Mittwoch , 30. November 2022
Anzeige
Prof. Dr. Edgar Ring zeigt seinen Sülfmeisterring. (Foto: t&w)
Prof. Dr. Edgar Ring zeigt seinen Sülfmeisterring. (Foto: t&w)

Edgar Ring ist Bürger des Jahres

Seit mehr als 35 Jahren kürt der Lüneburger Bürgerverein den "Bürger des Jahres". Der Sülfmeisterring 2021 konnte am Sonnabend Prof. Dr. Edgar Ring entgegennehmen.


Lesen, was Lüneburg bewegt

Sie sind schon registriert oder haben LZ+ bereits abonniert?
Sie sind neu hier?

Sie haben ein Print- oder ePaper-Abo?

Seit mehr als 35 Jahren kürt der Lüneburger Bürgerverein den "Bürger des Jahres". Der Sülfmeisterring 2021 konnte am Sonnabend Prof. Dr. Edgar Ring entgegennehmen.

Lüneburg. Zum „Bürger des Jahres 2021“ hat der Bürgerverein Lüneburg den Stadtarchäologen Prof. Dr. Edgar Ring erkoren. Bei einer Feierstunde in der Kronendiele überreichte ihm der Vorsitzende Rüdiger Schulz den Sülfmeisterring. Diese Auszeichnung wird seit 1985 an Personen vergeben, die sich um die Stadt in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Gewaltig sind die bauhistorischen Schätze, die Lüneburg zu etwas Besonderem machen. Manches schlummert jedoch im Verborgenen, im Untergrund, sagte Rüdiger Schulz. Auch dies lohne sich zu untersuchen, denn es kämen ungeahnte Details unserer Vorfahren zum Vorschein wie Schmuck, Keramik, Gläser oder Haushaltsgegenstände, die Einblicke in den Alltag früherer Zeiten gewährten. Heute bestreite niemand, wie wichtig der Denkmalschutz sei, um Gebäude der Stadt zu erhalten. Kritisiert habe der Bürgerverein bereits 1988 in seiner Rot-Blau-Weißen Mappe, dass es keinen Stadtarchäologen geben. Das habe am Ende nicht nur gefruchtet, sondern die Stelle sei 1991 kompetent besetzt worden. „Prof. Dr. Ring haben wir eine Fülle wertvoller Funde zu verdanken, ich verweise nur auf die geborgene Glaskunst, die wir in unserem Museum bestaunen dürfen.“

Prof. Dr. Ring sind viele wertvolle Funde zu verdanken

Laudator Dr. Frank Andraschko und Ring sind seit Jahrzehnten beruflich und freundschaftlich verbunden. Kennengelernt hatten sie sich, als Andraschko seine Assistenz am Archäologischen Institut der Universität Hamburg angetreten hatte, wo Ring damals als ehrenamtlicher Lehrbeauftragter tätig war. Andraschko blätterte die Stationen Studium, Promotion und beruflicher Werdegang des 1955 in Haltern/Westfalen Geborenen auf. Seine Leidenschaft für Keramikforschung und Mittelalterarchäologie habe sich dabei früh abgezeichnet.

1987 kam Ring nach Uelzen, unter seiner Leitung wurde eine eigene Stadtarchäologie aufgebaut, die bis heute als Teil der Kreisarchäologie Bestand hat.

Ein reiches Betätigungsfeld in Lüneburg

Als Glücksfall sehe sein Kollege Ring, "dass er ab 1991 in der von der Stadt Lüneburg geschaffenen Stelle als Stadtarchäologe ein reiches Betätigungsfeld fand". Die Position war zuerst im Baudezernat der Stadtverwaltung angesiedelt mit enger Verbindung zum Museum. Von 1996 bis 2011 leitete der Wissenschaftler Stadtarchäologie und Baudenkmalpflege in Personalunion. Ab 2011 war er als Stadtarchäologe auch Kurator Archäologie in der Museumsstiftung Lüneburg, zeichnete beim Neuaufbau des Museums für diese Abteilung verantwortlich. Seit 1994 lehrt er zudem am Archäologischen Institut der Uni Hamburg, 2014 erfolgte die Ernennung zum Professor der Uni Hamburg. In diesem Jahr trat er in den Ruhestand.

Viele Publikationen und Ausstellungen

Ein Glücksfall war und ist Ring auch für die Stadt. In vorbildlicher Weise habe er es in fast 30 Jahren geschafft, der Archäologie ein Gesicht zu geben und ihr in der Öffentlichkeit Wertschätzung zu verschaffen, sagte Andraschko. Er habe Denkmalpflege, Wissenschaft, Museum und Öffentlichkeitsarbeit mit "professioneller und glücklicher Hand zusammengeführt". Reichhaltig ist seine Publikationsliste und die Herausgeberschaft für die Schriftenreihen "Archäologie und Bauforschung in Lüneburg" sowie "Denkmalpflege in Lüneburg". Vielbeachtet sind seine Ausgrabungen der Töpferei bei der Michaeliskirche und auf dem Lambertiplatz, die in Ausstellungen viel Publikum zogen. Dazu kommen interdisziplinäre Forschungsprojekte zum Beispiel auf dem Nikolaihof in Bardowick. Informationen für ein breites Publikum bietet auch eine Schriftenreihe zur Stadtarchäologie, die der Verein Stadtarchäologie herausgibt.

"Ich bin eigentlich ein Mitbürger des Jahres"

Ring bedankte sich herzlich für die Auszeichnung, nun "Bürger des Jahres" zu sein. "Doch eigentlich bin ich Mitbürger des Jahres, denn Stadtarchäologie in Lüneburg arbeitet immer in einem Netzwerk mit vielen Bürgern zusammen." Besonders hervor hob er seine Verbundenheit zum Verein Lüneburger Stadtarchäologie, die Ideenschmiede sei, um Themen in die Öffentlichkeit zu tragen. Aber auch der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, vielen Mitarbeitern in der Stadtverwaltung sowie der Verbindung mit der Uni Hamburg verdanke die Stadtarchäologie viel.

Von Antje Schäfer

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.