Samstag , 3. Dezember 2022
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Claudia Dreyer, Betriebsleiterin bei Peter Pane, sagt: "Wir nehmen die Vorgaben sehr ernst." Sowohl für Innen- wie auch Außenbereich gilt ab Dienstag: Negativ-Test, Impfausweis in Kombi mit Personalausweis vorlegen oder genesen. (Foto: t&w)
Claudia Dreyer, Betriebsleiterin bei Peter Pane, sagt: "Wir nehmen die Vorgaben sehr ernst." Sowohl für Innen- wie auch Außenbereich gilt ab Dienstag: Negativ-Test, Impfausweis in Kombi mit Personalausweis vorlegen oder genesen. (Foto: t&w)

Landkreis will Spielraum bei Corona-Regeln nutzen

Der Landkreis Lüneburg will schärfere Corona-Regeln für Hotels, Gastronomie und Handel verhindern. Am Dienstag soll es neue Allgemeinverfügung geben.

Lüneburg. Die Landesregierung will die Corona-Verordnung noch in dieser Woche anpassen. Damit sollen die Kommunen mehr Handlungsspielraum erhalten. Spielraum, den der Landkreis Lüneburg nutzen will, damit die Regelungen für Handel sowie Hotel- und Gastronomiebranche nicht weiter verschärft werden müssen.

Allgemeinverfügung für heute geplant

„Wir wollen die Bereiche, die nichts mit dem Infektionsgeschehen zu tun haben, aus den bestehenden Regelungen herausnehmen“, erklärte Katrin Holzmann am Abend. Am Dienstag seien dazu noch weitere Gespräche geplant. Man müsse abwarten, was letztlich in Hannover entschieden werde. Die Tendenz sei aber klar, sagte die Pressesprecherin des Landkreises. Sie kündigte für Dienstag eine neue Allgemeinverfügung des Landkreises an, denn „wir müssen und werden eine neue Verfügung erlassen“.

Da der Inzidenzwert am Montag auf 63 gestiegen war und damit am dritten Tag hintereinander über 50 lag, muss die Stufe „Über 50“ der niedersächsischen Corona-Verordnung greifen. Diese Stufe sieht zahlreiche weitere Einschränkungen vor. So dürften Hotels nur noch 60 Prozent ihrer Kapazitäten nutzen. „Wir wissen, dass die Auslastung derzeit deutlich höher liegt“, sagte Holzmann. Im Landkreis müssten dann viele Betreiber Gästen absagen. Doch nun könnte es bei 100 Prozent bleiben. Für den Handel soll es zudem keine Testpflicht geben.

IHK warnt vor weiteren Einschränkungen

Druck auf die Politik kam am Wochenende aus der Wirtschaft. Die Lüneburger Gastronomen hatten sich mit einem eindringlichen Appell an die Verwaltungsspitzen gewandt und darum gebeten, von weiteren Verschärfungen abzusehen (LZ berichtete). Jürgen Krumböhmer betonte daraufhin, dass die neue Verordnung vorsehen soll, dass Landkreise Ausnahmegenehmigungen erteilen können. „Das werden wir uns genau ansehen müssen“, sagte der Erste Kreisrat.

Die Industrie- und Handelskammer Lüneburg/Wolfsburg warnte vor weiteren Einschränkungen. „Es kann nicht sein, dass jetzt erneut Branchen leiden müssen, die für das gegenwärtige Infektionsgeschehen keine Verantwortung tragen“, sagt Sönke Feldhusen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK.

Verursacher sollen ins Visier genommen werden

Die Landesregierung will hier einlenken. Gleichzeitig sollen aber „die Verursacher von Infektionen“ in den Blick genommen werden. In einem Änderungsentwurf heißt es unter anderem, dass die Schließung von Clubs, Diskotheken, Bars und Shisha-Lokalen bei einer Inzidenz von mehr als 10 vorgesehen sei.

Der Sport stellt sich aber auf weitere Einschränkungen ein. In der Halle könnten Gruppen- und Kontaktsport kaum noch möglich sein, draußen dürften die Fußballer wohl nur in Kleingruppen trainieren. Offen ist noch, ob Testspiele weiter stattfinden dürfen. Und wenn ja, dann mit höchstens 50 Zuschauern?

In jedem Fall hofft Katrin Holzmann, dass die Inzidenzahlen schnell wieder sinken. Dafür gibt es erste Anzeichen: Am Montag wurde dem Landkreis kein neuer Corona-Fall gemeldet. Derzeit gibt es 127 akute Fälle, aber keine Person ist wegen Covid-19 in stationärer Behandlung.

Hinzu kommt auch, dass die Zahl der Geimpften nicht nur im Landkreis Lüneburg weiter steigt. Landesweit haben bereits 63,6 Prozent der Menschen in Niedersachsen mittlerweile mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Knapp die Hälfte (49,5 Prozent) ist sogar vollständig geimpft.

Von Werner Kolbe

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