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Am Lüneburger Landgericht muss sich ab Dienstag ein 87-Jähriger wegen Toschlags an seiner Ehefrau verantworten. (Symbolbild: A/be)

Prozessauftakt: Tötete Senior seine Frau aus Mitleid?

Prozess am Landgericht beginnt am Dienstag, 28. Oktober: Ein heute 87 Jahre alter Mann muss sich wegen Totschlags verantworten.

Lüneburg. Mit solch einem Fall hat auch das Lüneburger Landgericht selten zu tun: Ein heute 87 Jahre alter Mann muss sich vom kommenden Dienstag, 26. Oktober, an in einem Prozess wegen Totschlags verantworten. Er soll am 10. Mai vergangenen Jahres seine zwei Jahre ältere Ehefrau in einem Altenheim im Landkreis Lüneburg mit mehreren Messerstichen getötet haben. Das Motiv: Aufgrund seiner eigenen Behinderung habe er die Sorge gehabt, dass er sich nicht mehr um sie kümmern könne.

Wollte seine Frau von ihrem Leiden "erlösen"

Der Mann war zur Tatzeit 85 Jahre, seine Frau zwei Jahre älter, seit langem bettlägerig und zunehmend dement. Gegenüber der Polizei hatte der Senior damals ausgesagt, dass er sie von ihrem Leiden „erlösen“ wollte. Als Mittel dafür wählte er offenbar ein Messer, soll mehrfach damit zugestochen haben.

Eine Mitarbeiterin des Heims hatte die Frau „leblos“ auf ihrem Bett gefunden. Der Mann habe sich danach selbst mit einem Küchenmesser töten wollen, hieß es damals von der Polizei. Die Ordnungshüter konnten den Mann schließlich überwältigen, er kam dann leicht verletzt erst in ein Krankenhaus, anschließend in eine psychiatrische Klinik.

Für den Prozess vor der 4. Großen Strafkammer hat das Gericht zunächst sechs Verhandlungstage angesetzt. Zum Auftakt sind zwei Zeugen geladen. lz

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