Samstag , 3. Dezember 2022
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Nach der Kontrolle von Impfnachweis und Personalausweis ermöglicht ein Bändchen den Kunden einen vereinfachten Zutritt in Lüneburgs Geschäfte.
Nach der Kontrolle von Impfnachweis und Personalausweis ermöglicht ein Bändchen den Kunden einen vereinfachten Zutritt in Lüneburgs Geschäfte. (Foto: t&w)

Mit 2G-Bändchen in der Innenstadt schneller shoppen

Voraussichtlich dürfen in Kürze nur noch Geimpfte und Genesene in die Einzelhandelsläden der Innenstadt. Damit der QR-Code oder der Impfausweis nicht in jedem Geschäft vorgezeigt werden muss, plant die Stadt auf Drängen des LCM nun eine Vereinfachung: Bändchen am Handgelenk sollen dokumentieren, wer überprüft wurde – und dem Träger so die Türen öffnen.

Lüneburg. Hamburg tut es, Bremen tut es, Cochem und Unna ebenso, und Lüneburg tut es bald: Kunden der Innenstadt sollen künftig genau wie beim – inzwischen abgesagten – Weihnachtsmarkt mit Bändchen am Handgelenk dokumentieren, dass sie die 2G-Regel erfüllen. Nachweise müssten so beim Shopping nicht in jedem Laden einzeln vorgezeigt werden. Heiko Meyer, Vorsitzender des Lüneburger Citymanagements (LCM) drückte am Montag aufs Tempo: "Eigentlich ist es für den Handel schon 5 nach 12." Am Abend dann die Botschaft aus der Kreisverwaltung: "Die Regelung ist mit der Stadt besprochen und kann jetzt umgesetzt werden", sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann.

"Verhindern, dass die Tür für Amazon weiter geöffnet wird"

Philipp Mundinus, Inhaber des Fachhauses Oskar Mundinus, hatte die Idee, die für den Kurzzeit-Weihnachtsmarkt produzierten Bändchen in der gesamten Innenstadt weiter zu nutzen, in der Sonnabendausgabe der LZ ausgebreitet. "Dabei waren wir vom LCM schon einen Schritt weiter", betont Heiko Meyer. Am vergangenen Donnerstag habe der LCM bei der Kreisverwaltung einen entsprechenden Antrag gestellt. "Für die Gastronomie ist 2G-plus eine Katastrophe, Weihnachtsfeiern werden in Serie abgesagt", sagt Meyer: "Wollen wir im Handel nun verhindern, dass die Tür für Amazon weiter geöffnet wird, müssen wir schnell handeln."

Wie einschüchternd dieser Rivale ist, zeigt der Zahlenvergleich: So weist alleine das Amazon-Logistik-Zentrum in Winsen eine Lagerfläche von 64.000 Quadratmetern auf. In Lüneburg ergab eine Erhebung im Frühjahr 2011 eine Gesamtverkaufsfläche in damals 592 Geschäften von 169.500 Quadratmetern.

Bremen und Hamburg haben gute Erfahrungen gemacht

Umso wichtiger, mit pfiffigen Ideen der schieren Masse die Stirn zu bieten. Die blauen Bändchen, die eigentlich nur den freien Zugang zu Glühwein und Karussells ermöglichen sollten, könnten dabei helfen, Lüneburgs Einzelhändlern ein trotz Corona-Einschränkungen einträgliches Weihnachtsgeschäft zu bescheren. Heiko Meyer: "Die Bändchen sollten an möglichst zentralen Ausgabestationen denjenigen um das Handgelenk gebunden werden, die belegt haben, geimpft oder genesen zu sein. Die LCM hatte sich schon finanziell an den Weihnachtsmarktbändchen beteiligt, würde bei City-Bändchen nochmal nachlegen." In anderen Städten hat sich das Verfahren bereits bewährt. So hat Bremen das Einsatzgebiet des Bändchens vom Weihnachtsmarkt auf die gesamte Innenstadt ausgedehnt, Hamburg berichtet über positive Kundenresonanz in den Einkaufszentren, in denen das Prinzip umgesetzt wird.

Letzte Absprachen am Montagmorgen

Am Montagmorgen war das Konzept noch einmal in der Corona-Arbeitsgruppe der Kommunen im Landkreis Lüneburg besprochen und durchgewunken worden, sagt Katrin Holzmann. Damit steht fest: Das Bändchen für den Weihnachtseinkauf kommt.

Je mehr Ausgabestationen es gibt, desto kürzer wären die Warteschlangen. Um den Lüneburgern ein möglichst unbeschwertes Einkaufserlebnis in der Innenstadt zu ermöglichen, würde etwa auch das Medienhaus Lüneburg eine entsprechende Station am Sande einrichten. Das hatte LZ-Vertriebsleiter Thomas Grupe im Namen der Zeitung schon im LCM-Beirat versichert. "Aber vorher müsste natürlich festgelegt werden, welche Aufgaben an diesen Stellen für welchen Zeitraum erfüllt werden müssen."

Von Joachim Zießler

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