Mit dem Salzewer geht es auf Minikreuzfahrten durch den historischen Hafen. (Foto: be)

Industriegeschichte am Wasser zum Anfassen

Die Metropolregion Hamburg lädt zum sechsten Mal zu den „Tagen der Industriekultur am Wasser“ ein. Interessierte können am 25. und 26. September einen Blick hinter die Kulissen werfen. Auch in und um Lüneburg sind Veranstaltungen geplant.

Lüneburg. Mit 200 Veranstaltungen in mehr als 110 Denkmalen an 49 Orten lädt die Metropolregion Hamburg zum sechsten Mal ein zu den „Tagen der Industriekultur am Wasser“. Hafenanlagen, Schleusen und Schiffe, Leucht- und Wassertürme, Brücken und Mühlen, Fabriken und Kraftwerke zählen zu den industriellen Orten, an denen Interessierte am 25. und 26. September einen Blick hinter die Kulissen werfen können. Auch in und um Lüneburg sind Veranstaltungen geplant:

Der Neue Wasserturm in Lüneburg ist Symbol einer modernen Wasserversorgung. Mit seiner Architektur orientiert er sich aber an der Gotik der benachbarten Altstadt. An diesem Wochenende wird auf dem Vorplatz ein Festival für die ganze Familie gefeiert, mit Lasershows, Stelzentanz, Akrobatik, Feuershows, Musikbands, Stummfilmen, Videoprojektionen, Illuminationen und natürlich Wasserturmführungen von Schülerinnen und Schülern der benachbarten Oberschule.

Mit dem Salzewer geht es auf Minikreuzfahrten durch den historischen Hafen. Unterwegs erzählen die Ewerführer vom langen Weg des Lüneburger Salzes nach Lübeck.

Eisenbahnbrücke in Preten ist auch dabei

Das „weiße Gold“ bestimmte über 1000 Jahre das Leben Lüneburgs. Alles dazu lässt sich im Salzmuseum bei einer der Führungen zur Salzgeschichte der alten Hansestadt erfahren. Im Außenbereich führt ein Salzsieder die mühsame mittelalterliche Salzgewinnung vor. Das Museum ist in dem 1980 geschlossenen Salzwerk, einst eines der ältesten und größten Industriebetriebe Europas, untergebracht.

Der Hafenplatz für Winsen und die Marsch, in dem landwirtschaftliche Güter und Baustoffe umgeschlagen wurden, war der Hafen Stöckte an der Luhe. Im Ortsteil Hoopte befindet sich seit 1899 der Werftplatz der Schiffswerft Eckhoff. Der Schiffbaumeister in 4. Generation und der Speicherinhaber führen durch den Hafen, den Hafenschuppen und erklären die Arbeit auf der Werft.

Im Amt Neuhaus ist die Eisenbahnbrücke in Preten dabei. Bei den geführten Wanderungen zur Eisenbahnbrücke sowie Radtouren entlang der Kleinbahnstrecke lässt sich die für die Metropolregion oft typische Kombination aus Industrie und Naturerlebnis genießen. Die Eisenbahnbrücke war das größte Bauwerk der 1912 in Betrieb genommenen Kleinbahn Brahlstorf–Neuhaus, deren Verkehr nach 60 Jahren eingestellt wurde. Aber viele Bauten blieben entlang der 10,67 Kilometer langen Strecke erhalten. Auch die Brücke in Preten: Mit drei großen Stahlfachwerkträgern quert sie die Sude.

Weitere Informationen online

In der Umgebung von Lüneburg befindet sich der Naturraum Winsener Elbmarsch. Entlang der niedersächsischen Mühlenstraße warten hier vielfältige Mühlen und ihre Geschichten auf einen Besuch. So auch die Wassermühle Karoxbostel bei Hittfeld im Seevetal. Mit ihrem bestehenden Inventar ist sie ein Kleinod der ländlichen Kulturgeschichte, das es zu entdecken gilt. An beiden Tagen kann die Mühle besichtigt werden und Führungen werden angeboten.

Mitten in Soltau am Fluss Böhme wird seit über 150 Jahren von der Firma Röders Filz produziert. Im alten Lagerhaus der Filzfabrik ist mit viel ehrenamtlichem Engagement die Filzwelt Soltau eingezogen. In der 1877 erbauten Lagerhalle befindet sich heute ein Mitmachmuseum rund um das Thema Filz. Zusätzlich ist am 25. September ein Industrie- und gartengeschichtlicher Spaziergang geplant.

In Höhbeck beteiligt sich das Heimatmuseum Vietze. Führungen durch das Museum werden angeboten, und am Sonnabend um 14 Uhr geht es bei „Fährmann hol över“ um Verbindungen über den Fluss. Am Sonntag führt ein historischer Rundgang durch das von der Schifffahrt geprägte Dorf Vietze. lz

Weitere Infos auf https://metropolregion.hamburg.de/industriekultur/

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