Samstag , 3. Dezember 2022
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Esther Maluche und Thomas Holländer sind zwar vollständig geimpft, sie lassen sich aber trotzdem regelmäßig testen – wie auch bei ihrem Besuch in Lüneburg. (Foto: t&w)

Inzidenz über 50: Das sagt die Gastro- und Hotelbranche

Eigentlich gibt es klare Vorgaben: Wenn in einem Landkreis die Inzidenz an drei Tagen hintereinander über 50 liegt, muss die nächste Stufe der Corona-Verordnung des Landes greifen – mit weiteren Einschränkungen. Doch in enger Abstimmung mit der Landesregierung soll es in Lüneburg in einigen Bereichen wie der Hotel- und Gastronomiebranche sowie dem Handel nicht ganz so scharfe Regelungen geben. Einige haben sich aber bereits auf die Lage eingestellt, obwohl noch nichts endgültig festgezurrt wurde. Ein Stimmungsbild in der Stadt:

Lüneburg. Sowohl Bewohnerinnen und Bewohner der Hansestadt als auch Touristen ließen sich am Montag ihr Essen oder ihr Getränk in den Lokalen Lüneburgs schmecken. Nach dem Gewitter zog es viele auf die Außenplätze, wer es schattiger mochte, nahm drinnen Platz. „Drinnen ist schon ‚safe‘, ab Dienstag gilt dann für drinnen und draußen, dass der Gast einen Negativ-Test oder einen Impfausweis in Kombination mit dem Personalausweis vorlegen muss“, sagt Claudia Dreyer, Betriebsleiterin bei Peter Pane an der Oberen Schrangenstraße. „Wir nehmen das sehr ernst und kontrollieren genau. Wir waren froh, als wir das nicht mehr machen mussten.“

180 statt bisher 360 Sitzplätze im Innenbereich

Gleichzeitig sei man aber auch froh, dass die Gastronomie weiter geöffnet bleibt. Die 50 prozentige Reduzierung der Kapazität, die die Stufe 3 des Stufenplans vorgibt, bedeutet: 180 statt bisher 360 Sitzplätze im Innenbereich des Lokals, draußen werden Abstände eingehalten. „Wir haben uns ganz schnell informiert zu den Vorgaben des Stufenplans.“

François Infray (hinten mit Hut) findet einen Negativ-Test für den Besuch von Lokalen im Innen- und Außenbereich vollkommen okay. Er hofft aber auch, dass es aufgrund des Inzidenzwertes nicht zu viele Einschnitte für die Gastronomie gibt. (Foto: t&w)
François Infray (hinten mit Hut) findet einen Negativ-Test für den Besuch von Lokalen im Innen- und Außenbereich vollkommen okay. Er hofft aber auch, dass es aufgrund des Inzidenzwertes nicht zu viele Einschnitte für die Gastronomie gibt. (Foto: t&w)

Geimpft, genesen, getestet – die Kontrolle sei wichtig, meint Sasan Khojandi, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Lüneburger Gastronomen. „Das schafft Sicherheit und dämmt das Risiko ein, wir müssen verantwortungsvoll mit der Situation umgehen.“ Dass nur 50 Prozent der Kapazitäten genutzt werden dürfen, sei allerdings ärgerlich. „Wir sind in Kontakt mit den Landtagsabgeordneten sowie Stadt und Kreis und hoffen, dass der Inzidenzwert nicht die einzige Richtlinie bleibt.“ Khojandi geht aber auch – wie viele –davon aus, dass der Inzidenzwert wieder nach unten geht.

Es gab bei einer kleinen Umfrage jedoch auch Gastronomen, die Montagmittag monierten, dass vom Landkreis noch nichts vorliege. „Wir werden im Internet nachlesen, wo‘s langgeht“, sagte ein Wirt. Ein anderer zog seine Aussagen zurück, er wolle sich nicht zum Thema äußern.

Test sei "vollkommen in Ordnung", sagen zwei Geimpfte

Im Museums-Café Bernstein nahmen Esther Maluche und ihr Ehemann Thomas Holländer Platz. Die Gelsenkirchener machten Station in Lüneburg, um ihre Tochter, die hier studiert, zu besuchen. „Bei uns liegt der Inzidenzwert bei 8,9. Wir gehen aber davon aus, dass auch er steigt.“ Beide sind geimpft, lassen sich trotzdem regelmäßig testen. „Denn wir wissen, dass sich auch vollständig Geimpfte infizieren können“, sagt Esther Maluche. Insofern finden die Beiden den Negativ-Test für innen und draußen im Gastronomiebereich oder den Impfausweis vollkommen in Ordnung. „Auch für unsere Tochter ist es uns wichtig, sich regelmäßig testen zu lassen.“

Stornierungen wären "wirtschaftlicher Supergau für die Beherbergungsbranche“

François Infray ist als Stadtführer für die Marketing GmbH unterwegs. Mittagspause machte er im Chandlers auf einem der Außenplätze. Die Testpflicht für drinnen und draußen beim Lokalbesuch findet er vollkommen okay. Er ist vollständig geimpft, hätte aber auch kein Problem mit Tests in Anbetracht der Situation. „Ich hoffe aber, dass es keine zu großen Einschnitte für die Gastronomie gibt.“

Bei einem Infektionsgeschehen von über 50 dürfen Beherbergungsbetriebe nur noch 60 Prozent ihrer Kapazitäten belegen. Jörg Laser, Inhaber des Hotels Einzigartig, verweist dazu auf den Stufenplan. Tritt das am Mittwoch in Kraft, heißt es stornieren. Seiner Kenntnis nach sind viele Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in Stadt und Kreis ausgebucht. „Sollte es bei den Vorgaben der Stufe 3 bleiben, muss zehntausenden Touristen abgesagt werden. Das wäre ein wirtschaftlicher Supergau für die Beherbergungsbranche.“ Laser hat aber gehört, dass die neue Verordnung des Landes Landräten gewisse Freiheiten geben soll bei der Einordnung von Stufen.

In den Beach-Club dürfen getestete, genesene oder vollständig geimpfte Personen

Was die Stufe 3 für den Beach-Club an der Bockelmannstraße bedeutet, dazu sei man im engen Austausch mit der Stadt, sagt Merlin Nikulka, einer der Betreiber, am Montag. „Bereits seit vergangenem Freitag lassen wir nur noch getestete, genesene oder vollständig geimpfte Personen in den Club. Das wird am Eingang kontrolliert.“ Das Tragen einer Maske bis zum Platz sei seit Beginn Auflage gewesen.

Von Antje Schäfer

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