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Einen Tag lang wurde das Übungsszenario in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Scharnebeck durchgespielt. (Foto: Bahr)

Helfer bereiten sich für den Katastrophenfall vor

Vor dem Hintergrund einer großflächigen Ausnahmesituation haben die Lüneburger Feuerwehr, der Landkreis Lüneburg, die Bundeswehr und das Technische Hilfswerk in diesem Monat wichtige Abläufe geprobt.

Lüneburg. Bombenexplosion, Verletzte, Vermisste: Vor dem Hintergrund einer großflächigen Ausnahmesituation haben die Lüneburger Feuerwehr, der Landkreis Lüneburg, die Bundeswehr und das Technische Hilfswerk in diesem Monat wichtige Abläufe geprobt. Dabei ging es darum, dass alle Beteiligten zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen treffen, um den Großeinsatz koordiniert und effektiv ausführen zu können, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises.

Unübersichtliche Situation mitten in Lüneburg

Das für die Übung erstellte Szenario gibt eine zunächst unübersichtliche Situation mitten in Lüneburg wieder. An einem frühen Morgen erschüttert eine ohrenbetäubende Explosion die Innenstadt. Rauch steigt auf, zwischen dem Salü und dem Hotel Seminaris klafft ein riesiger Krater. Gebäude brennen, sind stark beschädigt, teilweise gar eingestürzt. Die Unfallstelle umhüllt große Dunkelheit, denn ein Stromausfall hat nicht nur die Lichter ausgehen lassen, sondern betrifft auch die Versorgung des Klinikums.

Nicht zuletzt verbreitet sich an der Einsatzstelle beißender Chlorgeruch. Später wird klar: Eine 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war im Zuge von Bauarbeiten explodiert. „Zum Glück ist diese außergewöhnliche Situation nur auf dem Papier skizziert, dennoch müssen wir immer und überall auf Ausnahme-Einsätze wie diesen vorbereitet sein“, sagt Andreas Bahr, Pressewart der Kreisfeuerwehr.

Mal praktische, mal theoretische Übungen

Um genau das zu gewährleisten, finden im Landkreis Lüneburg regelmäßig Übungen in verschiedenen Formaten und mit wechselnder Beteiligung statt. Mal sind es praktische, mal theoretische – so wie die aktuelle Übung. „Wir haben quasi am Reißbrett jeden einzelnen Schritt durchgespielt“, erläutert Bahr. „Ständig kommen neue Meldungen rein, auf die wir reagieren müssen. Dazu gehören Lageeinschätzung, Stärke der Einsatzteams, Evakuierungen, Ausrüstung und Unterstützungsbedarf wie Hundesuchstaffeln und Baustatiker.“

So wurde in dem Übungsumfeld auch schnell entschieden, die Technische Einsatzleitung (TEL) des Landkreises hinzuzuziehen. Ihr gehören Mitarbeiter der Kreisverwaltung, Feuerwehrleute und Fachberater von Hilfsorganisationen an. Die Aufgabe der TEL war es, sämtliche Informationen zur Schadenslage, zum angeforderten Material und zu den Einsatzkräften aufzunehmen, zu sortieren und zu dokumentieren.

Gleichzeitig lag die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in ihrer Hand. „Eine Bombenexplosion in Lüneburg würde in den Sozialen Netzwerken viral gehen. Von verzweifelten Hilferufe über Verschwörungstheorien, Katastrophen-Touristen bis hin zu Social-Media-Gruppen, die eine Helferinitiative gründen – all das gilt es zu kanalisieren und zu steuern,“ verdeutlicht Bahr. „Zusätzlich muss ein Bürgertelefon eingerichtet werden.“

Übung hat gut funktioniert

Einen Tag lang haben die rund 40 Beteiligten das Übungsszenario in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Scharnebeck durchgespielt, Verbesserungsmöglichkeiten aufgenommen und gut funktionierende Strukturen dokumentiert. Insgesamt ist Andreas Bahr sehr zufrieden: „Bei Großschadensereignissen zählt jede Minute. Insofern ist es wichtig, dass alle notwendigen Abläufe bekannt und aufeinander abgestimmt sind – in der Übung hat das sehr gut geklappt.“ lz

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