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Nicht mehr schön genuag für den Einzelhandel? Obwohl Bananen wie diese noch genießbar sind, laden sie häufig im Müll. (Foto: Adobe Stock)
Nicht mehr schön genuag für den Einzelhandel? Obwohl Bananen wie diese noch genießbar sind, laden sie häufig im Müll. (Foto: Adobe Stock)

Die Sache mit den braunen Flecken

Optisch nicht perfektes Obst und Gemüse wird im Handel oft aussortiert. Wie lässt sich vermeiden, dass es im Müll landet?

Lüneburg. Eine Delle im Apfel? Eine braune Stelle an der Banane? Häufig wird sehr reifes oder nicht mehr perfektes Obst und Gemüse einfach aussortiert. Im Einzelhandel findet jedoch langsam ein Umdenken statt. Wie ein bundesweiter Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt, werden die Produkte teils zu einem reduzierten Preis angeboten. Damit alle Supermärkte nachziehen, muss auch die Politik künftig mehr unterstützen. Deshalb machen die Verbraucherzentralen auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam, auch das Lüneburger Büro an der Schröderstraße.

Bereits 28 Prozent der für den Check besuchten Märkte bieten Verbrauchern preisreduziertes Obst und Gemüse an – lautet ein Ergebnis der aktuellen Überprüfung. „Wir freuen uns, dass einige diese Möglichkeit gegen Lebensmittelverschwendung bereits wahrnehmen. Nun ist es wichtig, dass alle anderen Händler ebenfalls mitmachen“, findet Anneke von Reeken, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Für den Marktcheck wurden stichprobenartig deutschlandweit 25 Supermärkte und Discounter unter die Lupe genommen. Mit dabei waren Rewe, Edeka, Kaufland, Globus, Aldi, Lidl, Alnatura, denn‘s Biomarkt, Netto Markendiscount und Penny.

Die optisch nicht mehr perfekten Lebensmittel müssten einfach zum normalen Bild in der Obst- und Gemüseabteilung dazugehören, meint die Expertin: „Das hilft nicht nur, der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken, sondern führt auch zu einem Umdenken bei den Menschen. Verbraucher können so sensibilisiert werden, dass auch sehr reifes Obst und Gemüse noch gut und essbar ist.“ Auch eine ansprechende informative Präsentation der Ware, wie Beispiele im Marktcheck zeigen, trägt zur Wertschätzung von aussortiertem Obst und Gemüse bei.

Doch so einfach die Lösung auch sein mag, hier hakt es meist an unzureichenden Regelungen hinsichtlich der Kennzeichnungspflicht. „Händler müssen Verbraucher beim Verkauf von Obst und Gemüse unter anderem über die Herkunft, Sortenbezeichnung und vieles mehr informieren“, weiß von Reeken und erklärt: „Hat ein Apfel nun braune Stellen und landet in einer Kiste für preisreduzierte Lebensmittel, fehlen die notwendigen Pflichtangaben, die sich eigentlich auf der Preisbeschilderung befinden.“ Hier wünscht sich die Verbraucherzentrale Niedersachsen klare Handlungsanweisungen, von der Politik initiiert und im Einklang mit der Lebensmittelüberwachung, mit konstruktiven Vorschlägen für den Handel. Dies würde dem Handel den Umgang erleichtern und Hemmschwellen abbauen, um möglichst viele Märkte zum Mitmachen zu bewegen. Zudem könnten Verbraucher so vor Irreführung und Täuschung geschützt werden. lz

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