Montag , 5. Dezember 2022
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Eine Solar-Anlage auf einem Dach
Wann lohnt sich eine Solar-Anlage auf dem Dach? Gibt es Förderungen? Diese Fragen werden weiterhin beim Solar-Check beantwortet. (Foto: AdobeStock)

Erfolgsprogramm Energieberatung

Die Nachfrage ist hoch, aber Verbraucherzentralen fehlt Personal. Nun wollen Stadt und Landkreis reagieren, einen Engpass bei der Energieberatung verhindern und das Angebot aufrechterhalten.

Lüneburg. Klimaschutz fängt in den eigenen vier Wänden an. Wie kann ich Energie einsparen? Lohnt sich ein Heizungstausch? Wäre mein Dach für eine Solaranlage geeignet? Diese und ähnliche Fragen stellen sich viele Hausbesitzer. Kein Wunder also, dass die Nachfrage nach fachkundiger Beratung groß ist. Ein solches Angebot gibt es in Hansestadt und Landkreis Lüneburg seit 2015 mit den Programmen „Solarcheck“ und „Clever Heizen“.

Kampagnen liefen sehr erfolgreich

Kooperationspartner sind die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen sowie die Verbraucherzentralen. Letztere haben nun nach Angaben der Hansestadt angekündigt, ihr Beratungsangebot deutlich zurückzufahren, der „Solar-Check“ soll sogar ganz eingestellt werden. Der Grund: Es fehlt der Verbraucherzentrale an Personal und an finanziellen Mitteln. Hansestadt und Landkreis wollen nun in die Bresche springen und das Beratungsangebot mit den gelisteten Energie-Effizienz-Experten aus der Region aufrechterhalten. Dem Ausschuss für Klimaneutralität 2030 des Kreistages lag jetzt ein entsprechender Antrag der Hansestadt vor. Es drohe mit dem Rückzug der Verbraucherzentrale „eine deutliche Einschränkung“ bei den Kampagnen „Solarcheck“ und „Clever Heizen“, heißt es im Schreiben der Hansestadt. Das sieht man beim Kreis genauso: Die Kampagnen liefen sehr erfolgreich, berichtete Tobias Winkelmann vom Fachdienst für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Klimaschutz. Allein im Solarbereich seien bisher rund 1000 Beratungstermine vermittelt worden. „Und der Bedarf wird sicher noch steigen.“ Dabei sei es auch im Interesse des Landkreises, das Angebot aufrechtzuerhalten. Schließlich wolle der Kreistag private Einzelsanierungen mit einer eigenen Förderrichtlinie unterstützen. „Dafür ist die vorherige Energieberatung die notwendige Bedingung.“

Eigenanteil von 30 Euro

Geplant ist, dass die Hansestadt federführend bei Organisation und Abwicklung der Energieberatungen sein soll und für die Durchführung lokale Energieexperten einbindet. Neben 5000 Euro als Zuschuss der Stadt sollen weitere 25.000 Euro aus dem Strukturentwicklungsfonds des Landkreises fließen. Abgedeckt wären damit rund 200 Energieberatungen. Wer einen Expertentermin in Anspruch nimmt, zahlt lediglich einen Eigenanteil von 30 Euro.

Franz-Josef Kamp (SPD) war nicht ganz zufrieden mit dem Vorschlag: „Man sollte überlegen, ob wir nicht wieder mehr mit der Stadt zusammenkommen und gemeinsam ein Angebot entwickeln.“ Seitens der Verwaltung könne das aus personellen Gründen nicht geleistet werden, stellte Kreisrätin Sigrid Vossers klar und ergänzte: „Die Bürger unterscheiden nicht, ob ein Angebot von der Stadt oder vom Landkreis kommt. Es wäre nur schade, wenn es nicht weiterläuft.“

„Masterplan“ zur Klimaneutralität

„Das ärgert mich, dass wir kein Personal haben“, entgegnete Kamp. Auch der von der Politik eingeforderte „Masterplan“ zur Klimaneutralität lasse auf sich warten. „Wir haben vier Stellen bewilligt, warum gibt es nur eine davon?“, fragte Kamp. „So können wir viel fordern und beschließen. Am Ende wird dann nur ein Viertel umgesetzt.“

Wolf von Nordheim (Grüne) sah das ähnlich: „Es wäre schlimm, wenn wir das Richtige beschließen, aber es nicht tun, weil wir keine Leute haben.“ Vossers kündigte an, dass Verstärkung in der Kreisverwaltung für den Bereich Klimaschutz in Sicht ist, Vorstellungsgespräche seien kürzlich gelaufen. „Ich bin sehr froh, dass wir kompetente und engagierte Leute gefunden haben“, berichtete sie, „also wird sich die Situation ändern. Aber das muss erst anlaufen.“

Der Ausschuss sprach sich einstimmig für die Bezuschussung der Energieberatungen aus.

Von Ute Klingberg-Strunk

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