalten. Im ersten Bauabschnitt werden die 16 Brückenpfeiler instandgesetzt und der erste davon für die Öffentlichkeit begehbar gemacht. Überdies soll ein Besucherzentrum mit Ausstellung entstehen.

Nach einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg am 20. April 1945 stürzte der östliche Überbau vor der Drehbrücke in die Elbe. Weil das Bauwerk die innerdeutsche Grenze querte, unterblieb ein Wiederaufbau. Im Jahr 1978 wurden aufgrund von Einsturzgefahr und Behinderung des Sichtfeldes für die Grenzer die verbliebenen drei Strombrücken und deren Pfeiler abgerissen, 1988 folgte der östliche Abschnitt mit der Drehbrücke und den zugehörigen Vorlandbrücken. Heute existieren noch die 16 westlichen Vorlandbrücken mit dem zugehörigen Brückenkopf. Sie stehen unter Denkmalschutz .

Von Stefan Bohlmann

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