Montag , 5. Dezember 2022
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Dieser Wolf ist schon der vierte, der alleine in diesem Jahr im Landkreis Lüneburg überfahren wurde. Vom Unfallfahrer fehlt bislang jede Spur. (Foto: privat)
Dieser Wolf ist schon der vierte, der alleine in diesem Jahr im Landkreis Lüneburg überfahren wurde. Vom Unfallfahrer fehlt bislang jede Spur. (Foto: privat)

Wolf auf der B4 überfahren

Bereits zum vierten Mal in diesem Jahr ist ein Wolf im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Der Vorfall ereignete sich am Montag bei Melbeck, der Fahrer machte sich wohl aus dem Staub.

Melbeck. Eine junger Wolf wurde am Montag offenbar in den frühen Morgenstunden von einem bislang unbekannten Autofahrer auf der Bundesstraße 4 in der Nähe von Melbeck angefahren und dabei tödlich verletzt. Den Kadaver entdeckte ein Jungjäger etwa 20 Meter von der Straße entfernt. Vor Ort war auch die Wolfsberaterin Ulrike Kruse. Sie bestätigt den Vorfall. Sie nahm den Tierkörper mit, der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) holte diesen dann bei ihr ab. Der Kadaver kommt zur weiteren Untersuchung in das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin. Auf LZ-Anfrage teilte die Polizei mit, dass sie von dem Vorfall nichts wusste.

Der letzte Vorfall ereignete sich am 27. Oktober

Immer wieder kommt es zu Wildunfällen mit Wölfen. Alleine in diesem Jahr wurden im Landkreis Lüneburg dem Wolfsbüro des NLWKN bereits drei tote Wölfe durch Verkehrsunfälle gemeldet – der letzte Vorfall ereignete sich am 27. Oktober bei Soderstorf.

Besonders die vielbefahrene B4 scheint für Wölfe ein gefährliches Pflaster zu sein: So wurde beispielsweise am 4. April vorigen Jahres, ebenfalls bei Melbeck, ein Welpe überfahren. Aus welchem Rudel das Tier stammte, konnten die Experten bei ihren Untersuchungen nicht klären. Und am 1. Januar dieses Jahres wurde ebenfalls in der Nähe ein Jährling auf der Bundesstraße 209 zwischen Embsen und Oerzen im Straßenverkehr getötet. Auch bei diesem Tier gibt es in der Auflistung des Wolfsbüros keinen Hinweis auf die Herkunft.

39 Wolfsrudel gibt es in Niedersachsen

Insgesamt gibt es laut Wolfsmonitoring (Stand Oktober 2021) in Niedersachsen 39 Wolfsrudel, ein Wolfspaar und Einzelwölfe. In ganz Deutschland sind es inzwischen 128 Rudel und 35 Wolfspaare.

Das erste Wolfsterritorium in Niedersachsen wurde 2011/12 auf dem Truppenübungsplatz Munster nachgewiesen. Seitdem ist die Anzahl an nachgewiesenen Territorien stetig angestiegen – und damit auch die Gefahr, dass Wölfe in ein Auto laufen und überfahren werden. Die Bitte von Wolfsberaterin Kruse in einem solchen Fall: „Nicht einfach die Fahrt fortsetzen, sondern den Fall unbedingt der Polizei oder dem Revierförster melden!“ So könne auch verhindert werden, dass sich schwer verletzte Tiere in das Unterholz verkriechen und dort elendig ihren Verletzungen erliegen. kre

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