Wienebütteler Weg
Machten sich gemeinsam ein Bild von der Baustelle: Harald Gründel, Projektleiter der Avacon Natur (l.), und der städtische Nachhaltigkeitsdezernent Markus Moßmann. (Foto: Stadt Lüneburg)

Das klimafreundliche Quartier am Wienebütteler Weg

Die aktuell geplanten rund 360 Wohneinheiten Am Wienebütteler Weg sollen größtenteils mit Erdwärme versorgt werden. Die Avacon stellt nun die Weichen mit Probemessungen. 

Lüneburg. Das geplante Quartier Am Wienebütteler Weg soll ein sich in hohem Maße selbstversorgendes, CO₂-neutrales Wohngebiet werden. Die Avacon stellt nun die Weichen mit Probemessungen. In dieser Woche sind die Bohrungen gestartet, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.

Geothermie ist das Schlüsselwort für das Gebiet. Es bezeichnet allgemein die Wärmegewinnung aus oberflächennahen oder tiefen Erdschichten und zählt damit zu den erneuerbaren Energien. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat ein eigenes Förderprogramm dazu aufgelegt. Das künftige Quartier Am Wienebütteler Weg soll davon profitieren. Die aktuell geplanten rund 360 Wohneinheiten sollen größtenteils mit Erdwärme versorgt werden.

Positive Auswirkungen auf die Energiekosten

Ergänzend sollen weitere erneuerbare Energien wie Solarthermie und Photovoltaik hinzukommen. Zentrale sowie dezentrale Wärmepumpen in den Gebäuden sollen Hand in Hand arbeiten und für ein intelligentes Wärmenetz sorgen, bei dem die Konsumenten ebenso Produzenten sein können, heißt es seitens der Stadt.

Das wirke sich positiv auf die Energiekosten aus, die sich am Strompreis orientieren und dank null Emissionen keinen zusätzlichen CO₂-Preis beinhalten. Noch ein Vorteil: Im Gegensatz zu klassischen Wärmenetzen habe diese Variante ein wesentlich niedrigeres Temperaturniveau und dadurch geringere Energieverluste. Außerdem können die Wohngebäude mittels kühlerer Erdtemperatur im Sommer gleichzeitig – zum Beispiel über die Fußbodenheizung – gekühlt werden.

„Klimafreundlicher geht es aktuell kaum"

„Mit dem Quartier wollen wir als Stadt ein Zeichen setzen und zeigen, wie klimafreundliches Wohnen in Zukunft aussehen und gleichzeitig sozial und wirtschaftlich sein kann. Ein wichtiger Bestandteil des Bebauungsplans war folglich, die Verbrennung von festen Brennstoffen wie Kohle, Holz oder Briketts zur Reduzierung der Luftschadstoffe auszuschließen“, betont Oberbürgermeister Ulrich Mädge.

Wieviel Wärme im Bereich des geplanten Baugebiets genau aus dem Erdreich gewonnen werden kann, prüft die Avacon nun mit Probemessungen. Nach etwa drei Wochen werden diese geothermischen Untersuchungen inklusive Auf- und Abbau abgeschlossen. Harald Gründel, Projektleiter der Avacon Natur, sagt: „Klimafreundlicher geht es aktuell kaum, was die zentrale Wärmeversorgung eines Wohngebiets angeht – also genau das, was ein Zukunftsprojekt wie Wienebüttel braucht.“ lz

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