Dienstag , 6. Dezember 2022
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Psychiatrische Klinik
Eine Frau soll ihr Bettlaken angezündet und damit den Brand in der psychiatrischen Klinik verursacht haben. (Foto: be)

Patientin soll gezündelt haben

Nach dem Feuer in der Psychiatrischen Klinik Lüneburg ermittelt die Polizei inzwischen wegen schwerer Brandstiftung gegen eine 34 Jahre alte Frau. Sie war als Patientin in der Klinik untergebracht. Die Frau soll ihr Bettlaken angezündet und damit den Brand verursacht haben. Aber wie gelangte sie an ein Feuerzeug?

Lüneburg. Das Feuer war am Abend des 30. Juli im Zimmer der Patientin auf einer geschlossenen Station im 2. Stockwerk ausgebrochen. Das Klinikpersonal hatte die Frau rechtzeitig aus dem Raum geholt, sie war dann zunächst mit einer Rauchgasvergiftung ins Städtische Klinikum gebracht worden. Die Feuerwehr war am Abend des Brandes mit mehreren Löschfahrzeugen vor Ort. Vier Stationen wurden wegen der Rauchentwicklung evakuiert, rund 80 Personen mussten das Gebäude verlassen, sie konnten aber noch am Abend wieder zurück in ihre Zimmer.

Die mutmaßliche Brandstifterin war nach Angaben von Polizeisprecherin Antje Freudenberg erst am Tag des Feuers wegen suizidaler Absichten in der Psychiatrie aufgenommen worden. Wo sie aktuell untergebracht ist, dazu hält sich die Gesundheitsholding als Trägerin des Hauses mit Verweis auf die ärztliche Schweigepflicht bedeckt.

Polizei schätzt den Gesamtschaden auf 60.000 Euro

Zur Frage, wie die Frau in der geschlossenen Psychiatrie an ein Feuerzeug gekommen ist, teilt Angela Wihlem, Sprecherin der Gesundheitsholding, lediglich allgemein mit: „Dafür kann es verschiedene Ursachen geben: Beispielsweise gilt das fürs Rauchen, das in einem abgegrenzten Bereich der Station oder im Freien und nicht im Patientenzimmer stattfindet. Ein weiteres Beispiel sind Patienten, die freiwillig zur Behandlung auf einer Intensivtherapiestation mit bedarfsabhängig geschlossener Tür untergebracht sind: Sie werden zwar aufgefordert, gefährliche Gegenstände abzugeben, es gibt aber keine Rechtsgrundlage für eine Durchsuchung, Leibesvisitation oder Ähnliches.“

Den Sachschaden am Gebäude und am Mobiliar schätzt die Polizei auf 30.000 Euro, in etwa dieselbe Summe könne der Ausfall betragen, der der Gesundheitsholding entsteht, weil sie das Zimmer zunächst nicht nutzen kann und dadurch kein Geld von der Krankenkasse für die Patienten-Unterbringung erhält. Von der Sprecherin der Gesundheitsholding heißt es dazu: „Zum finanziellen Schadensausgleich befindet sich die Klinik gerade im Abstimmungsprozess mit der zuständigen Versicherung. Wir bitten um Verständnis, dass wir deshalb zurzeit keine Aussage über die Schadenshöhe treffen können.“ ahe

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