Samstag , 3. Dezember 2022
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Wohnungsnot zum Semesterstart: Ohne Unterkunft wird der Start ins Studium für viele Studierende nicht so schön werden, wie erhofft. (Foto: Adobe Stock)

Leuphana: Große Wohnungsnot bei Erstis und Internationals

Die Wohnungssituation kurz vor dem Semesterbeginn an der Leuphana ist in diesem Jahr noch angespannter als sonst. Denn nicht nur die neuen Erstsemester suchen eine Bleibe, auch diejenigen, die seit 2020 digital studiert haben, wollen nun nach Lüneburg ziehen. Daher bittet die Uni um Unterstützung in Form von Zimmern oder Sofas. Davon können auch die Lüneburger profitieren.

Lüneburg. "Wir stehen vor einem großen Problem" heißt es vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Uni Lüneburg. Viele Erstsemester werden voraussichtlich nicht rechtzeitig vor Semesterbeginn eine Wohnung oder ein Zimmer finden. "Besonders Internationals trifft der umkämpfte Wohnungsmarkt schwer. Uns erreichen viele Anfragen aus dem Ausland von verzweifelten Erstis, für die einfach kein Zimmer frei ist. Oftmals ist die Anreise schon gebucht aber ohne Gewissheit, ob man bei Ankunft ein Dach über dem Kopf hat", sagt Silja Geest, eine der AStA-Sprecherinnen.

Zimmer, die sonst an Studierende gingen, teils zum Home Office umgestaltet

Auch Uni-Sprecher Martin Gierczak berichtet, dass sich über 90 internationale Regelstudenten beim International Office gemeldet und um Unterstützung bei der Suche nach einer Unterkunft gebeten haben. "Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Studentinnen und Studenten, die gerade ihr Studium beginnen, aber auch um solche, die bereits im Wintersemester 2020 begonnen haben, coronabedingt bislang digital studiert haben und erst jetzt nach Lüneburg umziehen." Verschärft werde die Lage zusätzlich dadurch, dass einige Leute, die ansonsten Zimmer vermietet hätten, diese in der Coronazeit zu Home Offices umgestaltet haben.

Wohnheim wird renoviert, Zimmer fallen weg

Vor Beginn der Pandemie habe es auch eine Anzahl von Kontingentzimmern gegeben, die Austauschstudierenden angeboten und durch das International Office betreut wurden, da diese, anders als Regelstudierende, besonders auf möblierte Zimmer angewiesen seien. Aus dem International Office heißt es: "Die Mietverträge mussten wir leider aufgrund der wenigen Austauschstudierenden vor Ort letztes Jahr auflösen, aber wir arbeiten noch mit den Vermietern und Vermieterinnen zusammen. Da sind leider auch einige Zimmer durch langfristige Vermietungen in der Planung für die Austauschstudierenden weggefallen." Hinzu kommt, dass ein hiesiger Wohnheimbetreiber aufgrund von Renovierungsarbeiten dieses Semester weniger Zimmer zu Verfügung hat als sonst.

So stehen also weniger Zimmer einer größeren Nachfrage gegenüber, was die Situation dieses Wintersemester besonders schwierig macht. "Dies betrifft indes nicht nur internationale Studierende, auch deutsche Studierende sind auf der Suche", sagt Martin Gierczak. Außerdem steht den meisten Studierenden nur ein sehr begrenztes finanzielles Budget zur Verfügung, was die Sache nicht leichter macht.

International Office bittet um Hilfe

Das International Office der Leuphana bittet deshalb nun die Lüneburgerinnen und Lüneburger um Unterstützung: "Wer für eine Übergangszeit, bis die Studierenden auf dem Wohnungsmarkt fündig geworden sind, ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft oder ein möbliertes Zimmer bei einer Familie anbieten kann, wird herzlich gebeten, sich bei der Universität zu melden. Die Gastgeber helfen damit nicht nur den ausländischen Studierenden, sie erhalten auch die Möglichkeit, Sprache und Kultur des jeweiligen Heimatlandes ihres Gastes kennenzulernen." Die Studierenden würden aus vielen verschiedenen Ländern kommen, das Spektrum reiche von Albanien bis Zimbabwe.

Küchennutzung und Internetzugang wären wichtig

Tanja Schaefer, die im International Office für die Unterbringung der Studierenden zuständig ist, sagt: „Am liebsten sind uns möglichst im Stadtgebiet Lüneburgs oder der näheren Umgebung gelegene möblierte Zimmer, die für einige Wochen zur Verfügung stehen. Die Mitnutzung einer Küche müsste gewährleistet sein und es wäre sehr schön, wenn die Studierenden auch über einen Internet-Anschluss verfügen könnten."

Studentin berichtet von ihrer Erfahrung mit einer Couch-Surverin

Carina Kmett, Studentin an der Leuphana. (Foto: privat)

Dass es auch für einen selbst eine schöne Erfahrung sein kann, anderen die Türen zu öffnen, berichtet die Leuphana-Studentin Carina Kmett. Sie hatte Anfang September für eine kurze Zeit eine Couch-Surferin in ihrer WG aufgenommen. "Wir haben uns über WhatsApp vorher abgesprochen und das lief alles super (auch was Corona angeht ­– sie hat sich vorher testen lassen). Ich habe gleich gespürt, dass die Couch-Surferin total dankbar dafür war, dass wir sie bei uns unterbringen und das hat einfach nur Freude bereitet, dass man jemanden glücklich machen kann, indem man einfach nur eine Schlafmöglichkeit bietet." Carina Kmett sagt, sie hatte großen Spaß dabei, ihren Gast abends durch die Innenstadt zu führen. "Auch für mich war es sehr erfrischend und wirklich schön, die Stadt noch einmal mit anderen Augen zu sehen und wieder neu wertschätzen zu können, wie schön es hier eigentlich ist."

Sie habe immer noch ab und zu Kontakt. "Und ich freue mich erzählen zu können, dass sie jetzt eine WG gefunden hat. Das hat mich sehr glücklich gemacht."

Das International Office nimmt Angebote unter der Telefonnummer 04131/677-2646 oder per eMail (tanja.schaefer@leuphana.de) entgegen.

Von Laura Treffenfeld

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