Dienstag , 29. November 2022
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Die Verbraucherzentrale fordert: "Stoppt die Riester-Rente". (Foto: Adobe Stock)

Trübe Aussichten bei der Riester-Rente

Wann lohnt sich die Kündigung der Riester-Rente? Die Verbraucherzentrale informiert zum Umgang mit Verträgen.

Lüneburg. „Die Riester-Rente ist am Ende: Hohe Kosten fressen mögliche Renditen auf. Niedrige Zinsen lassen die Renten zusätzlich sinken. Im Extremfall müssen Riester-Rentner 120 Jahre alt werden, um die eingezahlten Beiträge vollständig zurückzuerhalten“, hat die Verbraucherzentrale Niedersachsen ausgerechnet. Wer diese Wette lieber nicht eingehen und seinen Vertrag kündigen möchte, muss erhaltene Förderungen und Steuervorteile zurückbezahlen. Die Verbraucherzentrale, die in Lüneburg mit einem Büro an der Schröderstraße vertreten ist, informiert, wann dieser Schritt trotz aller Nachteile sinnvoll sein kann.

Mögliche Renditen werden von hohen Kosten verschlungen

Das Grundproblem der Riester-Rente aus Sicht der Verbraucherschützer: Da die Durchführung privaten Anbietern überlassen wurde, werden mögliche Renditen von hohen Kosten aufgefressen. Die anhaltend niedrigen Zinsen wirken sich ebenfalls negativ aus. Wird Anfang 2022 der Höchstrechnungszins – wie geplant – gesenkt, könnten prognostizierte Rentenfaktoren nach unten angepasst werden. Viele Riester-Sparer fragen sich daher, welche Optionen sie haben.

„Leider ist es nicht ohne Weiteres möglich, auf eine Verrentung zu verzichten und sich das vorhandene Guthaben komplett auszahlen zu lassen“, erklärt Philipp Rehberg, Finanzexperte der Verbraucherzentrale. Wer dies wünscht, muss den Riester-Vertrag kündigen – und sämtliche Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Waren diese sehr hoch, kann die Nettoauszahlung weniger als 60 Prozent des angesparten Kapitals betragen. „In unseren Beratungen sehen wir jedoch, dass der Ausstieg in vielen Fällen sinnvoll sein kann“, sagt Rehberg.

Allianz fordert Ende des Modells

Neben der Höhe einer etwaigen Auszahlung ist vor allem der Rentenfaktor entscheidend. Je niedriger er ist, desto eher lohnt sich ein Ausstieg aus dem Riester-Vertrag. „Die Verrentung des angesparten Kapitals ist letztlich immer eine Wette auf das erreichte Lebensalter. Übersteigt die Summe der monatlichen Renten eine Kapitalauszahlung erst wenn der Rentner über 100 Jahre alt wird, ist eine Kündigung vermutlich der bessere Weg“, sagt der Finanzexperte. Er empfiehlt, sich rechtzeitig vor Ende der Ansparphase über mögliche Optionen und Angebote zu informieren. Aber auch in einer früheren Riester-Phase ist es sinnvoll, den bestehenden Vertrag prüfen zu lassen.

„Stoppt die Riester-Rente“, fordert nunmehr eine Verbraucherallianz aus Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Bund der Versicherten (BDV) und Bürgerbewegung Finanzwende. Die teure und unrentable Riester-Rente soll beendet werden, ein öffentlich organisiertes Vorsorgeangebot an ihre Stelle treten. Bestehende Riester-Verträge, Zulagen- und Rentenzusagen müssten im Sinne der Sparer jedoch erhalten bleiben, lautet ihre Forderung. lz

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