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Kathrin Bockey und Claus Eckermann
Nach der Vereidigung einen Blumenstrauß: Kathrin Bockey ist die neue Samtgemeindebürgermeisterin in der Elbmarsch. Claus Eckermann gratulierte im Namen aller Ratsmitglieder. (Foto: bjh)

Elbmarsch: Rat der Gemeinsamkeiten

Konstituierende Sitzung in Hunden: Gute Stimmung im „bunten Rat“ mit sechs Parteien. Kathrin Bockey ist die neue Samtgemeindebürgermeisterin in der Elbmarsch.

Hunden. Aufregung gab es jüngst bei der konstituierenden Sitzung des Rates der Samtgemeinde Elbmarsch nur vor der Sitzung. Diese sollte im Hofcafé Marschendeel in Hunden als 2G-Veranstaltung durchgeführt werden, doch plötzlich stand da jemand in der Tür, der sozusagen null G war. Aber in der Elbmarsch ist man patent. Kurzerhand wurde vor der Tür ein Schnelltest organisiert, der sogar das gewünscht negative Ergebnis anzeigte.

Im Hofcafé herrschte schon eine etwas feierliche Stimmung. Wäre der Samtgemeinderat ein Gesangsverein, dann müsste man ihn „Harmonie“ nennen. Auch im neuen Rat wird geduzt. Und da wurde der alte und neue Ratsvorsitzende Hans-Peter Meyn (CDU) während der Sitzung mit „Lieber Hansi“ angerufen. Und bei der Verteilung der Vorsitze und Plätze in den sechs Ausschüssen überließen die beiden großen Fraktionen den vier kleineren Fraktionen freundschaftlich einige Zugriffe, die sie auch selbst hätten vornehmen können.

Hans-Peter Meyn (CDU) wurde einstimmig gewählt

Mit einer gewissen Aufregung verfolgte auch Kathrin Bockey (SPD) die konstituierende Sitzung. Claus Eckermann (SPD) übernahm zunächst den Vorsitz, nachdem Samtgemeinderat Jan Abeska den Marschachter als das älteste dazu bereite Ratsmitglied identifiziert hatte. Und Kathrin Bockey wurde von Eckermann als neue Samtgemeindebürgermeisterin vereidigt. Die 53-Jährige erklärte, sie wolle eine Samtgemeindebürgermeisterin für alle sein.

Letzte Amtshandlung Eckermanns war die Wahl eines neuen Ratsvorsitzenden. Der bleibt der alte, Hans-Peter Meyn (CDU) wurde einstimmig gewählt. Die SPD hatte auf die Aufstellung eines eigenen Kandidaten verzichtet, um eine Kampfabstimmung zu vermeiden. „Wir setzen damit auch ein Zeichen, dass wir hier im Rat partnerschaftlich zusammenarbeiten wollen“, begründete Norbert Kloodt die Entscheidung.

Routiniert ging es dann durch insgesamt 31 Tagesordnungspunkte, die Sitzung war nach einer knappen Stunde bereits beendet. Weitere Posten wurden vergeben: Jeweils einstimmig wurden Antje Dedio (SPD) und Anita Arndt (Freie Wähler) zu stellvertretenden Ratsvorsitzendinnen gewählt. Ergänzt werden soll die bisherige Geschäftsordnung um den Punkt, dass künftig digitale Sitzungen führend sein sollen, sprich, dass sich Ratsmitglieder und Interessierte wenigstens bei den meisten Sitzungen zuschalten können.

Unterhaltsam wurde es zum Abschluss

Wer arbeitet im Rat mit wem zusammen? SPD und FDP bilden eine Gruppe mit insgesamt elf Ratsmitgliedern, Grüne und Piraten bilden eine siebenköpfige Gruppe, die CDU mit acht Sitzen und die Freien Wähler mit zwei Sitzen bleiben für sich. Es bleibt bei sechs Fachausschüssen. Dem Bauausschuss sitzt Lars Witthöft (SPD) vor, dem Jugendausschuss Tobias Wenck (SPD), dem Schulausschuss Anita Arndt (Freie Wähler), dem Ausschuss für Feuer- und Katastrophenschutz Karl-Heinz Kornberger (CDU), dem Finanzausschuss Michael Christiansen (CDU) und dem Ausschuss für ÖPNV, Wirtschaftsförderung, Tourismus und Mobilität Malte Krafft (Grüne).

Sechs Mitglieder entsendet die Samtgemeinde in den Verwaltungsrat der Elbkom: Lars Witthöft und Claus Eckermann (beide SPD), Michael Christiansen und Heiko Scharnweber (beide CDU) sowie Christian Ditters (Grüne) und Ulf Riek (Freie Wähler). Den Vorsitz übernimmt Kathrin Bockey. In der Kulturstiftung werden Simona Ziegler (SPD) und Lars Hafke (Grüne) die Samtgemeinde vertreten.

Unterhaltsam wurde es zum Abschluss: Ratsvorsitzender Hans-Peter Meyn kündigte den Bericht der Verwaltung an, worauf Kathrin Bockey etwas ratlos wirkte, schließlich war sie noch keine 60 Minuten im Amt. Meyn stellte daher abschließend Folgendes fest: „Du hast heute schön Kaffee getrunken.“ Und auch das war einfach nur nett gemeint.

Von Björn Hansen

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