Samstag , 3. Dezember 2022
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Das neue Reetdach für ein Bauernhaus an der Straße Im Sande ist eines der ersten privaten Projekte, das mit Mitteln aus der Städtebauförderung unterstützt wurde. (Foto: t&w)
Das neue Reetdach für ein Bauernhaus an der Straße Im Sande ist eines der ersten privaten Projekte, das mit Mitteln aus der Städtebauförderung unterstützt wurde. (Foto: t&w)

Ideen für ein lebendiges Altdorf Bardowick sind gefragt

Das historische Erbe im Domflecken will die Gemeinde bewahren, erhaltenswerte und ortsbildprägende Häuser und Ensembles zu modernisieren. Dafür setzt sie auf die Ideen der Bardowicker und die Städtebauförderung.

Bardowick. Ihre gute Stube putzen die Bardowicker seit Ende 2018 heraus. Damals wurde der Bereich zwischen Domumfeld, Markt, Teilen der Großen Straße und Pieperstraße als Sanierungsgebiet „Altdorf Nord-West“ festgelegt. „Wir möchten das Ortszentrum beleben, die Infrastruktur ausbauen und für das Ortsbild bedeutende Gebäude erhalten. Um solche Projekte anzuschieben, werben wir Mittel aus der Städtebauförderung ein“, sagt Gemeindedirektor Heiner Luhmann.

Private und öffentliche Vorhaben

Für private und öffentliche Vorhaben zum Erhalt oder zur kompletten Sanierung alter Bausubstanz können Mittel aus der Städtebauförderung fließen. Bis zu 80.000 Euro sind für private Investitionen möglich, je Gebäude ist ein Antrag möglich.

Der Flecken entscheidet aber nicht allein, wie mit dem historischen Erbe im Altdorf verfahren werden soll. Die Bürger beteiligt die Kommune auch. Sie können ihre Wünsche, Ideen und Vorschläge einbringen: zum Beispiel bei einer Veranstaltung am Donnerstag, 21. Oktober, um 19 Uhr im Schützenhaus Bardowick.

Ideensammlung wird erweitert

In einer ersten Online-Beteiligung seien bereits einige Anregungen und Gedanken zu den Themen Siedlungsstruktur und Wohnen, Demografie und Daseinsvorsorge, Wirtschaft und Tourismus, Mobilität sowie Natur, Landschaft und Klima gemacht worden, berichtet das beauftragte Planungsbüro. „Jetzt geht es darum, diese erste Ideensammlung zu konkretisieren, zu überprüfen und zu erweitern.“

In der Ankündigung für die Bürgerbeteiligung heißt es denn auch: „Wünschen Sie sich weitere Freizeitangebote, Einkaufsmöglichkeiten, Verbesserungen im Bereich Verkehr/Radwege, neue Treffpunkte, ein Café oder doch ganz etwas anderes? An welcher Stelle im Altdorf könnte Ihr Wunsch realisiert werden?“

Reetdach für altes Bauernhaus

„Einzelne Projekte sind bereits gelaufen wie die Errichtung eines neuen Reetdaches für ein altes Bauernhaus an der Straße Im Sande. Andere sind in Vorbereitung, unter anderem der Umbau eines alten Bauernhauses an der Ecke Domstraße/Steinstraße zu einem kleinen Hotel und Restaurant für das es Mittel aus der Städtebauförderung gibt“, berichtet Luhmann. Weitere schon angeschobene Vorhaben seien darüber hinaus der Bau eines öffentlichen WC im Bereich Dom und Rathaus und einige Fensterumbauten an Gebäuden. Auch die mögliche Umgestaltung der Domschänke könne mit Mitteln aus dem Förderprogramm als begleitende Finanzierung rechnen.

Pieperstraße im Fokus

„In den Fokus rückt aktuell noch stärker die Zukunft der Pieperstraße, nachdem das Modehaus Vick geschlossen wird. Uns interessiert aber auch, wie die Bardowicker sich die Gestaltung des Umfeldes rund um den ehemaligen und inzwischen abgerissenen Spar-Markt an der Großen Straße vorstellen“, sagt der Verwaltungschef. Darüber wolle man diskutieren. „Wir wollen ein lebendiges und lebenswertes Altdorf. Das funktioniert nicht mit einer Planung von oben, sondern nur zusammen mit den Bürgern. Die Bardowicker sollen mitwirken, damit sie sich später mit ihrem Ortszentrum identifizieren können“, betont er.

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Von Stefan Bohlmann

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