Samstag , 3. Dezember 2022
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Ferien-Fahrradaktion
Eric fährt geschickt durch die „Acht“. Insgesamt 34 Grundschulkinder beteiligten sich an der Ferien-Fahrradaktion in Bardowick. (Foto: uk)

Fahrradcheck in Bardowick: Sicher unterwegs auf zwei Rädern

Bei einer Ferienaktion in Bardowick lernen Kinder, sich sicher auf ihrem Fahrrad zu bewegen. Eigentlich sollte es nur einen Fahrradcheck geben. Doch jetzt wird auch nachgeholt, was an den Schulen wegen der Corona-Pandemie zuletzt ausfallen musste.

Bardowick. Bunte Abwechslung für die manchmal etwas langweilige Ferienzeit – das bietet das Ferienprogramm der Samtgemeinde Bardowick für Kinder. Eine Premiere gab es dabei jetzt für eine Aktion des Vereins Lydias Haus. „Wir wollten eigentlich nur einen Fahrradcheck für die Kinder anbieten“, erzählt Harald Ahrendt und lacht. „Aber dann hat das irgendwie immer größere Kreise gezogen.“ Denn viele andere seien sofort bereit gewesen mitzumachen.

Und so steht Ahrendt an diesem Tag nicht nur mit seinen versierten Tüftlerkollegen Gerd Schlüschen und Peter Haupt auf dem Platz Hinter der Worth mitten in einem Fuhrpark bunter Kinderräder, um Licht, Luft und Bremsen zu prüfen. Im Hintergrund radeln Jungen und Mädchen durch den kniffligen Fahrradparcours. Bei der Jugendfeuerwehr dürfen Schläuche ausgerollt werden, das Rote Kreuz bietet Anschauungsunterricht am Rettungswagen an. Und an Getränke und Obst für die jungen Radler ist auch gedacht.

Die Klingel muss ausgetauscht werden

Leonie (6) ist stolz auf ihr weiß-lilafarbenes Fahrrad, mit dem sie neben ihrer Mutter fast täglich in Vögelsen zur Schule fährt. „Die Klingel geht nicht richtig“, erklärt die Sechsjährige, nachdem Gerd Schlüschen schon mal kontrolliert hat, ob die Bremsen gut "packen". „Stimmt“, bestätigt der Fachmann, der der Klingel auch nur ein dumpfes Klacken entlocken kann. „Du brauchst eine neue.“

Während Leonie sich aus dem Fundus eine neue Klingel aussuchen darf, ist ihre Mutter Jennifer Wesa voll des Lobes für die Aktion: „Noch fahre ich ja immer mit zur Schule. Aber mir ist wichtig, dass meine Tochter weiß, was sie tun muss, wenn sie mit dem Rad unterwegs ist. Das ist toll, dass die Kinder das hier lernen und üben können.“

Der Unterschied zwischen Stadt und Land

Geübt wird im Fahrradparcours der Verkehrswacht vor allem, sich sicher mit dem Rad durch enge Kurven zu bewegen und das Tempo genau anzupassen. Uwe Schröder ist der Parcourschef und Polizeihauptkommissar im Ruhestand. Er erklärt den 34 Kindern, worauf es bei der Fahrt durch die Stationen ankommt und gibt Tipps: „Wenn ihr eine Gangschaltung habt, nehmt den niedrigsten Gang, damit Ihr viel treten müsst. Das ist einfacher.“ Gedacht sei der Parcours eigentlich für Kinder in der 3. Klasse, erklärt Schröder. „Aber hier fahren auch schon die Sechsjährigen sehr sicher durch. Da merkt man den Unterschied zwischen Stadt und Land.“

Eric (8) darf als Erster in seiner Gruppe starten, umkurvt geschickt die Hütchen und legt am Ende eine gekonnte Vollbremsung hin: „Das ist nicht so schwer wie es aussieht“, erklärt er nach der Fahrt. Beeindruckt zeigt sich auch Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann: „Das ist klasse, was hier auf die Beine gestellt wird“, lobt er das ehrenamtliche Engagement. Die Aktion der Verkehrswacht finde immer an den Grundschulen statt, sei aber wegen Corona jetzt schon im zweiten Jahr ausgefallen. „Es ist super, dass die Kinder das hier ein bisschen nachholen können.“

Von Ute Klingberg-Strunk

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