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Der Nachbarlandkreis Harburg hat per Allgemeinverfügung eine Stallpflicht für Geflügel im Bereich der Unterelbe-Niederung angeordnet. (Foto: t&w)
Der Nachbarlandkreis Harburg hat per Allgemeinverfügung eine Stallpflicht für Geflügel im Bereich der Unterelbe-Niederung angeordnet. (Foto: t&w)

Stallpflicht für Geflügel an der Elbe

In der Samtgemeinde Elbmarsch sowie nördliche Teile der Stadt Winsen, der Gemeinde Stelle und der Gemeinde Seevetal hat der Kreis Harburg jetzt die Stallpflicht für Geflügel angeordnet. Zuvor war bei Stockenten der hoch ansteckende Virus-Typ H5N1 nachgewiesen worden.

Winsen/Lüneburg. In den vergangenen Wochen wurden Fälle der Vogelgrippe (Aviäre Influenza) oder Geflügelpest in mehreren Teilen Norddeutschlands festgestellt. Nun wurde auch bei drei geschossenen Stockenten im Landkreis Harburg der hoch ansteckende Virus-Typ H5N1 nachgewiesen. Daher ordnet der Landkreis Harburg per Allgemeinverfügung die Stallpflicht für Geflügel im Bereich der Unterelbe-Niederung an. In dem Gebiet rasten Wildvögel bevorzugt.

„Das Zugverhalten der Vögel begünstigt die Übertragung und die Ausbreitung des Virus. Die Dichte der Vogelpopulationen in den Rastgebieten wird in den kommenden Wochen weiter stark zunehmen, da der Vogelzug erst begonnen hat“, erklärt Thorsten Völker, Leiter der Abteilung Ordnung und Verbraucherschutz der Harburger Kreisverwaltung, die auch das Veterinäramt umfasst. „Oberste Priorität hat der Schutz des Geflügels vor einem Eintrag und der möglichen weiteren Verbreitung. Der Ausbruch der Geflügelpest kann immense wirtschaftliche Folgen für alle Geflügelhalter, Schlachtstätten und verarbeitende Industrien haben.“

Das von der Aufstallpflicht betroffene Gebiet umfasst die Samtgemeinde Elbmarsch sowie nördliche Teile der Stadt Winsen, der Gemeinde Stelle und der Gemeinde Seevetal. Es grenzt direkt an den Landkreis Lüneburg, und zwar an der Elbe zwischen Avendorf und Artlenburg, auch Rottorf ist betroffen.

Ab Freitag, 29. Oktober, dürfen Geflügelhalter ihre Tiere nicht mehr unter freiem Himmel halten, sondern nur in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzvorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenabgrenzung bestehen muss, heißt es in einer Mitteilung der Harburger Kreisverwaltung.

Lediglich in begründeten Einzelfällen seien Ausnahmen von der Aufstallungspflicht möglich, zum Beispiel für Gänse- oder Entenhaltungen, bei denen keine Aufstallungsmöglichkeiten existieren. Dazu bedarf es eines Antrags. Das dafür notwendige Formular kann unter www.landkreis-harburg.de (Suchbegriff: „Geflügelpest“) heruntergeladen werden.

Zudem gibt das Veterinäramt folgende Hinweise:

  • Spaziergänger und Haustiere sollten Kontakt zu toten oder kranken Wildvögeln vermeiden.
  • Tote oder kranke Wildvögel, insbesondere Enten, Gänse, Schwäne, Greifvögel, Eulen, Rebhühner und Fasane, Storche und Reiher sind dem Veterinäramt zu melden.
  • Jäger sollten, wenn sie mit Federwild in Berührung gekommen sind, jeglichen Kontakt zu Geflügel vermeiden.
  • Die Vogelgrippe kann in ganz seltenen Fällen auch auf den Menschen übergehen, in Deutschland wurde dies bisher allerdings nicht nachgewiesen. Erhitzte Geflügelprodukte können unbedenklich verzehrt werden. lz

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