Dienstag , 6. Dezember 2022
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Die Firma Dr. Paul Lohmann GmbH gehört zu den größten Wasserverbrauchern in Lüneburg.
Die Firma Dr. Paul Lohmann GmbH gehört zu den größten Wasserverbrauchern in Lüneburg. (Foto: t&w)

BI Unser Wasser: “Produktion soll Ressource schonen”

Die BI Unser Wasser hat sich zum zweiten Mal mit Vertretern des Unternehmens " Dr. Paul Lohmann GmbH" getroffen. Die in Lüneburg hergestellten Produkte sind größtenteils Medizin-Produkte, deren Herstellung sehr reines Wasser erfordern. 

Lüneburg. Die Bürgerinitiative „Unser Wasser“ steht nicht nur für den Kampf gegen einen dritten Brunnen des Coca-Cola-Konzerns, sondern auch für den Schutz des gesamten Tiefengrundwasser in der Region.

Während der US-Konzern Coca-Cola aus einem dritten Brunnen in Reppenstedt bis zu 350.000 Kubikmeter pro Jahr fördern will, gehört ein anderes Unternehmen in Lüneburg zu den größten Wasserverbrauchern. Die Firma Dr. Paul Lohmann GmbH entnimmt rund 1,1 Millionen Kubikmeter pro Jahr, seit Jahren. Die wasserrechtliche Entnahme soll bald erneuert werden, das Volumen dabei aber nicht nennenswert sinken.

Die BI hat sich nun mit Vertretern des Unternehmens, das im Hafen ansässig ist, getroffen. „Die Mitglieder der BI sind sehr häufig auf den Wasserverbrauch der Firma hingewiesen worden und auf die im Rahmen unseres gesamten Schutzinteresses für unser Grundwasser bestehenden Notwendigkeit, auch dort auf einen anderen Umgang mit der kostbaren Ressource Grundwasser hinzuwirken“, sagte BI-Mitglied Marianne Temmesfeld. Es ist bereits das zweite Treffen mit der Geschäftsleitung. Die in Lüneburg hergestellten Produkte sind größtenteils Medizin-Produkte, deren Herstellung sehr reines Wasser erfordern. Allerdings fließen lediglich 15 Prozent des geförderten Wassers in die Produkte, da der Großteil für die Kühlung verwendet wird, teilte die BI mit. Auch gegenüber der LZ hatte das Unternehmen bereits diese Angaben gemacht.

Situation des Grundwassers geschildert

Aus Sicht der BI ist die Nutzung des wertvollen Grundwassers für die Kühlung „nicht akzeptabel“. Genauso wenig wie die Einleitung des Wassers in den Elbe-Seitenkanal. Bereits beim ersten Treffen der BI wurde über Möglichkeiten einer alternativen Kühlung für das Unternehmen diskutiert. Dabei hatte die BI nicht nur die Situation des Grundwassers in der Region Lüneburg geschildert, sondern auch die Argumente gegen die Fortführung der weiteren Entnahme zur Kühlung „plausibel dargestellt“.

Die BI sieht als Alternative etwa die Entnahme von Wasser aus anderen, oberflächennahen Bereichen. Dieses können mehrfach verwendet und dann der Natur wieder zurückgegeben werden. Mögliche Methoden seien die Verrieselung oder die Einleitung in sonst trockenfallende Oberflächengewässer.

Zur Mehrfachverwendung testet die Firma Lohmann nach eigenen Angaben bereits eine Pilot-Anlage. Die Ergebnisse sollen in Kürze vorliegen. Auch die Entnahme aus anderen Wasservorkommen soll technisch, hydrogeologisch und mit Blick auf die Umweltverträglichkeit geprüft werden. Die BI hofft auf „eine innovative und gleichzeitig ressourcenschonende Produktionsausrichtung“. Weitere Gespräche dazu seien geplant. wko

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