Dienstag , 6. Dezember 2022
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Die Lüneburger Feuerwehrkräfte halfen beim Sortieren, aber auch beim Verladen der Hilfsgüter für die Flutopfer. (Foto: Feuerwehr)

Hilfsgüter für die Flutopfer

120 Mitglieder der Feuerwehren aus dem Landkreis Lüneburg halfen mit, die Hilfsgüter für die Opfer der Flutkatastrophe am Hamburger Flughafen zu sichten, zu sortieren und zu verpacken. Die Aktion wurde ins Leben gerufen, um die Hilfskräften in den Katastrophengebieten zu entlasten.

Hamburg/Lüneburg. Berge von unsortierten Spenden aus dem gesamten norddeutschen Raum für die Opfer der Flutkatastrophe stapelten sich im nicht genutzten Terminal „Tango“ am Hamburger Flughafen. Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft hatte die Sammelaktion unter dem Motto „Retter für Retter“ initiiert und war überwältigt von der Resonanz. Um die Hilfsgüter zu sichten, zu sortieren und zu verpacken, brauchte es tatkräftige Unterstützung. Die kam unter anderem von 120 Einsatzkräften der Feuerwehren aus dem Landkreis Lüneburg. Sie starteten am Freitagmorgen mit Fahrzeugen zum Hamburger Flughafen, um diese Aufgabe mit der Hamburger Feuerwehr zu übernehmen.

„Das Motto wurde ins Leben gerufen, um die Helfer in den Krisengebieten zu entlasten und die überall gesammelten Spenden bereits vor der Lieferung ins Krisengebiet zu sortieren, damit die Helfer im Krisengebiet sich anderen Aufgaben widmen können und die sortierten Hilfsgüter gezielt verteilt werden können“, verdeutlicht Andreas Bahr, Pressewart der Kreisfeuerwehr Landkreis Lüneburg.

Acht Sattelzüge mit Spenden

Die Ladung von acht Sattelzügen musste ausgepackt und nach verschiedenen Kategorien sortiert werden. Es galt, alles zu trennen, zum Beispiel Damen-, Herren-, Mädchen- und Jungenkleidung. Aber auch andere Hilfsgüter von Tiernahrung über Haushaltsartikel bis zu Rollatoren und Kinderwagen waren dabei.

Möglich wurde die Unterstützung der freiwilligen Teilnahme der Feuerwehrkräfte durch die Freigabe der Verantwortlichen in den Gemeinden und Städten, die die Nutzung der Feuerwehrfahrzeuge ermöglichten. Die Organisation vor Ort übernahmen Sonja Hunsicker, Robert Pohl und Andrè Gonschorreck von der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft, sie erklärten auch das Hygienekonzept. Für die freiwilligen Helfer aus der Kreisfeuerwehr Lüneburg war der stellvertretende Kreisbrandmeister Stephan Dick zuständig, er teilte die verschiedenen Abschnitte auf und erklärte den Helfern ihre Aufgaben. Eigentlich war der Einsatz bis 14 Uhr geplant, doch aufgrund der gewaltigen Menge an Hilfsgütern krempelten die Helfer bis 16 Uhr die Ärmel hoch.

Studenten starten einen Spendenlauf

Bardowick. Vier Studentinnen haben sich viel vorgenommen: Sie wollen im Rahmen ihres Projektstudiums in Kooperation mit der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen einen Spendenlauf veranstalten. Der Lauf am 18. und 19. September findet unter dem Motto: Gemeinsam bewegen – weil es jeden treffen kann, statt. Die Teilnehmer können laufen, Rad fahren, spazieren oder walken. Auch wo man läuft bleibt jedem Teilnehmer selbst überlassen. Die Strecke und auch die Länge kann selbst festgelegt werden. Die Spenden- oder auch Teilnehmergebühr beträgt fünf Euro. Wer aber mehr spenden möchte, kann das auch tun. Die Spenden werden auf einem Paypal Konto gesammelt und nach dem Lauf an die Stiftung Opferhilfe hier in Lüneburg übergeben. Anmeldungen unter spendenlauf-gemeinsam-bewegen@outlook.de. Auch die Spenden werden über diese Mailadresse gesammelt.

Dorfverein Elbufer spendet Einnahmen

Bitter/Amt Neuhaus. Der Dorfverein „Elbufer“ hat bei seiner letzten Veranstaltung auf Einnahmen für die eigene Kasse verzichtet und spendet das Geld für die Fluthilfe in Westdeutschland. Insgesamt kamen 390,- € zusammen. Die Einnahmen aus der Lesung „Stur ist der Bauer wie ein Ochs“ haben Vereinsmitglieder in den letzten Tagen aus ihren Mitteln weiter aufgestockt. Das Geld geht auf das Spendenkonto, das die Gemeinde gemeinsam mit der Stadt Bleckede für die Flutopfer eingerichtet hat.

Elektromaterial ins Flutgebiet gebracht

Bleckede. Seinen Elektrotechnik-Betrieb wird Heinz Oetzmann schon bald schließen. Viel Material, viele Ersatzteile wird er daher nicht mehr benötigen. Daher hat er sich entschieden, diese Teile zu spenden. „Ich habe mir einen vertrauenswürdigen Betrieb vor Ort in einem der Flutgebiete gesucht“, erzählt er. Kurz drauf machte er sich mit seinem Kleintransporter samt Anhänger, vollgestopft mit Stromverteilungstechnik, auf den Weg nach Niederzissen. Dort, auf dem Gelände der Firma Schiele, befindet sich eine von örtlichen Elektrikern organisierte Sammel- und Verteilerstelle. Handwerker oder auch Privatpersonen holen sich von dort dringend benötigtes Material ab. Viele Handwerker aus dem Großraum arbeiten dort ehrenamtlich, um die wegen der Flutkatastrophe teilweise unterbrochene Stromversorgung wieder herzustellen. „Es sind immer noch ganze Straßenzüge ohne Strom“, sagt Oetzmann. 29Um im Bereich Sinzig weiterzukommen, wurde er sogar von der Polizei eskortiert. Insgesamt habe ihn die große Hilfsbereitschaft für die Flutopfer sehr gefreut.

Hier können Sie spenden

Für die Opfer der schweren Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gibt es viele Spendenaufrufe und Spendenkonten. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat eine Liste mit Spendenkonten seriöser Hilfsorganisationen zugunsten der Betroffenen in den Hochwassergebieten erstellt. Eine Übersicht:

  • „Aktion Deutschland Hilft“. Dies ist ein Bündnis deutscher Hilfsorganisationen, das auch von den ARD-Rundfunkanstalten unterstützt wird. IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30, Stichwort: ARD / Hochwasser
  • Aktionsbündnis Katastrophenhilfe, IBAN: DE65 100 400 600 100 400 600, Stichwort: ZDF Hochwasser
  • Deutsches Rotes Kreuz, IBAN: DE63 3702 0500 0005 0233 07, Stichwort: Hochwasser
  • Arbeiter-Samariter-Bund NRW, IBAN: DE22 3702 0500 0001 2424 03; Stichwort: Hochwasser NRW
  • Johanniter-Unfall-Hilfe NRW, IBAN DE25 3702 0500 0004 3150 18; Stichwort: Katastrophenschutz/Ehrenamt
  • Caritas international, IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, Stichwort: Fluthilfe Deutschland CY00897

Auch einige besonders betroffene Kommunen haben Konten eingerichtet:

  • Spendenkonto des Kreises Ahrweiler, IBAN: DE86 5775 1310 0000 3394 57, Spenden-Stichwort: Hochwasser
  • Spendenkonto Bürgerstiftung Adenau, IBAN: DE 55 5776 1591 0600 0220 00, Spenden-Stichwort: Bürgerfonds Hochwasser

von Antje Schäfer und Werner Kolbe

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