Montag , 5. Dezember 2022
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Aus Latten werden auf dem Lüneburger Marktplatz die Gehzeuge zusammengebaut, um gegen zu viele Fahrzeuge zu protestieren. (Foto: t&w)
Aus Latten werden auf dem Lüneburger Marktplatz die Gehzeuge zusammengebaut, um gegen zu viele Fahrzeuge zu protestieren. (Foto: t&w)

Mit Bildergalerie: Parade der Gehzeuge

Autos nehmen zu viel Platz ein in der Stadt. Um das zu demonstrieren, haben Theresa Berghof vom Klimakollektiv Lüneburg und ihre Mitstreiter "Gehzeuge" angelegt – und sind damit durch die Stadt gegangen. Sie fordern mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer.

Lüneburg. Mehr als 48 Millionen Autos, über 3,4 Millionen Lastwagen – die Zahl der Fahrzeuge auf deutschen Straßen steigt seit Jahren an. Deutschland ist längst „hochmotorisiert“. Das führt vor allem in Städten zu Platzproblemen. Wie viel Fläche ein einziges Auto einnimmt, demonstrierten Aktivisten unter anderem des Klimakollektivs Lüneburg auf dem Marktplatz. Sie starteten am Mittwoch gegen 18 Uhr ihre Gehzeug-Parade, die sie vom Marktplatz über Ochsenmarkt, Marienplatz, Neue Sülze, Salzstraße und Sülztorstraße bis zur Kreuzung Lindenstraße/Uelzener Straße führte.

Gehzeuge? Mit Holzlatten haben die Aktivisten tragbare Rechtecke gebastelt. "Unser größtes Gehzeug ist 4,5 Meter lang und 1,8 Meter breit, hat also etwa die Maße eines Mittelklassewagens. Die anderen vier haben die Maße eines Kleinwagens", sagt Theresa Berghof vom Klimakollektiv. Sie und ihre Mitstreiter demonstrieren mit ihrer Aktion dafür, dass die Stadt mehr Platz schafft für Fußgänger und Radfahrer. Jedes Auto weniger in der Stadt zähle. Mit dem gewonnenen Raum könnte man auch mehr Grünflächen anlegen – und die Stadt grüner und lebenswerter machen. "Wir sind überzeugt davon, dass es am Ende für alle besser ist", sagt Theresa Berghof.

Die Demonstranten wollen damit auch den Druck auf die Stadt erhöhen, "endlich ein Mobilitätskonzept für die Zukunft zu entwickeln". Eines, bei dem es weniger Platz für Autos gibt. Deshalb lehnen Berghof und ihre Mitstreiter auch den milliardenschweren Ausbau der Autobahn 39 strikt ab.

Ihre Gehzeug-Parade sei der Auftakt zu den drei bundesweiten Aktionstagen für eine sofortige Mobilitätswende, die am 8. Oktober starten. In Lüneburg soll es am Sonntag, 10. Oktober, eine große Fahrraddemo geben. Um 12 Uhr werde es vom Marktplatz aus zur A39 gehen. Auf einer Kundgebung wird dann die zentrale Forderung lauten: "Eine sozial- und klimagerechte Mobilitätswende. Jetzt." wko

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