Die Hansestadt plant ein sogenanntes Micro-Depot in unmittelbarer Innenstadtnähe, konkret: auf zwei Parkplätzen für Reisebusse an den Sülzwiesen. (Foto: A/t&w)

Micro-Depot soll Innenstadt entlasten

Ein Micro-Depot auf den Sülzwiesen soll künftig als Zwischenlager dienen, in dem Lieferungen für Gewerbetreibende aber auch für Anwohner der Innenstadt vorübergehend aufbewahrt werden können. Die Stadt hofft so, zehn Prozent der Paketmenge zu verlagern und den Lieferverkehr zu reduzieren.

Lüneburg. Auf zwei Parkplätzen für Reisebusse an den Sülzwiesen soll ein sogenanntes Micro-Depot entstehen. Die Stadtverwaltung hat dafür jetzt bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen Fördermittel beantragt. Das Depot – bestehend aus zwei 40-Fuß-Übersee-Containern – soll als Zwischenlager dienen, in dem Lieferungen für Gewerbetreibende aber auch für Anwohner der Innenstadt vorübergehend aufbewahrt werden können. „Von dort können sie dann per E-Lastenrad in die Stadt transportiert werden“, erläutert der städtische Mobilitätsbeauftragter Lennart Pusch die Idee. Für den Standort an den Sülzwiesen sprächen mehrere Faktoren: Die Innenstadt ist von dort mit dem E-Lastenrad schnell zu erreichen, erforderliche Elektrik und Sanitäranlagen sind vorhanden. Der wichtigste Aspekt ist für Pusch aber: „Der Platz ist für Lkw gut anzufahren, so halten wir diese effektiv aus der Innenstadt heraus.“ Dass für den Projektzeitraum von fünf Jahren die beiden Busparkplätze wegfallen würden, sei auch aus Sicht der Lüneburg Marketing GmbH verkraftbar.

Die Stadt will das Depot mit allen Anforderungen der Grundversorgung aufstellen und dann einzelne Abschnitte an lokale und überregionale Akteure der Logistikbranche vermieten. Diese verschicken von dort Pakete und andere Warensendungen Richtung Innenstadt. Doch auch der umgekehrte Weg ist möglich: Sendungen aus der Innenstadt können im Depot gelagert und gesammelt für den weiteren Versand abgeholt werden.

Ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Die Stadt hofft so, zehn Prozent der Paketmenge zu verlagern. Laut dem Nachhaltigkeitsdezernenten Markus Moßmann würde das in fünf Jahren bis zu 1000 Tonnen CO₂ einsparen. Das sei ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und eine Attraktivitätssteigerung der Innenstadt, weil weniger sperrige Fahrzeuge dort unterwegs sind.

Die Container selbst sollen mit Holzelementen verkleidet und mittelfristig begrünt werden, damit sie sich in die grüne Umgebung der Sülzwiesen einpassen. Je nach Zusage des Förderbescheids werde das Vorhaben spätestens im August 2022 eingeweiht.

Schon bevor der Förderantrag abgeschickt wurde, hatte die Verwaltung das Projekt beworben und nach eigenen Angaben von einem guten Dutzend lokaler und regionaler Partner Zusagen für die Unterstützung des Depots erhalten.

Das Konzept hatte die Verwaltung gemeinsam mit der Süderelbe AG entwickelt. „Durch das Micro-Depot soll vor allem dem Einzelhandel die Möglichkeit gegeben werden, neue und innovative Lieferkonzepte auf der letzten Meile ohne großen Aufwand zu erproben“, sagt Dr. Jürgen Glaser, Prokurist der Süderelbe AG. lz

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