Donnerstag , 9. Dezember 2021
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Adendorf. Zwei der drei Modelle erinnern optisch an Wandschränke, die Nummer drei sieht einem Heizkessel ähnlich. Doch die Optik ist nicht das entscheidende Kriterium für die Bewertung gewesen bei dem Testlauf der drei mobilen Luftfilteranlagen an drei kreiseigenen Schulen von Ende August bis Mitte Oktober. Vielmehr hat die Jury, Schüler und Lehrer der Oberschule Am Katzenberg in Adendorf, der Jörg-Immendorff-Schule in Bleckede und der IGS in Embsen, ihr Augenmerk darauf gerichtet, welche der drei Geräte sich mit dem Unterrichtsgeschehen gut vertragen. Dass sie alle der Luft in den Klassenräumen effektiv Viren wie das Coronavirus, Bakterien, Feinstaub und Pollen entziehen, stand außer Frage: 99,95 Prozent aller Partikel filtern sie aus. Testbetrieb in drei Schulen Einstimmig haben sich die drei Schulen im Hochbauausschuss des Lüneburger Kreistages jetzt für ein Modell ausgesprochen, von dem der Landkreis 50 Apparate bestellt. Kosten je Gerät: 4500 Euro plus Wartungskosten von 400 Euro für den Filtertausch. Schulleiterin Birgit Farley von der Jörg-Immendorff-Schule berichtete, dass das von ihren Schülern und Lehrern favorisierte Gerät einen entscheidenden Vorteil habe. „Im Gegensatz zu den anderen macht es keine nervenden Geräusche. Das empfinden Schüler und Lehrer so“, sagte sie. Hendrik Six, Leiter der Adendorfer Oberschule, nannte noch einen weiteren Aspekt: die Wartung. „Der Filterwechsel ist problemlos.“ Überdies falle der Luftfilter nicht auf, füge sich wie ein Schrank in den Klassenraum ein, attestierte Daniel Ossenkop, Lehrer an der IGS in Embsen. Technik für 355 von 979 Räumen Zusätzlich zu den 50 mobilen Luftfiltern rüstet der Kreis raumlufttechnische Anlagen in 305 Räumen an 14 Schulen um beziehungsweise auf. Dann sind 355 von jüngst 979 durch den Kreis untersuchten Räume mit Technik versorgt, die eine Ausbreitung des Coronavirus verhindern soll. Zudem schafft der Kreis rund 400 sogenannte CO2-Ampeln an: zur Unterstützung der Fensterlüftung. Für alle Anschaffungen zapft der Landkreis entsprechende Fördertöpfe von Bund und Land an, mit denen eine 80-prozentige Förderung möglich ist. Wie berichtet, muss der Kreis einen Eigenanteil von 2,5 Millionen Euro erbringen. Eine Million davon soll noch in diesem Jahr zur Verfügung stehen. Weitere 1,5 Millionen Euro sollen dann in den Kreishaushalt für kommendes Jahr eingestellt werden. „Wir wollen die Richtlinien ausschöpfen. Wir beschaffen, was wir bekommen können“, verdeutlichte Landrat Jens Böther (CDU). Das Vorgehen, Anschaffung der Technik und Beantragung der Förderungen, hat der Hochbauausschuss dem Kreistag im weiteren Verlauf der Sitzung mit Mehrheit empfohlen, der das letzte Wort hat. Kreiselternrat ist zufrieden Zufrieden ist der Vorsitzende des Kreiselternrates, Marco Sievers. Er freute sich nach der Empfehlung des Fachgremiums, dass sich bei den Kreistagsabgeordneten die Erkenntnis durchgesetzt habe, dass das Lüften der Räume und die Filterung der Raumluft zwei unterschiedliche Dinge sind, die aber beide stattfinden müssten, sagte er. Er ging noch einen Schritt weiter und forderte vom Land, die Förderung von Schutzmaßnahmen dahin zu verändern, dass künftig „überall, wo unterrichtet wird, Filter hinkommen“. Kreis Uelzen erhält kein Angebot Unterdessen berichtet der Nachbarkreis Uelzen, dass für seine weiterführenden Schulen bis auf Weiteres keine mobilen Luftfilteranlagen angeschafft werden können. Das ist das Ergebnis einer im August dieses Jahres erfolgten Ausschreibung, für die kein zuschlagsfähiges Angebot eingegangen sei. „Dass die Raumluft durch die Anschaffung solcher Geräte derzeit nicht weiter verbessert werden kann, ist bedauerlich“, so Pressesprecher Martin Theine. Die Stadt Lüneburg wertet derzeit eingegangenen Angebote für mobile Luftfilteranlagen aus. Das berichtet auf LZ-Anfrage Pressesprecher Florian Beye. „ In der Ausschreibung hatten wir festgelegt, dass eine Auslieferung der Geräte bis Mitte Dezember 2021 zu erfolgen hat. Wir gehen davon aus, dass wir diesen Zeitplan einhalten können“, sagt er. Stadt möchte mobile Luftfiltergeräte für 65 Räume Nachdem die Stadt zu den Sommerferien für jede Schule ein Probegerät, 20 an der Zahl, beschafft hatte, „haben wir in Absprache mit den Schulen weitere mobile Luftfiltergeräte für 65 Räume in allgemeinbildenden Schulen ausgeschrieben“, erläutert er. Darüber hinaus liege für raumlufttechnische Anlagen der Grundsatzbeschluss des Rates vor, bei An- und Neubauten sowie großen Sanierungen diese immer einzuplanen. Beye: „So wurde dieser nun unter anderem bei den Anbauten Igelschule und Johanneum sowie dem neuen Mitteltrakt der Grundschule Lüne umgesetzt.“
Das Lüneburger Kreishaus: Hier sollen künftig mehr Mitarbeiter tätig sein. (Foto: yb)

Frisches Personal für die Lüneburger Kreisverwaltung

In rekordverdächtigen 21 Minuten haben die Mitglieder des Lüneburger Kreistags am Donnerstag ihre letzte Sitzung in dieser Wahlperiode absolviert. Gleichwohl haben die Abgeordneten noch wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Einstimmig bei einer Enthaltung verabschiedeten sie den Nachtragsstellenplan für 2021. Er hat einen Umfang in bislang nicht gekannter Größe.


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