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Dr. Inge Voltmann-Hummes, stellvertretende Landrätin, hisst vor der Kreisverwaltung die Fahne „Wir sagen Nein zu Gewalt gegen Frauen!“. (Foto: t&w)
Dr. Inge Voltmann-Hummes, stellvertretende Landrätin, hisst vor der Kreisverwaltung die Fahne „Wir sagen Nein zu Gewalt gegen Frauen!“. (Foto: t&w)

Schweigemarsch als Zeichen gegen Gewalt

Die Farbe Orange, ein internationales Symbol für den Schutz vor Gewalt, wird am Donnerstag an vielen Stellen in der Stadt zu sehen sein. Lüneburg setzt ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen.

Lüneburg. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen setzt Lüneburg heute, Donnerstag, 25. November, ein starkes Zeichen. Die Gleichstellungsbeauftragten von Landkreis und Hansestadt und weitere Kooperationspartnerinnen und -partner laden ab 16 Uhr zu einem Schweigemarsch durch die Innenstadt ein.

Dabei dominiert deutlich sichtbar die Farbe Orange – als internationales Symbol für den Schutz vor Gewalt. Besonders auffällig sind an dem Tag das Rathaus und der Wasserturm, die beide orange beleuchtet werden. Außerdem wehen orange-farbene Flaggen vor der Kreisverwaltung, dem Marktplatz und dem Museum Lüneburg. „Gewalt an Frauen ist keine Randerscheinung. Sie betrifft jede vierte Frau in einer Partnerschaft, sie passiert tagtäglich, und sie bleibt oft im Verborgenen“, sagt Maret Bening, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Lüneburg. „Um diesen Missstand zu verbildlichen, trägt jede vierte Teilnehmerin keine orange Warnweste.“

Wie weit Täter gehen können, zeigen allein zwei Fälle in Lüneburg aus dem zurückliegenden Jahr. Im Januar erstach ein junger Mann seine 19-jährige Freundin, im Oktober wurde eine Schwangere getötet. Als Täter steht der ehemalige Lebensgefährte unter Verdacht. Frauen müssen besser geschützt werden, betonen die Veranstalter, darauf wolle der Tag aufmerksam machen. „Wenn Frauen Schutz benötigen, müssen sie diesen finden können“, sagt Landrat Jens Böther. „Wir brauchen deshalb auf der einen Seite verbesserte Strukturen, auf der anderen Seite steht aber jeder und jede einzelne persönlich in der Verantwortung – indem wir alle nicht wegschauen, sondern Hilfe anbieten.“ Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch hätte am Donnerstag gerne persönlich ein Zeichen gesetzt, doch parallel findet die konstituierende Ratssitzung der Hansestadt statt: „Ich finde es wichtig, dass wir als Hansestadt Lüneburg mit Rathausbeleuchtung und dem Hissen der Fahne Haltung zeigen.“ Sie wünscht der Demonstration möglichst viele Teilnehmende, so wie es die Corona-Rahmenbedingungen zulassen.

Die Demonstration startet am Donnerstag um 16 Uhr vor der Kreisverwaltung, Auf dem Michaeliskloster 4. Dort hisst vorher die stellvertretende Landrätin Dr. Inge Voltmann-Hummes die Fahne „Wir sagen Nein zu Gewalt gegen Frauen!“. Für den Schweigemarsch werden die Teilnehmenden gebeten, ein orangenes Oberteil – etwa eine Warnweste – und aufgrund der Coronapandemie eine medizinische Maske zu tragen. lz

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